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Stimme der Kollegen
Erster Betriebsrätetag der IG Metall in Gummersbach

3 min
Zu sehen sind Vertreter aus den Bereichen Gewerkschaft, Politik, Verwaltung und Arbeitgeber.

Gewerkschaft, Politik, Verwaltung und Arbeitgeber Schulter an Schulter in der Halle 32 in Gummersbach. 

Beim ersten Betriebsrätetag in Gummersbach sind auf fünf Bürgermeister und der Landrat mit von der Partie. 

Mit dem ersten Betriebsrätetag der IG Metall Gummersbach wollte die Gewerkschaft ihren rund 220 Kolleginnen und Kollegen am Freitag Respekt, vor allem aber Anerkennung dafür aussprechen, dass sie sich in den Betrieben um die Menschen dort kümmer, für sie da sind. Dass dieser Respekt nicht nur aus den eigenen Reihen kommt, wurde dadurch deutlich, dass fünf der 13 oberbergischen Bürgermeister nach Gummerbach in die Halle 32 gekommen waren. Mit dabei waren zudem Landrat Klaus Grootens sowie der Bundestagsabgeordnete Jan Köstering (Linke), Judith Gövert, Regionsgeschäftsführerin des DGB, Region Köln-Bonn, und Ulrich Koch, der Geschäftsführer des Arbeitgeberverbandes in Oberberg. Im Mittelpunkt aber standen die Männer und Frauen, die sich kümmern. Und das längst nicht immer als freigestellte Betriebsräte.

Der erst in der vergangenen Woche zum neuen Ersten Bevollmächtigten gewählte Haydar Tokmak sagte, dass Betriebsräte widersprechen würden, wenn es erforderlich sei, dass sie Ansprechpartner seien und dass sie vor allem Verantwortung übernehmen würden. Das sei keinesfalls selbstverständlich. „Gäbe es euch nicht in den Betrieben, wäre die Situation vielleicht noch prekärer“, sagte der Gewerkschafter. Bei der Frage in die große Runde, wer der Auffassung sei, dass starke Betriebsräte ein Standortfaktor für die Region seien, standen alle Besucherinnen und Besucher in der Halle 32 spontan auf.

Die Menschen in den Betrieben spüren, dass sich was verändert.
Haydar Tokmak, Gewerkschaftssekretär der IG Metall

Tokmak war stolz darauf, Gewerkschaft, Politik und die Arbeitgeber in einem Raum zu haben. Die aktuellen Herausforderungen seien nicht ohne und sie seien nur Hand in Hand zu meistern. „Es kommen schwere Zeiten auf uns zu. Die Unternehmen stehen unter Druck. Die Menschen in den Betrieben spüren, dass sich was verändert. Immer öfter werden Standorte in Frage gestellt. Betriebsräte sind in solchen Zeiten umso wichtiger, weil sie Probleme früh erkennen“, sagte Tokmak. „Ohne diese Kolleginnen und Kollegen hätten wir Firmen wie BEW in Ründeroth oder Norwe in Bergneustadt bei deren Insolvenzen vermutlich verloren“, sagte der Gewerkschaftssekretär.

Es sei mehr als ein deutliches Signal, dass sich der Landrat und fünf Bürgermeister für den ersten Betriebsrätetag Zeit nähmen, sagte der Gummersbacher Bürgermeister Raoul Halding-Hoppenheit in seinem Grußwort. Der Tag stelle die Menschen in den Mittelpunkt. Menschen, die sich einsetzen. „Ihre Aufgabe gewinnt an Gewicht“, sagte der Bürgermeister. Zur Bedeutung der Unternehmen in der Region erklärte er, dass die Kommunen zwingend auf die Erträge der Firmen angewiesen. So habe allein Gummersbach im vergangenen Jahr bei der Gewerbesteuer ein Allzeithoch von 60 Millionen Euro verzeichnen können.

Landrat Klaus Grootens sagte, dass der Wind der deutschen Industrie derzeit eiskalt ins Gesicht blase. Zeiten des Wandels struktureller Krisen habe es immer gegeben und so sollte man zuversichtlich in die Zukunft blicken, sagte der Landrat. Gleichwohl machte er deutlich, dass Oberberg als Industriestandort mit hohem Automobilanteil Krisen in der Branche spüre. „Es fehlt an Planungssicherheit, das macht den Menschen Angst“, sagte Grootens und betonte, dass Betriebsräte die Stimme und der Blickwinkel der Menschen seien, die Sorgen hätten. In diese Richtung ging auch Wiehls Bürgermeister Ulrich Stücker, als er sagte, dass es starker Betriebsräte bedürfe.