Der Gummersbacher Unternehmer Frank Ferchau schafft auch für Studenten neuen Wohnraum.
Frank Ferchau investiert70 neue Wohnungen im „Franziskus-Carré“ in Gummersbach

Das alte Amtsgericht (1) soll abgerissen werden. Der Neubau an dieser Stelle wird in Anlehnung an die benachbarte Pfarrkirche „Franziskus-Carré“ heißen. Das alte Amtsgericht in der Gummersbacher Innenstadt ist umgeben von dem neuen Altenheim (2), deam Haus Elisabeth, der alten Polizei an der Karlstraße (3), die die Sparkasse als Eigentümer an den Kreis vermietet hat, dem Puk-Haus (4) an Wilhelm- und Moltkestraße sowie dem C&A-Haus (5).
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Das ehemalige Amtsgericht an der Moltkestraße in Gummersbach wird nun doch abgerissen, auf dem frei werdenden Areal soll neuer Wohnraum entstehen. Wohnraum für Studenten wird in den Räumen der ehemaligen Polizei an der Hindenburgstraße (vormals Finanzamt) gebaut. Die Entkernungsarbeiten dort sind bereits voll im Gang. Als Investor und Bauherr für beide Projekte verantwortlich ist der Gummersbacher Unternehmer Frank Ferchau.
Zur Vorgeschichte: Nach dem Umzug von Polizei und Justiz auf das Steinmüllergelände wurden die Altimmobilien vom Land im Rahmen eines Bieterverfahrens verkauft. Die Sparkasse Gummersbach bekam bei der Polizei an der Karlstraße den Zuschlag, das Polizeihaus an der Hindenburgstraße (ehemals Finanzamt) kaufte Frank Ferchau. Und das Amtsgericht erstand die Alte Amtsgericht Gummersbach GmbH, eine Gesellschaft mit drei Investoren, darunter die Sparkasse und die Gummersbacher Wohnungsbau, eine städtische Tochter. Die Gesellschafter entschieden sich jedoch mit Blick auf die Marktlage gegen die Umsetzung ihrer ursprünglichen Baupläne und verkauften Frank Ferchau die Immobilie.
Der Altbau entpuppte sich als Wunderkiste
Dessen Projekt an der Hindenburgstraße ist, nachdem anfängliche Hürden ausgeräumt waren, inzwischen in der Umsetzung: Das alte Gebäude sei komplett entkernt worden, berichtet Viviane Strünker. Sie ist bei der FFI-Holding GmbH seit einigen Monaten für den Baubereich zuständig. Erhalten bleiben das Grundgerüst der Mauern und das Dach. Die teils hohen Decken der einstigen Amtsstuben müssen aus Schallschutzgründen abgehangen werden. Während der Arbeiten hat sich das Gebäude, wie bei vielen Altbauten üblich, als „Wunderkiste“ erwiesen, wie Strünker sagt. Teile der Immobilie seien in Massivbauweise errichtet worden, andere in einer Skelettbauweise. Preisbindung für MietenInzwischen ist man auf der Baustelle mit dem Wiederaufbau beschäftigt. Dazu gehören auch komplett neue Fenster und Türen. Entstehen werden 47 neue Wohneinheiten für Studierende. Mit Blick auf die 100-prozentige Förderung der Maßnahme, wird es bei den Mieten auch eine entsprechende Preisbindung geben, für die kommenden 25 Jahre, wie Strünker erläutert.
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Hinter dem Gebäude, von der Straße aus nicht sichtbar, wird eine Grünfläche entstehen, die den Bewohnerinnen und Bewohnern auch als Ort der Begegnung dienen soll. Und noch etwas fällt bei der Maßnahme auf: Nicht nur das Dach, auch an anderen Stellen sollen alte Materialien wiederverwendet werden. So auch die Eingangstreppe. Diese wird zwar neu aufgebaut, allerdings weitgehend mit den alten Baustoffen. Was die Fertigstellung angeht, so soll das Gebäude im Mitte 2027 bezugsfertig sein.
Umbau des Amtsgerichts ist noch in der Vorplanungsphase
Der Umbau des alten Amtsgerichts ist derweil noch in der Vorplanungsphase. In Anlehnung an den Namen der benachbarten Pfarrkirche heißt das Projekt „Franziskus-Carré“. Abgeschlossen ist ein Architektur- und Designwettbewerb. Frank Ferchau sei es wichtig, dass an dieser Stelle das innerstädtische Design erhalten bleibe, berichtet Strünker. Mit Blick auf einen Erhalt des Altbaus sagt sie, dass dies wirtschaftlich keinen Sinn gemacht habe. Was die Kubatur des Neubaus angehe, so sei der Baukörper recht groß. Um diesem Eindruck zu begegnen, sind unterschiedliche Designs von Fassadenabschnitten geplant, aber auch sich ändernde Baumaterialien und Farben. Aber nicht nur das fordert die Planer. Auch der Höhenunterschied von der einen zur anderen Seite des Areals von drei Metern muss bei den Plänen berücksichtigt werden.
Was die Aufteilung der Flächen angeht, so sollen die Wohnungen ein bis vier Zimmer haben. Diese sollen zum Teil gefördert sein, der überwiegende Teil aber ohne Bauförderung vermietet werde. Eigentumswohnungen wird es keine geben. Auch die Anzahl möglicher Ladenlokale soll möglichst gering ausfallen mit Blick auf vorhandene Strukturen. Denkbar sei auch, so Strünker, dass in dem Franziskus-Carré Senioren-WGs entstehen. In der Summe sind aktuell ca. 70 Wohnungen geplant. Auch eine Tiefgarage soll es geben. Allerdings kein komplett abgeschotteter Raum, sondern zu einer Seite hin offen. So will man Durchlässigkeit bzw. Transparenz erzielen. Was die Umsetzung angeht, so soll der Förderantrag im Jahr 2027 gestellt werden. Läuft alles nach Plan, so könnte Mitte 2028 mit den Bauarbeiten begonnen werden, um dann Mitte des Jahres 2031 in das Franzikus-Carré einzuziehen.

