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LandgerichtGummersbacher ist wegen eines Angriffs mit Pfefferspray angeklagt

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Ein Anwalt sitzt in einem Landgericht vor einem Textband "Deutsche Gesetze".

Maskiert sollen die beiden Täter den Mann attackiert und um eine mitgeführte Luis-Vuitton-Tasche mit 4500 Euro Bargeld darin erleichtert haben.

25-Jähriger aus Gummersbach räumt seine Tatbeteiligung vor dem Kölner Landgericht ein. Ein Urteil wird für den 26. Mai erwartet.

Wegen besonders schweren Raubes zu Lasten eines Bergneustädters steht seit Dienstag ein 25-Jähriger aus Gummersbach vor dem Kölner Landgericht. Laut Anklage soll der 25-Jährige ihm gemeinsam mit einem Mittäter am frühen Morgen des 2. September 2024 auf einem Parkplatz aufgelauert haben. Maskiert sollen die beiden Täter den Mann attackiert und um eine mitgeführte Luis-Vuitton-Tasche mit 4500 Euro Bargeld darin erleichtert haben.

Der Angeklagte räumte seine Tatbeteiligung ein. „Ich schäme mich sehr dafür, was ich getan habe“, hieß es in einer vom Verteidiger   vorgetragenen Einlassung. Er fühle Scham gegenüber dem Opfer, aber auch gegenüber seiner eigenen Familie. Zum Tatablauf gab der Angeklagte an, dass er von einem aus Tschetschenien stammenden Russen (27) und dessen rechter Hand (26) angestiftet worden sei, die Tat zu begehen. Als Grund habe der 27-Jährige angegeben, das designierte Opfer sei „arrogant und prahle immer mit Geld“.

Die Beute sei später an den Russen übergeben worden

Da der 27-Jährige in der Tatnacht gewusst habe, dass das Opfer eine Menge Bargeld bei sich führe, seien der Angeklagte und sein Mittäter von dem 27-Jährigen bestimmt worden, den Raubüberfall durchzuführen. Aus „Angst und Respekt“ sei er dem nachgekommen. Ein 26-jähriger Kumpel des Russen, der als dessen rechte Hand gilt, habe dann die Idee gehabt, das Opfer mit Reizgas einzusprühen.

Bei der Tatbegehung hätten dann sein Mittäter und er, so der Angeklagte, das Opfer jeweils mit einer Sprühdose Pfefferspray angegriffen. Der Mittäter habe dem Opfer die Tasche entrissen, woraufhin das Opfer schreiend in sein Auto gestiegen und weggefahren sei. Die Beute sei später an den Russen übergeben worden, der die drei anderen Beteiligten jeweils mit 500 Euro abgefunden habe. Den Restbetrag und die Handtasche habe der 27-Jährige für sich behalten.

Bereits von September 2025 bis Ende Februar 2026 war der Raubüberfall neben weiteren Taten Gegenstand in einem Prozess vorm Kölner Landgericht. Angeklagt waren der 27-jährige Russe sowie sechs weitere mutmaßliche Angehörige der Gummersbacher Türsteher-Szene (wir berichteten). Der 27-Jährige war unter anderem wegen Anstiftung zum Raub auf den Koch schuldig gesprochen und zu acht Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden. Auch der Mittäter bei dem Raub und der Mann, der die Idee hatte, Reizgas einzusetzen, waren in dem Prozess zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden.

Der Prozess gegen den 25-Jährigen wird fortgesetzt. Ein Urteil wird für den 26. Mai erwartet.