Das 33. Tempelfest feiert hunderte Hindus aus ganz Deutschland zehn Tage lang in Gummersbach.
Hindus feiern TempelfestHunderte Gläubige bei Prozession in Gummersbach

Geschmückte Bögen mit Federn trugen die Männer bei der Prozession auf ihren Schultern.
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Zu Ehren von Murugan, einer der populärsten hinduistischen Gottheiten und der tamilische Gott des Sieges, der Weisheit und des Krieges, hatte der Kurinchikkumaran Tempel und Kulturzentrum Verein zum 33. Mahotsavam-Fest, dem jährlichen Tempelfest, eingeladen. Murugan, auch als „Kurinchikkumaran“ bezeichnet, was „der bergische Kumaran“ bedeutet, wird vor allem in bergigen Regionen verehrt.
Der Sri Kurinchikkumaran Tempel in Gummersbach verdankt ihm seinen Namen. Das von religiösen Zeremonien, Ritualen, Opfergaben und kulturellen Begegnungen geprägte Programm des zehntägigen Festes fand am Sonntag mit der großen Prozession seinen Höhepunkt. Mehrere hundert Menschen – Hindus aus ganz Deutschland waren in die Kreisstadt gereist – säumten die Industriestraße in Nöckelseßmar und warteten gespannt, dass sich die Prozession, bestehend aus drei bunt mit Blumen geschmückten Tempelwagen, in Bewegung setzte.
Große Prozession ist der Höhepunkt
Begleitet von Gebeten sprechenden Priestern ging es im Rundkurs vom Tempel an der Industriestraße aus durch die Wiesenstraße, Seßmarstraße und Talstraße wieder zurück zum Tempel. Dort wurden die zahlreichen Besucher auch Zeuge eines besonderen Rituals: Gläubige Hindus ließen sich Haken in den Rücken stechen als Zeichen der Buße oder aus Dankbarkeit. Die jungen und älteren Männer, barfuß und mit nackten Oberkörpern, trugen zudem mit Pfauenfedern geschmückte Bögen und tanzten zur Musik, während es zumeist die Frauen in ihren farbenfrohen traditionellen Gewändern waren, die die Tempelwagen auf Anhängern mit Hilfe von dicken Seilen zumindest für ein paar Meter symbolisch zogen.
Derweil wurden entlang der Industriestraße mehrere Verkaufsstände aufgebaut, wo Kleidung, landestypische Köstlichkeiten und glänzender Schmuck die Blicke der Besucherinnen und Besucher auf sich zogen. Das Tempelfest bot Interessierten zudem die Möglichkeit, den Tempel zu besichtigen. Dieser gilt seit seiner Fertigstellung 2008 als einer der größten tamilischen Tempel in Deutschland. Begonnen hatte das Tempelfest vor acht Tagen mit dem Hissen der Tempelfahne. Diesem folgten Festtage mit besonderen Programmpunkten wie das traditionelle Mango-Fest oder einer Sänften-Prozession, aber auch täglichen Gebeten und Ritualen.
Seinen Abschluss findet das 33. Mahotsavam-Fest mit dem Einholen der Tempelfahne und mit einer besonderen religiösen Zeremonie zur göttlichen Hochzeit von Murugan sowie einem Abendritual.
