Abo

18 TermineIn Gummersbach steht die oberbergische Hospizarbeit im Rampenlicht

3 min
Gruppenfoto auf einer Bühne.

Beim Auftakt zu den ersten Oberbergischen Hospizwochen Oberberg im InnoHub Gummersbach (v.l.) Sebastian Pietschek (Vorsitzender Hospiz- und Palliativverband NRW), Ralf Schmallenbach (Kreisgesundheitsdezernent), Nadine Thiele (Kreisgesundheitsamt), Jorg Nürmberger (Vorsitzender Hospiz-Stiftung Oberberg), Andrea Gasper (Hospiz- und Palliativnetzwerk Bonn/Rhein-Sieg) und Zoe Marie Scholz (ehrenamtliche Helferin im Hospiz Wiehl)

Das Motto der Hospizwochen in Oberberg mit einem umfangreichen Programm lautet: „So bunt wie das Leben. Hospiz“

Es ist eine Premiere im Oberbergischen Kreis – allerdings hat sei eine Vorgeschichte. Am Montag wurden die ersten Oberbergischen Hospizwochen im InnoHub in Gummersbach eröffnet. Wie Jorg Nürmberger, der ehemalige Kreissozialdezernent und jetzige Vorsitzende der Hospiz-Stiftung Oberberg, sagte, gab es im Jahr 2000 schon einmal eine Hospizwoche, allerdings in kleinerem Rahmen.

„Es ist einzigartig, dass wir jetzt 18 Veranstaltungen in drei Wochen haben – und das im ganzen Oberbergischen Kreis, von Nümbrecht bis Radevormwald“, sagte er. Das Motto der Hospizwochen lautet: „So bunt wie das Leben. Hospiz“ – und es soll Programm sein, denn auch wenn man Hospiz- und Palliativarbeit in der Regel mit Krankheit und Tod verbindet, so gehe es darin doch auch um Leben, Würde und „vor allen Dingen um den einzelnen Menschen mit seiner individuellen Geschichte“, wie es Landrat Klaus Grootens in seinem Grußwort ausdrückte.

360 Frauen und Männer arbeiten in der Sterbe- und Trauerbegleitung

Federführend organisiert wird das Programm von Nadine Thiele, Mitarbeiterin im Gesundheitsamt. „Wir wollen auf die Angebote und Themen der Hospiz- und Palliativarbeit im Kreisgebiet aufmerksam machen. Wir wollen auch die rund 500 haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Kreis in den Fokus rücken“, sagte sie. Alleine 360 Frauen und Männer würden in der Sterbe- und Trauerbegleitung arbeiten – ehrenamtlich. „Nicht zuletzt für diese Arbeit möchten wir mehr Unterstützung gewinnen und in die Öffentlichkeit bringen“, ergänzte Nürnberger.

Der jetzige Gesundheitsdezernent Ralf Schmallenbach zeigte sich sehr dankbar für die Möglichkeit, die Hospizwochen zu organisieren. Er selbst verbinde mit der Arbeit in diesem Bereich vor allem die Zeit, als 2008 unter der damaligen Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt die SAPV (Spezialisierte ambulante Palliativversorgung) ins Leben gerufen wurde. „Damals wusste ich – das brauchen wir auch in Oberberg. Es hat zehn Jahre gedauert, bis sie an den Start gehen konnte“, sagte er. Und heute sei das Angebot im Kreis etabliert. „Wir sind quasi volljährig geworden, wenn wir jetzt drei Wochen lang Termine und Veranstaltungen zum Thema organisieren“, sagte Schmallenbach.

Es ist schon einzigartig, dass wir jetzt 18 Veranstaltungen in drei Wochen haben – und das im ganzen Oberbergischen Kreis.
Jorg Nürmberger, Vorsitzender der Hospiz-Stiftung

Andrea Gasper vom Hospiz- und Palliativnetzwerk Bonn/Rhein-Sieg hob das Thema des vernetzten Arbeitens hervor. „Je besser die Strukturen – Ärzte, Betroffene, Versorger, Ehrenamtliche – vernetzt sind, umso besser sieht die Versorgung der betroffenen Menschen aus“, sagte sie. Es gehe nun auch darum, herauszufinden, wer im Oberbergischen Kreis wofür zuständig sei, diese Form der Weiterentwicklung sei auch eine Art von Öffentlichkeitsarbeit. Zoe Marie Scholz war seit Dezember 2025 als Langzeitpraktikantin im Hospiz in Wiehl tätig. „Das geht auch noch bis August nächstes Jahr. Ich möchte Bestatterin werden, dazu muss man aber mindestens 18 Jahre sein – ich war 16 Jahre, als ich im Hospiz angefangen habe“, sagte die 17-Jährige.

Die Arbeit im Hospiz sei zwar fordernd, mache ihr aber auch Spaß. Der Berufswunsch der Bestatterin sei indes geblieben. „Das möchte ich auf jeden Fall auch weiterhin machen“, sagte die junge Frau.

Einige der Termine während der Oberbergischen Hospizwochen sind einfach zum Betrachten. Etwa die Foto-Ausstellung „Vergänglichkeit“ im Büro der Hospizgruppe in Marienheide, die am Sonntag, 11. Oktober ab 11.15 Uhr beginnt, oder die Ausstellung „Kraft der Worte“ mit einer Lesung und musikalischer Begleitung im Johannes-Hospiz Oberberg in Wiehl am Samstag, 10. Oktober, ab 12 Uhr. Alle Programmpunkte und Termine gibt es online auf der Internet-Seite.