Seine Videos beginnt der 22-Jährige, der in Windhagen aufgewachsen ist, stets mit dem Intro „Gummersbach, wir müssen reden“.
kriskk243Kristenvie Kisala-Kissoko spricht als Influencer über oberbergischeThemen

Möchte Gummersbach mehr in den Fokus rücken: Der Influencer und Blogger Kristenvie Kisala-Kissoko ist in Windhagen aufgewachsen.
Copyright: Siegbert Dierke
„Was macht ihr eigentlich heute in eurer Jugend? Ich sehe euch nicht“, sagt Kristenvie Kisala-Kissoko vor einem Jahr in einem seiner ersten Videos, die er auf TikTok hochlädt. Seine Videos beginnt der 22-Jährige stets mit dem Intro „Gummersbach, wir müssen reden“. Darin thematisiert er lokale Themen, die ihm auf dem Herzen liegen – aus der Kreisstadt, in der er aufgewachsen ist, aber auch aus ganz Oberberg. Heute folgen dem Gummersbacher, der sich online kriskk243 nennt, 15.400 Menschen auf TikTok und 16.700 Menschen auf Instagram. Spätestens seit dem jüngsten Besuch bei Gummersbachs Bürgermeister Raoul Halding-Hoppenheit im Rathaus führt online kaum noch ein Weg an ihm vorbei.
„Ich fand es in Gummersbach langweilig für junge Leute. Und ich habe mich gefragt: Wie kann das sein?“, berichtet der Influencer und Blogger, der als Jugendlicher oft im Jugendzentrum „abhing“, wie er in einem Video erzählt. Heute arbeitet er selbst in der Jugendhilfe. „Es gibt in Gummersbach und Oberberg so viele coole Orte und coole Dinge, die man machen kann, von denen aber viele gar nichts wissen. Das wollte ich ändern und durch meine Videos auf das aufmerksam machen, was wir hier alles haben“, sagt er.
Kriskk besucht Imbisse, neue Läden oder Veranstaltungen – immer mit der Kamera. Und er stellt vor allem viele Fragen. Warum fährt der Bus so unzuverlässig? Welcher Bahnhof in Oberberg ist der schönste? Wohin sollte man ziehen, wenn es einen ins Oberbergische verschlägt? Die Themen nimmt der Content-Creator aus dem Alltag vieler Oberberger – mit viel Humor, selbst wenn es um Kritik geht.
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Als er in einem seiner Videos den Gummersbacher Bürgermeister anspricht und sinniert, was er selbst als Bürgermeister besser machen würde, erhält er prompt eine Antwort aus dem Rathaus. „Das hat uns sehr gefreut, dass Herr Halding-Hoppenheit uns tatsächlich zu einem Gespräch eingeladen hat“, erinnert sich Kristenvie Kisala-Kissoko, der seine Videos gemeinsam mit seinem Freund und Manager Andreas-Meya Ndiema produziert. Ndiema ist neben seinem Studium der Wirtschaftsinformatik am TH-Campus Gummersbach selbst Content-Creator. Seit September macht zudem Gustav Nienaber, der zurzeit in Miami studiert und die Videos schneidet, das Team komplett.
Vor dem Gespräch im Gummersbacher Rathaus ruft Kriskk im Netz dazu auf, ihm Fragen zu schicken, die er dem Bürgermeister stellen soll. Viele nutzen das Angebot, vor allem Jüngere. Denn sie sind es, die dem 22-Jährigen hauptsächlich in den Sozialen Medien folgen. „Das Gespräch war super. Wir hatten den Eindruck, dass Herr Halding-Hoppenheit wirklich Interesse an dem hat, was junge Menschen hier bewegt. Und er war bereit, in unserem Video Gesicht zu zeigen. Das war toll“, sagt Kriskk erfreut. Er möchte im Austausch bleiben – als Bindeglied zwischen seiner Community und der Politik. Und wer weiß: Vielleicht entsteht irgendwann ein Basketballplatz auf dem Steinmüllergelände. Dieses Vorhaben scheint jedenfalls realistischer als eine McDonalds-Filiale in der Innenstadt, für die sich der 22-Jährige einsetzt, wie er schmunzelnd verrät.
Für die Zukunft hat sich der Influencer und Blogger neben dem Ausbau seiner Reichweite vieles vorgenommen: Ein Festival in der Schwalbe-Arena, eine Tour durch Schulen für den Austausch mit jungen Menschen, Livestreams und Kurzfilme sind nur vier von vielen Plänen. Bei all seinen Vorhaben kommt ihm sein großes Netzwerk zugute, das er sich als Influencer aufgebaut hat. Hasskommentare bekommt er bisher nicht, zeigt er sich froh. „Ein bisschen Druck ist natürlich dabei, denn mit höherer Reichweite erwarten die Menschen natürlich auch mehr von mir. Aber momentan komme ich damit gut klar und habe sehr viel Spaß an dem, was ich mache“, betont er. Unterstützung erhält er auch von seiner Familie.
Und er freut sich, dass er mittlerweile häufiger auf der Straße erkannt wird. Für seine Follower organisiert er regelmäßige Fantreffen an einem seiner Lieblingsorte in Gummersbach, im 147 Family Bistro in Gummersbach. Weitere Lieblingsorte sind die Schwalbe-Arena und die Bruchertalsperre in Marienheide, wo der 22-Jährige die Gesamtschule besucht hat. Seine Leidenschaft ist zudem der Fußball. So hatte ihn erst kürzlich der SSV Nümbrecht für einen Blick hinter die Kulissen eingeladen. „Ich liebe es einfach, mit Menschen zu reden“, sagt Kristenvie Kisala-Kissoko und ist dankbar, dass er mit seinem lokalen Content im Netz bei vielen einen Nerv zu treffen scheint.
Das nächste Fan-Treffen von kriskk243 findet am Samstag, 14. März, 14 bis 16 Uhr, im 147 Family Bistro, Alte Rathausstraße 1, in Gummersbach statt.
