Wenn man das Grammophon betritt, diesen von außen recht unscheinbaren Irish Pub direkt an der Gummersbacher Kaiserstraße, ist man sofort in einer anderen Welt. Würde man dann auch noch zu einem der regelmäßigen Konzerte kommen, wenn die Musik englisch oder irisch klingt, dann dann könnte man sich auch auf der grünen Insel wähnen.
Wie Inhaber Klaus Stange sagt, ist dieses Ambiente und auch der Kultstatus des Irish Pubs ein gutes Stück weit seinem Bruder Gunther zu verdanken, der den Irish Pub 1984 in Marienheide/Hütte eröffnet hat, zunächst noch als Musikkneipe ohne dieses Ambiente. „Er war dann mal in Irland im Urlaub, dort hat er gemerkt, dass das Grammophon gar nicht so weit von einem Irish Pub entfernt war. Danach hat er angefangen das Kneipeninnere umzugestalten“, sagt Klaus Stange.
Neustart in Gummersbach im Jahr 2000
Eigentlich habe sein Bruder das Gebäude in Marienheide kaufen wollen, doch 1999 ist Schluss. Bis dahin hatte sich das Grammophon schon zur Kultkneipe entwickelt, mit Konzerten und Festen. „Aber der Inhaber wollte das Haus nicht verkaufen. Mein Bruder wurde dann in Gummersbach fündig. Die Gastwirtschaft Schürmanns Hof an der Kaiserstraße konnte er übernehmen. Und weil mein Bruder so ein Macher war, hat er das leerstehende Lokal innerhalb von sechs Monaten auf links gedreht und im September 2000 als Grammophon eröffnet“, sagt Klaus Stange.
Seitdem ging es praktisch nur bergauf, bis Gunther Stange krank wurde und die Kneipe schließen musste. „Wir haben hier eine so lebendige Studentenszene, die ganz regelmäßig im Grammophon war. Bis Corona kam, war die Kneipenszene in Gummersbach wirklich sehr lebendig“, sagt Klaus Stange.
Wiedereröffnung und Folgen der Corona-Pandemie
Corona ist ein gutes Stichwort, denn es ist das Jahr 2019, da weiß die Welt noch nicht, was auf sie zurauscht, als das Grammophon wegen der Erkrankung von Gunther Stange geschlossen ist. „Im April 2019 haben mein Sohn und ich beschlossen, das Haus zu kaufen und den Pub wieder zu eröffnen“, sagt Klaus Stange. Die Pandemie habe dann aber „einen wahnsinnigen Einfluss auf die Gastro- und Kneipenszene gehabt“, sagt er. Das Ausgehverhalten habe sich über die Corona-Jahre deutlich verändert. Und das, obwohl durch den TH-Köln-Standort Gummersbach eine Vielzahl an Studenten in der Kreisstadt angesiedelt ist. „Wir haben jüngst einen Studentenstammtisch ins Leben gerufen, das zieht langsam wieder an“, hofft der Gastronom.

Das urige Innere des Irish Pubs.
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Und an dieser Stelle kommt Jeff Collins, Ire aus Cork mit Wohnsitz in Engelskirchen, ins Spiel. „Einmal im Monat tritt er bei uns auf – und das läuft wirklich gut. Wir haben vor zwei Jahren damit angefangen, den Billardtisch aus der Kneipe zu nehmen und deutlich mehr Konzerte zu veranstalten, ein bis drei Abende pro Monat, meist am Samstag“, sagt Klaus Stange.
Das spricht sich herum, mittlerweile gibt es bis zu fünf Anfragen pro Woche von Bands, die im Grammophon spielen möchten. „Wir machen ausschließlich Hut-Konzerte, das muss den Bands klar sein – denn wir wollen natürlich keine Stammgäste ausschließen“, sagt er. Die Konzertabende sind sehr gut besucht.
Die Gema wird aufmerksam
Und dadurch ist auch die Gema auf den Irish Pub aufmerksam geworden. „Die bekommt ja Mitteilungen über Veranstaltungen aller Art, bei denen Musik läuft“, sagt Klaus Stange. Die Verwertungsgesellschaft richtet den Wettbewerb „Musikkneipe des Jahres“ aus.
Und weil eben im Grammophon so viele Konzerte stattfinden, habe die Gema den Pub dazu aufgerufen, sich zu bewerben.
Man kann online noch bis zum 26. Oktober abstimmen unter events.gema.de. Es winken 5000 Euro Preisgeld und die Aufzeichnung des Musik-Podcasts „Zum Dorfkrug“ direkt aus der Gewinnerkneipe. „Das Preisgeld würden wir auf jeden Fall auf den Kopf hauen“, sagt Klaus Stange und lacht. Es bleibt abzuwarten, welche der vielen nominierten Musikkneipen am Ende den Preis nach Hause nehmen darf. Aber Gummersbach ist im Rennen.

