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SilvesternachtRettung und Polizei stocken in Oberberg ihr Personal auf

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Zu sehen ist ein Rettungswagen.

14.03.2024.Gummersbach.Leitstelle.Neue Rettungswagen

Der Chefarzt  der Gummersbacher Notaufnahme appelliert zu verantwortungsvollem Umgang mit Feuerwerk.

Andreas Arnold Oberberg Die Diskussion über den Sinn von Silvesterfeuerwerk hat in den letzten Jahren zugenommen. Alle Jahre wieder weisen Notärzte, Feuerwehr und die Polizei auf die enormen Gefahren von Böllern und Raketen hin, wenn diese illegal sind, unsachgemäß gezündet werden oder außer Kontrolle geraten. Dass die Ratschläge der Experten erhört würden, kann durch Zahlen nicht belegt werden. Stattdessen sehen sich auch in Oberberg sogar Feuerwehrleute heikle Situationen ausgesetzt, in denen sie mit Böllern beschossen werden. So vor drei Jahren bei einem Brand in Bergneustadt.

Für den Fall der Fälle gerüstet ist die Notaufnahme im Gummersbacher Krankenhaus: „Wie in jedem Jahr verzeichnen wir in der Silvesternacht einen deutlichen Anstieg von Patientinnen und Patienten, die sich durch unsachgemäßen Umgang mit Feuerwerkskörpern verletzt haben“, berichtet der Chefarzt der Klinik für Akut- und Notfallmedizin, Timo Puschkarsky. „Häufig spielt dabei Alkoholkonsum eine entscheidende Rolle: Er senkt die Hemmschwelle und führt dazu, dass Risiken unterschätzt und Sicherheitsregeln missachtet werden.“

„Mitarbeiter in der Notaufnahme sind gut vorbereitet “

Die Mitarbeiter in der Notaufnahme seien auf diese besondere Belastung gut vorbereitet und stünden rund um die Uhr bereit, um schnell und professionell Hilfe zu leisten. „Dennoch appellieren wir eindringlich an alle Bürgerinnen und Bürger, verantwortungsvoll mit Feuerwerk umzugehen. Bitte zünden Sie Raketen und Böller ausschließlich in dafür vorgesehenen Bereichen, halten Sie ausreichend Abstand und achten Sie auf Ihre eigene Sicherheit sowie die Ihrer Mitmenschen“, appelliert der Notfallmediziner.

Ihr Personal aufgestockt hat die Kreisleitstelle in Kotthauserhöhe. Das berichtet Kreisbrandmeister Julian Seeger. Das Notrufaufkommen sei in der Nacht erfahrungsgemäß recht hoch. Auch die Zahl der besetzten Rettungswagen wurde für die Silvesternacht um zwei erhöht. Seeger, der zehn Jahre als Berufsfeuerwehrmann in Köln gearbeitet hat, wurde selbst schon mit Raketen im Einsatz beschossen. „Das passiert leider immer öfter. Und für mich hört an diesem Punkt der Spaß auf“, sagt der Kreisbrandmeister. Ob Böllerverbotszonen wie in Köln auf dem Land die Lösung sind, müsse man diskutieren. „Vielleicht müssen wir in einer ländlichen Region einfach einen Mittelweg finden.“

Auf die Silvesternacht eingestellt hat sich auch die Polizei: „Wir haben unser Personal deutlich aufgestockt. Wir sind da, wenn wir gebraucht werden“, sagt Polizeidirektor Stefan Mitschke. Wie viele Polizisten auf der Straße sein werden, sagt er „aus einsatztaktischen Gründen“ nicht.