Zum Sommer 2026 sollen an der Kita St. Raphael in Wipperfürth-Kreuzberg zehn Plätze wegfallen. Die betroffene Eltern haben viele Fragen dazu.
Weniger PlätzeWipperfürther Eltern haben viele Fragen zur Kita St. Raphael

Die katholische Kita St. Raphael im Wipperfürther Kirchdorf Kreuzberg.
Copyright: Siegbert Dierke
An der Kita St. Raphael in Wipperfürth-Kreuzberg sollen wegen eines Trägerwechsels zum Sommer zehn der 45 Kindergartenplätze wegfallen (wir berichteten). Doch im Dorf sind viele damit nicht einverstanden. Eine Petition gegen diese Streichung zählt schon fast 1000 Unterschriften.
Im Rahmen einer Einwohnerfragestunde haben Elternvertreter im Vorfeld des Haupt- und Finanzausschusses des Wipperfürther Stadtrats eine schriftliche Anfrage eingereicht, die Verwaltung hat auf die Fragen schriftlich geantwortet. Gefragt wird von den Eltern, welche baulichen Mängel zur Reduzierung der Platzzahl geführt haben.
Es fehlen zwei Räume
Die Antwort: Es fehlen nach heutigem Standard ein Personalraum sowie ein Ruheraum für Kinder. Dies habe man bei der Begehung der Kita am 14. Januar festgestellt. Wegen des Trägerwechsels zu „Katholino“ ist eine neue Betriebserlaubnis erforderlich, und diese richtet sich nach den aktuell geltenden Standards.
Alles zum Thema Bergisches Land
Dabei gibt es laut Stadt keine Möglichkeiten einer Übergangsregelung oder Duldung. Der Bestandsschutz, auf den sich die Kita bislang stützen konnte, gilt nicht mehr. Die Stadt teilt mit, es habe Abstimmungsgespräche mit dem Träger, dem LVR und dem Jugendamt gegeben.
Welche Orte zählen zum Einzugsbereich?
Bianca Klein aus dem Elternbeirat der Kita hakte im Rahmen der Einwohnerfragestunde nach: Formal fehle zwar ein Ruheraum und ein Personalraum, aber das Personal sei dennoch da, und die Kinder würden trotz eines fehlenden Ruheraums in der Kita schlafen.
Unterschiedliche Auffassungen gibt es bei der Frage des Einzugsbereich für Kreuzberg. Die Stadt sieht Kreuzberg und Kupferberg als einen Sozialraum, die Versorgungsquote zum Sommer 2026/27 sei hier sehr gut. Für 62 Kinder von drei bis sechs Jahren stünden 68 Plätze bereit, das entspricht einer Versorgungsquote von 110 Prozent. Für 44 Kinder im Alter von einem und zwei Jahren gibt es 21 Betreuungsplätze (48 Prozent).
Infoveranstaltung am 11. März
Bianca Klein wollte wissen, warum man die Orte Hönnige, Harhausen und Egen im Sozialraum nicht berücksichtige – viele Kinder von dort würden erfahrungsgemäß in Kreuzberg angemeldet. „Dann liegt die Quote unter 110 Prozent“, so Klein. „Wir wünschen uns aktive Unterstützung und Begleitung“, appellierte sie an Politik und Verwaltung.
Am Mittwoch, 11. März, 18 Uhr, findet im von-Mering-Heim eine Infoveranstaltung statt. Bürgermeisterin Anne Loth versicherte, dort werde die Stadt Antworten auf die offenen Fragen geben.
Auch Eltern aus Thier meldeten sich in der Einwohnerfragestunde zu Wort. Der letzte Stand: In Thier sollen zum Sommer nun doch fünf Kita-Plätze wegfallen. „Andernfalls könnte die Kita St. Anna in Thier im Folgejahr 2027/28 keine neuen Kinder aufnehmen“, so Fachbereichsleiter Marius Marondel.
Mitte Januar hatte die SPD einen umfangreichen Fragenkatalog zur Kita-Versorgung eingereicht, die Antworten der Verwaltung liegen nun vor. Am heutigen Donnerstag wird sich der Jugendhilfeausschuss mit der Kita-Planung beschäftigen.

