Bei den Naturerlebnistagen in Wiehl haben Kinder die zerstörten Unterkünfte für Igel und Käfer neu aufgebaut.
NaturerlebnisWiehls wilde Welten neu erschaffen

Alle Hände voll zu tun hatten die Kinder bei der Aktion im Wiehlpark.
Copyright: Dennis Börsch
Ausgestattet mit Arbeitshandschuhen sammelten Ben, Matteo und die anderen Kinder die Betonbausteine im Wiehlpark wieder ein und brachten sie zurück an ihren Platz unter den Sträuchern im Bereich „Wildes Wiehlchen“. Denn dort gehören die grauen Quader eigentlich zum Mauerwerk einer vor einem Jahr errichteten kleinen Igelburg. Die wurde jedoch von Gästen des Parks einfach abgebaut und die Steine fürs Anlegen von Grillfeuern missbraucht. „Dabei hatten wir eigentlich mit Schildern auf die Unterkunft für die Tiere hingewiesen“, sagte Sandra Heibach vom Bereich Umweltschutz der Stadt Wiehl bei der Aktion „Wilde Welten“ der diesjährigen „Wiehler NaturErlebnisTage“. Bei der Aktion haben die teilnehmenden Kinder zusammen mit Corinna und Andreas Herrmann vom Verein „NaturGarten“ das Igelhaus neu errichtet, ein Magerbeet bepflanzt und einen Käferkeller wieder neu angelegt. Denn auch die vorherige Käferunterkunft war von Gästen des Parks auseinandergenommen worden.
Ameisen wurden in Ruhe gelassen
Aus großen Ästen, Bruchsteine und lockerem Erdboden wurde sie wieder aufgebaut. „Hier legen die Käfer ihre Eier ab, der Nachwuchs lebt dann bis zu acht Jahre lang in der Erde“, erklärte Andreas Herrmann den Kindern. „Dann werden aus ihnen Käfer, die höchstens acht Wochen leben und hier wiederum ihre Eier ablegen“, informierte der Ehrenamtliche aus Marienheide. „Ich möchte gerne mit der Spitzhacke arbeiten“, das hatte sich Philipp gleich zu Beginn der Aktion gewünscht. Unter Anleitung von Corinna Herrmann legte er dann mit der Hacken und gemeinsam mit anderen Kindern ein Stück Erde oberhalb einer Bruchsteinmauer frei – um gleich auf viele wimmelnde Ameisen zu treffen. „Die lassen wir lieber in Ruhe, ich will mich nicht nochmal beißen lassen“, meinte Philipp. Für das an der Mauer entstehende Beet hatte Sarah Reyning von der „Bergischen Agentur für Kulturlandschaft“ viele heimische Wildpflanzen mitgebracht.
In dem so entstandenen Magerbeet können nun Küchenschelle, Ackerhornkraut oder Günsel wachsen. „Alles Pflanzen, die Nahrung für Insekten liefern“, erklärte Sarah Reyning. Die überschüssige Erde vom Magerbeet wurde von den Kindern eifrig mit der Schubkarre zum neu errichteten Igelhaus gefahren. Auf dessen Dach waren schon Zweige gelegt worden, damit es innen im Haus schön warm ist. Nun wurde darauf außerdem die Erde geschüttet. „So wird das Haus vielleicht auch nicht so schnell entdeckt und wieder kaputt gemacht“, hoffte Matteo. https://naturgarten.org Die „NaturErlebnisTage“der Stadt Wiehl finden in diesem Jahr in zwei Abschnitten statt: Nach den Aktionstagen im Juni wird es weitere Exkursionen, Vorträge und Workshops vom 5. bis 11. Oktober 2026 geben.
