Abo

Sommerhitze in GummersbachWenn der Arbeitsplatz zur Herausforderung wird

3 min
Ein Arbeiter sitz im Bagger und arbeitet auf der Straße.

Auf der Baustelle auf der Brückenstraße wird auch bei über 30 Grad gearbeitet.

Ob Baustelle oder Imbiss – Beschäftigte müssen ihre Arbeitsalltag den hohen Temperaturen anpassen.

Während viele Menschen bei Temperaturen von über 30 Grad möglichst den Schatten suchen und körperliche Tätigkeiten einschränken, gehört harte Arbeit in der Hitze für andere zum Alltag: Auf der Baustelle auf der Gummersbacher Brückenstraße zeigte das Thermometer am Mittwochvormittag 33 Grad im Schatten.

Projektleiter Serkan kam um die körperliche Arbeit nicht herum. Seinen Nachnamen möchte der 46-Jährige nicht in der Zeitung lesen, er verrät aber, dass er eigentlich im Büro arbeitet. Zur Urlaubsvertretung unterstützt er derzeit seine Kollegen auf der Baustelle.

„Das ist schon an der Grenze“, sagt er über die Hitze. Das Team beginnt an heißen Tagen früher mit der Arbeit. Und statt wie sonst um 16.30 Uhr macht es häufig bereits am frühen Nachmittag Feierabend.

Gesundheit hat Vorrang

Besonders wichtig sei, dass alle Beschäftigten ausreichend trinken und regelmäßig Pausen einlegen. „Wenn es jemandem nicht gut geht, soll er sofort aufhören und sich ausruhen“, betont Serkan. Die Gesundheit gehe schließlich vor. Wie gefährlich es werden kann, zeigte sich während der vergangenen Hitzewelle. Nach stundenlanger Arbeit in der prallen Sonne kam ein Gartenbauer mit einer Körpertemperatur von 43 Grad ins Krankenhaus. Der Mann verstarb an den Folgen des Hitzeschlags.

Neben der Gefahr für die Beschäftigten erschwert die Hitze auch die Bauarbeiten selbst. So könne beispielsweise bei sehr hohen Temperaturen kein Asphalt ausgebracht werden, weil sich das Material nicht mehr verarbeiten lässt.

Hitze nicht nur in der Fritteuse

Auch in der Gummersbacher Fußgängerzone macht die Hitze den Beschäftigten zu schaffen. Seit Januar betreiben Rahime (45) und Mazlum Ayaz (43) den Imbiss „Dicke Pommes“. Bereits am späten Vormittag zeigte das Thermometer im Verkaufsraum rund 32 Grad.

„Die Luftfeuchtigkeit ist oft das größere Problem als die Temperatur selbst“, sagt Mazlum Ayaz, der seit 17 Jahren als Koch arbeitet. Gemeinsam mit seiner Frau und einer Mitarbeiterin versucht er, die Belastung so gering wie möglich zu halten. Kleine Ventilatoren sorgen für etwas Luftbewegung, außerdem achten alle darauf, ausreichend zu trinken. Eis gehört ebenfalls zur Abkühlung dazu.

Eine Klimaanlage möchten die Betreiber zwar anschaffen, derzeit ist ihnen die Investition jedoch noch zu teuer. Für etwas kühlere Luft sorgt lediglich die Salattheke. Durch geöffnete Türen versuchten sie zusätzlich, einen Luftzug entstehen zu lassen. An besonders heißen Tagen schließt der Imbiss häufig bereits gegen 15 Uhr. „Dann sind kaum noch Leute unterwegs“, sagt Ayaz. Viele Gäste hätten bei den Temperaturen ohnehin eher Appetit auf leichte Speisen.

Sowohl auf der Baustelle als auch hinter der Fritteuse gilt deshalb das gleiche Prinzip: Die Arbeit wird nach Möglichkeit den Temperaturen angepasst. Hier wie dort gilt: Ausreichend trinken, Pausen einlegen und die eigene Belastungsgrenze ernst nehmen.