Nur mit einer Erlaubnis dürfen Birken im Wald selbst geschlagen werden. Darauf weist unter anderem der Wipperfürther Revierförster Volker Leipzig hin.
Beliebte TraditionHier werden im Oberbergischen Maibäume verkauft

Ein geschmückter Maibaum.
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Es ist eine Geste, die auch in Oberberg eine lange Tradition hat – in der Nacht auf den 1. Mai stellen Männer (und in den Schaltjahren Frauen) ihrer oder ihrem Liebsten einen Maibaum vor das Fenster. Möglichst heimlich, damit die Überraschung am nächsten Morgen umso größer ist. Das Birkenbäumchen wird traditionell mit bunten Kreppbändern geschmückt und somit zum Maibaum.
Und nicht selten hängt in ihm ein rotes Holzherz, auf dem der Name der Person zu lesen ist, für die der Baum aufgestellt wurde. Auch Vereine und Dorfgemeinschaften stellen oft gemeinsam einen Baum auf – und bewachen diesen anschließend, denn das Maibaumklauen ist ein ebenso beliebter Brauch wie das Setzen.
Damit diese Maitradition auch in diesem Jahr fortgeführt werden kann, stehen bereits einige Oberbergerinnen und Oberberger in den Startlöchern, die in den nächsten Tagen Maibäume verkaufen. Denn: Birken auf eigene Faust in fremdem Wald schlagen sollte man besser nicht. Nicht nur, weil dies illegal ist, sondern auch, weil es dem Ökosystem nicht gut tut, wenn an der falschen Stelle geschlagen wird.
Maibaumverkauf in Gummersbach und Spendenaktion für guten Zweck
Darauf weist auch Leon Dames, Prokurist und Betriebsleiter des Baum- und Pflegeunternehmens Stemmler aus Marienheide, hin. Er und sein Team bieten in diesem Jahr wieder Maibäume zum Verkauf an. Dabei setzte Dames im Vorfeld auf sein Netzwerk. „Wir haben mit Waldbesitzern gesprochen und viele sind dazu bereit, Birkenbäume für die Maibaumtradition zu spenden“, berichtet er. In den jeweiligen Wäldern gefällt werden nur Birkenbäume, die im Wald keine Zukunft haben und ohnehin gefällt werden müssen. „Wir tun ökologisch also sogar noch etwas Gutes für den Wald und schaden ihm durch die Fällungen der Birken nicht. Das ist uns sehr wichtig“, betont Dames.
Nach dem Borkenkäferbefall und dem Sterben vieler ausgetrockneter Fichten, wurden Birken oft als Pionierbaumart in der Wiederaufforstung von Schadflächen geduldet. „Allerdings teils in zu großer Stückzahl“, weiß Leon Dames. Deswegen müssen einige nun wieder weg, und da bietet sich die Maibaumtradition geradezu an. Eine Win-Win-Situation also – auch für die Waldbesitzer, die die Bäume spenden, sich im Gegenzug aber nicht um die Fällung kümmern müssen. Das übernehmen Leon Dames und das Team des Marienheider Baumfällunternehmens.
Die Helferinnen und Helfer erhalten eine Aufwandsentschädigung – um Gewinn für das Unternehmen geht es nicht. Im Gegenteil: „Wir möchten im Rahmen der Verkaufsaktion zweimal 500 Euro für den guten Zweck spenden“, verrät Dames. Kommen keine 1000 Euro im Verkauf zusammen, stelle das Unternehmen das Geld zur Verfügung. Wem dieses zugute kommt, steht noch nicht fest. „Wir wünschen uns zwei Empfänger aus der Region. Wichtig ist uns außerdem, dass wir nachvollziehen und sehen können, was mit dem Geld passiert.“
Rund 80 Birkenbäumchen in unterschiedlichen Größen werden Leon Dames und sein Team frisch fällen. Verkauft werden diese am Donnerstag, 30. April, in der Zeit von 11 bis 20 Uhr neben dem Forstamt auf dem Gummersbacher Steinmüllergelände. Erwerben können die Kunden Bäume in Größen von anderthalb bis vier Metern. Kleine Bäume gibt es ab 15 Euro. Der Preis steigt mit der Baumgröße. Wer möchte, bekommt den Maibaum gegen einen Aufpreis sogar schon fertig geschmückt und kann außerdem ein vorbereitetes Herz kaufen.
Leon Dames persönlich empfindet die Tradition des Maibaumsetzens als eine schöne Geste. Auch seiner Frau habe er schon Maibäume aufgestellt, verrät er.
Maibaumtradition: Weitere Verkaufsstellen in Oberberg
In Engelskirchen verkauft Familie Wirths auf dem Hof Altenberg, Im alten Garten 2, in Schnellenbach, Maibäume (ab 15 Euro) – am Donnerstag, 30. April, 17 bis 19 Uhr. Auch passende Deko wird dort verkauft.
In Nümbrecht werden am Mittwoch und Donnerstag, 29./30. April, jeweils 12 bis 20 Uhr, Bäume vor dem Mert-Grill, Alte Poststraße 24, verkauft. Pro Baummeter werden 8 und für Schmuck zusätzlich 5 Euro fällig. Bäume werden bei Bedarf auch geliefert. Kontakt: 0170/98 033 42.
Wer seinen Baum selbst schlagen möchte, kann dies bei Volker Leipzig, Revierförster im Wipperfürther Neyetal, tun. Dazu muss zuvor ein sogenannter Holz-Leseschein beantragt werden, der bescheinigt, dass man zum Fällen einer Birke berechtigt ist. Diesebenso er Schein dient gleichzeitig als Quittung über den Kauf des Baums, berichtet Leipzig. Wo und welcher Baum dann geschlagen werden darf, wird den Käufern zugewiesen. Revierförster Volker Leipzig ist erreichbar unter 0151/14 73 82 59.
