Lindlar – 25 Jahre alt wird der Bürgerbusverein Lindlar und das wird er am Samstag, 24. September, ab 11 Uhr auf dem Marktplatz auch feiern. Richtig in Feierlaune ist der Vorstand des Vereins allerdings nicht. Die Gründe sind vielfältig und liegen nicht am Verein, sondern an den Rahmenbedingungen, wie Vorsitzender Ulf Engelmann, Fahrdienstleiter Udo Lübben und Herbert Schibelka im Gespräch mit dieser Zeitung berichten.
Zurzeit gebe es relativ wenig Fahrgäste. Das liege zum einen daran, dass es eine lange Pause durch Corona gegeben habe. Der Bürgerbus sei lange nicht gefahren, auch weil das alte Fahrzeug einen Unfall hatte, der einen wirtschaftlichen Totalschaden bedeutete, und die Neubeschaffung lange dauerte. Fast ein Jahr lang konnten die ehrenamtlichen Fahrer die Strecken nicht bedienen.
Angebot muss wieder verstärkt verbreitet werden
In dieser Zeit hätten sich viele Fahrgäste nach Alternativen umgesehen, so Schibelka. Jetzt müsse das Angebot des Bürgerbusses wieder verstärkt bekannt gemacht werden. Für die ehrenamtlichen Fahrerinnen und Fahrer sei es nicht motivierend, wenn es Leerfahrten gebe, denn der Kontakt mit den Fahrgästen sei wichtig.

Fahrkarte für den Bürgerbus Lindlar. (Archivbild)
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Der Bürgerbus funktioniere nur, wenn Bezirksregierung, Nahverkehrsanbieter wie die Ovag, Gemeinde und Verein zusammenarbeiteten. Ohne die Unterstützung der anderen drei Säulen könne der Verein den Bürgerbus nicht betreiben.Das Angebot des Bürgerbusse ergänze das Angebot der Ovag, deshalb sei eine Abstimmung wichtig, so Engelmann.
Kaum Rücksicht bei Mobilitätskonzept
Aber bei der Erstellung des Mobilitätskonzeptes und des neuen Fahrplans habe man den Bürgerbus kaum berücksichtigt, so die Kritik. Es sei kaum möglich Strecken über kommunale Grenzen hinweg anzubieten. Eine Ausnahme sei die Linie zum Engelskirchener Krankenhaus. Der Bürgerbus könne gute Zubringerdienste zu stärker frequentierten Strecken leisten, so der Vorschlag der Lindlarer.
Der Lindlarer Bürgerbus
Zahlen und Daten
1995: Die ersten Lindlarer informieren sich über das Projekt der Bürgerbusse. Es geht zum Seminar nach Lüdenscheid.
1997: Der erste Bürgerbus kommt in Lindlar an. Mit dem neuen Fahrzeug nimmt der Verein am 22. September offiziell den Linienbetrieb auf, zwei Linien gibt es vorerst. Bald wird erweitert.
2000: Die ersten Bürgerbuslinien müssen wieder eingestellt werden. So die Linie V nach Hartegasse. Die Verbindungen in die Außenorte werden reduziert.
2002: Eine neue Linie kommt hinzu: Vom Lindlarer Zentrum fährt der Bürgerbus jetzt bis zum St.-Josefs Krankenhaus nach Engelskirchen.
2005: Mit der neuen Linie nach Hohkeppel gibt es eine neue Verbindung in den Westteil der Gemeinde.
2020: Erst macht Corona den sicheren Betrieb unmöglich, dann hat der Bürgerbus einen Unfall – wirtschaftlicher Totalschaden.
2022: Ein neues Fahrzeug bringt mehr Komfort und Sicherheit und macht es auch für Menschen mit Einschränkungen leichter, den Bürgerbus zu nutzen. Das 25-Jährige wird gefeiert.
Man müsse über neue Strecken und neuen Möglichkeiten nachdenken, wenn man den öffentlichen Personennahverkehr auf dem Lande stärken und die Mobilität verbessern wollen. Gerade die Bürgerbusvereine hätten hier eine Menge Potenzial und Know-how, das sie gerne zur Verfügung stellen würden, so Engelmann.
Engere Zusammenarbeit mit Verein Lindlar?
Besser ausgeschilderte Haltestellen und mehr Werbung für den Bürgerbus seien erforderlich, um mehr Fahrgäste zu erhalten. Dafür müssten entsprechende Mittel zur Verfügung gestellt werden. Auf der Wunschliste ganz oben stehen flexible Touren mit Abruf nach Bedarf. Dazu kann sich der Verein gut eine engere Zusammenarbeit mit dem Verein Lindlar verbindet vorstellen. Größtes Hindernis ist aber das Land, das einen Anruf-Bürgerbus, wie er anderorts möglich sei, nicht erlaube.
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In den letzten 25 Jahren habe der Verein viel Herzblut und Arbeit in den Bürgerbus gesteckt. Der Bürgerbus können einen Beitrag zur Mobilitätswende leisten, dazu müssten die Rahmenbedingungen angepasst werden, sagt Schibelka. Die Ehrenamtler seien jedenfalls bereit, ihren Beitrag dazu zu leisten. Sie freuen sich über jeden einzelnen Fahrgast. Und auf die Jubiläumsfeier am Samstag. Ab 10 Uhr gibt es auf dem Marktplatz Unterhaltung für Kinder mit Hüpfburg und Karussell und für Erwachsene Informationen über den Bürgerbusverein. Um 13 Uhr folgt der offizielle Teil mit Reden und Grußworten.



