Vor rund 390 Millionen Jahren stand in Lindlar der älteste Wald der Welt. Seine Geschichte soll künftig mehr Aufmerksamkeit bekommen.
Ältester Wald der Welt in LindlarNeuer Verein will besonderen Fund bekannter machen

Im Steinbruch wird sichtbar, aus welcher Gesteinsschicht die Spuren des ältesten Waldes stammen.
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Dass in Lindlar der älteste Wald der Welt gestanden hat, ist längst kein Geheimnis mehr. Die Entdeckung im Jahr 2008 war eine überregionale Sensation. Ein neuer Verein will aber nun dazu beitragen, dass der Fund noch bekannter wird.
Wer sich informieren will, kann das kleine Museum an der Eichenhofstraße 4 besuchen, in dem der rund zweieinhalb Meter große Grauwackesteinblock, den der Wuppertaler Geologe Peter Giesen 2008 entdeckt hat, ausgestellt ist. Das Museum informiert ausführlich über die Arbeit der Steinhauer, ihr Leben und die Bedeutung des Gewerbes für die Entwicklung von Lindlar.
Treffpunkt Grauwacke-Brunnen
Einer der sich mit der Grauwacke, aber auch sonst mit der Erdgeschichte auskennt, ist der Diplom-Geologe Bernd Schiffarth. Beim Namen Schiffarth denken viele Lindlarer sofort an den gleichnamigen Steinbruch-Betrieb, einer von noch drei aktiven Steinbruchunternehmen in Lindlar. Und in der Tat ist der Geologe mit der Steinbruchfamilie verwandt, wie er bei einer seiner Führungen auf den Spuren des ältesten Waldes der Welt erläutert.

Was beim Blick in den Steinbruch zu sehen ist, erläutert Geologe Bernd Schiffarth.
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Treffpunkt für die Exkursionen rund um den ältesten Wald der Welt, ist der Grauwacke-Brunnen am Lindlarer Marktplatz, der Szenen aus dem Leben der Steinhauer präsentiert. Hier beginnt auch der rund sechs Kilometer lange „Steinhauerpfad“, ein Streifzug des Bergischen Wanderlands.

schiffartherklärt bei der Führung die Entstehung der Erde, der verschiedenen Gesteine und der Versteinerungen, hier ein Grauwackestein mit Seelilien-Fossilien
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Bevor es losgeht, nimmt Bernd Schiffarth die Teilnehmer erst einmal mit auf eine Zeitreise. Es geht weit zurück, richtig weit, bis zur Entstehung der Erde, die der Fachmann kenntnisreich und unterhaltsam erläutert. Weiter geht es im Galopp durch die Jahrmillionen mit der Entstehung des Lebens im Wasser, später an Land. Schiffarth erläutert, wie die verschiedenen Gesteinsarten entstanden sind, natürlich ganz besonders die Grauwacke, die in Lindlar früher auch von zahlreichen kleinen Betrieben abgebaut wurde.

Im Grauwackemuseum gibt es viel zu entdecken..
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Dann erläutert der Experte, dass im Devon, vor rund 390 Millionen Jahre, lange bevor die ersten Dinosaurier auf der Erde lebten, die ersten Bäume entstanden, also Gewächse mit einem Stamm, Ästen und Blättern. Ein Wald aus diesen ersten Bäumen hat im heutigen Lindlar gestanden. Die Region lag damals fast am Äquator, an einem tropischen Flachmeer. Wahrscheinlich wurde der Wald bei einem Tsunami ins Meer gespült und mit Sand und Schlamm überdeckt. Dort versteinerte er und ruhte 390 Millionen Jahr lang, bevor er entdeckt wurde.
Im Grauwackemuseum können die Interessierten das Fundstück selbst in Augenschein nehmen. Zudem erfahren sie einiges über die harte Arbeit der Lindlarer Steinhauer und ihr entbehrungsreiches Leben. Bei der Führung berichtet Bernd Schiffarth schließlich auch von Lindlarer Dorfentwicklung und der Verwendung der Grauwacke. Im Betrieb BGS zeigt der Fachmann auch noch, in welcher Schicht der älteste Wald der Welt entdeckt wurde – der Fund, der nun dazu beiträgt, dass Lindlar sich erst recht als „steinreich“ rühmen darf.
Wer sich für den ältesten Wald der Welt interessiert und mithelfen will, ihn bekannter zu machen, ist am 8. Oktober um 18.30 Uhr im Haus Biesenbach, Kirchplatz 4 in Lindlar, willkommen. Dort findet die Mitgliederversammlung des gerade neu gegründeten Vereins „Ältester Wald der Welt“ statt. Vorsitzender Walter Lob ist als früherer Steinbruchbesitzer ein Experte für die Grauwacke. Er hofft, dass möglichst viele Interessenten kommen.
