Mit einem Abruf-Service könnte der Lindlarer Bürgerbus neue Kunden gewinnen, doch es fehlen Fahrer und Geld für Software und Telefonzentrale.
Bürgerbus Lindlar will On-demand-ServiceFahrer und Sponsoren gesucht

Markus Lücke im Bürgerbus an der Haltestelle in Linde.
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Mit neuem Vorstand und neuen Ideen will der Bürgerbusverein Lindlar durchstarten und sucht dazu Unterstützung. Wie Vorsitzender Markus Lücke im Gespräch mit dieser Zeitung berichtet, ist die Lage aktuell angespannt. Dazu tragen auch die gestiegenen Benzinpreise bei. Das bedeutet für den Verein, der gerade 30 Jahre alt geworden ist, eine Mehrbelastung von rund 2000 bis 2500 Euro. Die jährliche Fahrleistung beträgt rund 22.000 Kilometer.
Der Bürgerbus ist ein Teil des Öffentlichen Personennahverkehrs der Ovag. Diese beteiligt sich aber nicht an den Betriebskosten des Bürgerbusses, die müssen durch das Fahrgeld, das dem der Ovag entspricht und Sponsoring beglichen werden. Dabei sei immer noch nicht geregelt, wie Schülertickets und das Deutschlandticket abgerechnet würden. Bislang sei beim Bürgerbus noch kein Geld angekommen. Dabei nutzen insbesondere Schüler die Linien vom Schulzentrum nach Breun und von Frielingsdorf nach Fenke. Nur mit dem Fahrgeld ließen sich die Kosten des Linienbetriebes nicht decken, betont Geschäftsführer Herbert Schibelka.
Monti könnte ein Vorbild sein
Knapp sind aktuell auch die ehrenamtlichen Fahrer. Durch Krankheit und aus Altersgründen gebe es aktuell nur zehn aktive Fahrerinnen und Fahrer. Das sei zu wenig, um den Betrieb dauerhaft zu sichern, um die Pläne des Vorstandes, zu dem auch Udo Lübben als zweiter Vorsitzender, Schriftführerin Susan Sommer und Kassenwart Eckhard Globke zählen, zu verwirklichen.
„Wir prüfen, ob ein Abruf-Service, als ein On-demand-Verkehr, wie ihn Monti praktiziert, auch für uns möglich ist,“ so der Vorsitzende. Aber es ist ein forderndes Thema, sagt Lücke, der sich intensiv damit beschäftigt hat, und das Monti-System aus eigener Erfahrung kennt, denn er war dort knapp ein Jahr als Fahrer tätig. Zum einen seien dafür ein Buchungsservice mit Software und eine Telefonzentrale erforderlich. Das werde mit den Service- und Wartungskosten rund 7000 Euro pro Jahr bedeuten. Dazu würden weitere Fahrer und Fahrerinnen sowie Fahrplan-Koordinatoren benötigt.
Diese Kosten könnten nur über zusätzliche Sponsoren gedeckt werden. Der Verein hat Gespräche mit Bürgermeister Sven Engelmann und Kämmerin Cordula Ahlers von der Gemeinde geführt, aber angesichts der aktuellen Finanzsituation der Gemeinde ist hier keine Förderung zu erwarten. Wer den Verein unterstützen will, sei es als Fahrer oder durch eine Spende, erreicht Markus Lücke unter 01 76/800 232 56, E-Mail: buergerbus@lindlar.de.
