Von New York bis nach San Francisco und wieder zurück reisten Anton und Edith Weißenbach aus Lindlar vor mehr als 50 Jahren mit dem Bus.
UrlaubsmitbringselLindlarer halten bis heute ihren „Greyhound Lines Ameripass“ von 1974 in Ehren

Anton und Edith Weißenbach zeigen auf einer Karte ihre Reiseroute durch die USA im Jahr 1974.
Copyright: Ralf Joost
Vier Wochen durch die USA reisen – von New York bis nach San Francisco und wieder zurück. Diesen Traum erfüllten sich Anton und Edith Weißenbach 1974. „Wir waren damals mit dem Greyhoundbus unterwegs. Es war die günstigste Art, das Land zu bereisen“, berichtet Edith Weißenbach. Ihren „Greyhound Lines Ameripass“ mit den vielen Stempeln, die ihre Route dokumentieren, haben die Beiden aufbewahrt. „Die Pässe sind unser liebstes Urlaubsmitbringsel“, sagt die Lindlarerin.
Es ist die erste Flugreise des Paares. „Wir wollten alles sehen. Meist sind wir nur einen Tag an einem Ort geblieben.“ Übernachtet wird in Motels. „Damals musste man nichts reservieren, man ging einfach an die Rezeption und bekam ein Zimmer“, erzählt Edith Weißenbach. Nur einmal, zwischen Death Valley und Salt Lake City habe es nicht auf Anhieb geklappt. Die Lindlarerin erinnert sich: „Man telefonierte aber für uns herum – und vermittelte uns kurzerhand eine andere Unterkunft.“

Den „Greyhound Lines Ameripass“ haben die Lindlarer bis heute aufbewahrt.
Copyright: Ralf Joost
Offen, freundlich und unterstützend, so lernt das Paar die Amerikaner auf ihrer Reise kennen: „Diese Erfahrung begleitete uns auf der ganzen Reise quer durch die USA.“ Dazu fällt Edith Weißenbach eine kleine Anekdote ein. Sie erzählt: „Im letzten Motel, in dem wir übernachtet haben, baten wir darum, dass wir morgens um 6 Uhr geweckt werden, damit wir den Greyhoundbus rechtzeitig erreichen, der uns nach New York zum Flughafen bringen sollte.“ Damit die beiden auch wirklich nicht verschlafen, hämmert der Service morgens beherzt mit einem Hammer gegen die Tür.
Den längsten Aufenthalt reservieren sich die Oberberger für San Francisco – zweieinhalb Tage bleiben sie dort. „Es war die schönste Stadt auf unserer Tour“, sagt Edith Weißenbach. Allerdings erst auf den zweiten Blick. Als sie San Francisco erreichten, sahen sie und ihr Mann zunächst nur Straßen und hohe Häuser. „Ich war fast etwas enttäuscht. Aber dann sind wir in die Stadtmitte gefahren. Als wir an der Cable-Car-Station standen, hat uns der Zauber der Stadt eingefangen“, erzählt sie. Überwältigt war das Ehepaar auch vom Grand Canyon. „Er ist einfach atemberaubend.“
Reise durch die USA: Besuch bei Verwandten nache San Antonio
Ein weiterer Höhepunkt auf der Reise war der Besuch von Verwandten nahe San Antonio. „Die Schwester meiner Oma ist vor dem Ersten Weltkrieg in die USA ausgewandert“, erzählt Edith Weißenbach und führt aus: „Im Vorfeld unserer USA-Tour hatte ich ihr einen Brief geschrieben. Ihre Tochter hat mir geantwortet und uns zu sich nach Hause eingeladen.“ Als das Paar vor dem Haus steht, ist zunächst niemand da. Sie suchen sich erstmal ein Motel, zu dem sie eine hilfsbereite Nachbarin fährt.
„Wenig später stand aber schon die Verwandte vor unserer Tür. Sie hatte alles an der Rezeption geregelt und packte uns ins Auto. Für sie war es selbstverständlich, dass wir nicht im Motel, sondern bei ihr übernachten – obwohl wir uns gar nicht persönlich kannten“, erzählt Edith Weißenbach. Auch ein Besuch bei der damals 78 Jahre alten Schwester der Oma steht auf dem Programm. „Sie hat sich riesig gefreut und uns im preußischen Dialekt begrüßt – mit dem Deutsch, mit dem sie vor der Auswanderung aufgewachsen war.“
New York, der Start- und Zielpunkt der Reise, nehmen die Weißenbachs damals als einen „Schmelztiegel von ganz vielen Menschen verschiedenster Herkunft“ wahr. Etwas, das sie von zu Hause nicht kennen. „Es gab so viele Eindrücke. Um alles zu verarbeiten, habe ich ein Tagebuch geschrieben“, erzählt Edith Weißenbach. In das Buch schaut sie heute noch gerne rein.
Sommerwettbewerb „Mein liebstes Urlaubsmitbringsel“
Mit der Volksbank Oberberg haben wir Sie bei unserem Sommerwettbewerb 2026 nach Ihrem liebsten Urlaubsmitbringsel gefragt. Unsere Redaktion hat 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ausgewählt, deren Geschichten wir nun in der Zeitung erzählen.
Nach den Sommerferien bestimmt eine Jury, welche der Teilnehmerinnen und Teilnehmer es auf die drei vorderen Plätze schaffen und welche auf die Ränge vier bis 20. Im Herbst werden die Finalisten schließlich in den Räumlichkeiten der Volksbank Wiehl geehrt.
