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So klappt EhrenamtGute Laune ist die Erfolgsmasche

Der Handarbeitsbasar des Strick- und Klönkreises Frielingsdorf zeigt, wie Ehrenamt mit viel Spaß und guter Laune funktionieren kann

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Adelheid Busch, Katharina Hagen und Irmtrud Feldhoff (v. l.) haben Ausrüstung für den Winter.

Das Wetter lässt an diesem Samstagnachmittag noch zu wünschen übrig, der Besucherandrang ebenso. Aber die Stimmung ist prächtig an den Ständen auf dem Eibacher Hof. Und das ist offenbar das Erfolgsgeheimnis des Strick- und Klönkreises Frielingsdorf, der am Wochenende vor historischer Kulisse seinen Handarbeitsbasar veranstaltete.

Ein kleiner Textilkonzern für den guten Zweck

Die überschaubare Damenrunde ist ein kleiner Textilkonzern. Mehr als 4000 Euro erwirtschaftet der Strickkreis im Jahr und verteilt den Erlös unter sozialen Einrichtungen wie dem Kindergarten und der Jugendfeuerwehr, der Speisekammer und dem katholischen Sozialdienst. Ein Kern von sieben Frauen trifft sich einmal im Monat zum Klönen bei Katharina Hagen in Eibach und rüstet sich mit neuer Wolle aus. Verkauft wird die Ware nicht nur auf dem Herbstbasar, sondern auch bei den Oster- und Weihnachtsmärkten im Gimborner Schlosshotel und nach Anmeldung auch bei den Hagens in Eibach. Zu auf den Tischen ausgebreitetem Angebot gehören bunte Socken und Handschuhe, Pullover und Schals, alles in stundenlanger ehrenamtlicher, weil unbezahlbarer Handarbeit gefertigt.

Stricken als Sucht und Meditation

Die Strickerinnen, die ihre Ware leidenschaftlich anpreisen („Das Lanolin in der Wolle macht die Socken antibakteriell"), erwecken derweil keineswegs den Eindruck, als würden sie sich für die gute Sache aufopfern.

Adelheid Busch ist schon an ihrem ersten Schultag in einem selbstgestrickten Pullover erschienen und hat seitdem an kaum einem Tag die Nadeln ruhen lassen. „Ein Tag ohne Stricken ist ein komischer Tag, es ist fast eine Sucht", sagt die Seniorin. Irmtud Feldhoff wirft ein: „Für mich ist es eine Meditation. Die gleichmäßigen Bewegungen versetzen mich in einen Entspannungsmodus. Ich vergesse die Zeit und muss mir einen Wecker stellen."

Katharina Hagen: Ehrenamt hält jung

Katharina Hagen nickt: „Es ist eine sinnvolle Beschäftigung, zu der uns ja keiner zwingt." Die vitale 90-Jährige ist der lebende Beweis dafür, dass ehrenamtliches Engagement jung hält. „Man soll ja nicht rasten." Die jahrzehntelange Vorsitzende der Katholischen Frauengemeinschaft Frielingsdorf hat vor 23 Jahren nicht nur den Strickkreis initiiert, sondern so viele weitere soziale Projekte, dass sie mit zahlreichen Auszeichnungen dekoriert wurde.

Die malerische Burgruine Eibach.

Ein Zuhause im fast 600 Jahre alten Torhaus

Ehemann Werner zeigt Besuchern stolz die Urkunden an der Wand des Esszimmers: vom Bergischen Heimatorden der Kirchengemeinde St. Apollinaris und dem Bessemsbenger Orden der KG Rot-Weiß bis hin zum Verdienstkreuz „Pro Ecclesia et Pontifice", das ihr Papst Benedikt verlieh, und schließlich dem Bundesverdienstkreuz. Die Eheleute Hagen bewohnen das fast 600 Jahre alte Torhaus der Eibacher Burg. 1957 haben Katharina Hagens Eltern den angrenzenden Bauernhof übernommen, später führte sie ihn selbst mit Ehemann Werner, bis sie ihn an Tochter und Schwiegersohn übergab. Die Enkeltochter verkauft beim Basar Walnüsse. Wenn die Burgruine mal wieder zuzuwuchern droht und freigeschnitten werden muss, ist es aber immer noch Katharina Hagen, die bei der Kreisverwaltung anruft. Seit fast 70 Jahren ist sie hier zu Hause und ein Teil der Burggeschichte geworden.

Neues Holzhäuschen und Handschuhe als Renner

Die Wasserburg Eibach wurde im 14. Jahrhundert errichtet. Es gibt aber auch einen Neubau auf dem Gelände, der noch nicht mal ganz fertig ist. Die Wipperfürther Voss-Stiftung hat einen wesentlichen Beitrag dafür geleistet, dass der Strickkreis seine Waren bald in einem neuen Holzhäuschen präsentieren kann. Dort kann die Kundschaft dann ihre Bestellungen abholen. Mundpropaganda sei die beste Werbung, sagt Katharina Hagen. Auf Wunsch stricken die Frielingsdorferinnen auch Herrensocken in Größe 48. Renner der Saison sind Handschuhe ohne Fingerkuppen. „Damit können die jungen Frauen dann ihr Handy bedienen", sagt Adelheid Busch und lacht.

Vom Kinderheim in Bethlehem zum Eibacher Basar

In den ersten Jahren fertigten die Damen ihre Handarbeiten als Sachspende für ein Kinderheim in Bethlehem. Seit acht Jahren gibt es den Eibacher Basar, seitdem werden die Stricksachen erst zu Geld gemacht, bevor sie einem guten Zweck dienen. So wie die Waffeln nach Eibacher Rezept und andere Erfrischungen, die an diesem Wochenende angeboten werden.

Petrus sorgt für besseres Wetter

St. Apollinaris, der Namenspatron der Frielingsdorfer Kirche, soll von Petrus selbst als Bischof von Ravenna eingesetzt worden sein. Und Petrus ist ja im Volksglauben fürs Wetter zuständig. Am Sonntag blieb der Basar jedenfalls von Regenschauern verschont, der Besucherandrang war entsprechend groß. Und die Stimmung der Strickdamen noch besser.