Sebastian Heimes (42) ist seit Herbst letzten Jahres Bürgermeister der Gemeinde Marienheide. Im Interview spricht er über verschiedene Vorhaben, die im Jahr 2026 erledigt werden sollen.
Ausblick 2026Marienheides Bürgermeister freut sich auf das, was noch kommt

Sebastian Heimes ist seit Herbst 2025 Bürgermeister von Marienheide.
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„Da ist jetzt ein ganz anderer Flow drin“
Herr Heimes, welchen Themen stehen in Marienheide als erste an?
Sebastian Heimes: Da ist zunächst die neue Treppenanlage vor dem Rathaus. Den Bauantrag dafür haben wir Ende 2025 gestellt und hoffen, dass die Maßnahme jetzt zügig umgesetzt wird. Wir werden das Projekt engmaschig begleiten, schon aufgrund der hohen Kosten. Warum eine solche Treppe 900.000 Euro kosten soll, erschließt sich mir nicht. Aber vielleicht geht da ja noch was. Das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (Isek) mit Umbau von Dr.-Oscar-Kayser-Platz und Heier Platz geht weiter. Zuvor müssen wir allerdings die Tiefgarage darunter sanieren. Diese Sanierung müssen wir komplett aus eigenen Mitteln bezahlen, weil sie nicht Teil des Isek ist. Bislang weiß keiner, was uns in der Tiefgarage genau erwartet – schlimmstenfalls muss die Gemeinde dafür über vier Millionen Euro selbst bezahlen.
Beim Isek drängt die Zeit?
Die Fördermittel für das Isek müssen bis Ende 2027 abgerufen werden. Es gibt Gespräche mit der Bezirksregierung, wir werden um eine Verlängerung der Frist bitten. Zum einen ist uns Corona dazwischen gekommen, und dann gab es ein Bürgerbegehren, was das Ganze extrem in die Länge gezogen hat . Darüber hinaus macht sich auch bei uns in der Verwaltung der Fachkräftemangel bemerkbar.
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Welche Bedeutung hat der Umbau des Ortskerns aus Ihrer Sicht?
Ich freue mich auf das, was kommt. Das Isek geschieht ja nicht aus Jux und Dollerei, sondern weil wir den Ort damit aufwerten und es schön haben wollen für die nächsten 50 bis 80 Jahre. Der Kreisverkehr ist doch toll geworden. Die Klosterstraße ist gefühlt schon eine halbe Ewigkeit gesperrt.
Wann geht es da weiter?
Ja, es gab Verzögerungen, aber die Baustelle wird jetzt fertiggestellt, dann folgen noch in diesem Jahr die Klostergasse und die Rampe für die Fahrradfahrer. Wir haben außerdem die Planung für einen Radweg in Richtung Rodt und sprechen mit Gummersbach über einen Radweg nach Kotthausen. Was das Radwegekonzept angeht, profitieren wir sehr von der ehrenamtlichen Arbeit unseres Klimabeirats, der ist auf Zack.
Stichwort Ärzteversorgung – auch in Marienheide ein Problem?
Ja. Aktuell haben wir in Marienheide noch drei Hausärzte, mit einem Durchschnittsalter von 58 Jahren. Wenn wir nichts tun, bekommen wir in fünf Jahren ein Riesenproblem. Deshalb will ich alle Ärzte zu einem Gespräch einladen. Im Haushalt haben wir für die nächsten vier Jahre jeweils 25.000 Euro für Maßnahmen veranschlagt. Junge Ärzte aufs Land zu bekommen, das bleibt eine schwierige Herausforderung.
Wie ist die aktuelle Haushaltssituation?
Unser Haushalt für 2026 ist genehmigt, und wir sind nicht mehr im Haushaltssicherungskonzept. Dass das Land NRW knapp 9 Millionen Euro Altschulden übernommen hat, hat uns dabei geholfen. Allerdings mussten wir die Grundsteuer B erhöhen, auf 900 Prozent. Es war nicht mein Traum, so als Bürgermeister zu startet. Aber das war die erste Grundsteuererhöhung seit über zehn Jahren.
Was steht 2026 noch an größeren Aufgaben an?
Auch wenn unsere Feuerwehr hervorragend aufgestellt ist, investieren wir dort weiter. Die Hauptwache in Marienheide bekommt drei neue Garagen, für voraussichtlich 2,5 Millionen Euro. Im Juni bekommen wir außerdem eine eigene, brandneue Drehleiter. Bislang hatten wir nur einen Teleskopmasten, der auch oft zum Einsatz kam. Aber mit einer Drehleiter ist die Wehr flexibler. Die neue Drehleiter kostet uns 940.000 Euro, dafür verkaufen wir den Teleskopmasten. Den Erlös können wir dann gegenrechnen.
Als Bürgermeister sind Sie neu im Amt, aber das geht ganz vielen Ihrer Kollegen in Oberberg auch so. Wie läuft der Austausch untereinander?
Bis auf Ulrich Stücker, Matthias Thul Larissa Weber und Anne Loth sind alle Bürgermeister in Oberberg neu im Amt. Am 4. Dezember fand in Marienheide die erste Bürgermeisterkonferenz statt, zu der alle 13 Bürgermeister und ihre Stellvertreter kamen. Die CDU-Bürgermeister kannte ich schon vorher persönlich, einige andere wie Anne Loth und Larissa Weber noch nicht. Wir sind alle voller Elan, da ist jetzt ein ganz anderer Flow drin. Zumal einige Kollegen ja nicht aus der Verwaltung kommen, sondern so wie ich Quereinsteiger sind.

