Yvonne Kraus aus Eicks wurde als „Buchcoach des Jahres“ ausgezeichnet und unterstützt andere Autoren bei ihren eigenen Projekten.
„Buchcoach des Jahres“Mechernicher Autorin bietet versierte Hilfe bei Buchprojekten an

Bücher gehören für sie einfach zum Leben dazu: Yvonne Kraus wurde als „Buchcoach des Jahres“ ausgezeichnet und hat nun auch ihhren ersten eigenen Roman verfasst.
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Eine Pilgerwanderung auf dem Jakobsweg machen, einmal nach New York reisen oder mit dem Heißluftballon über der Eifel schweben – es gibt viele Wünsche aus der Kategorie „Was man einmal im Leben gemacht haben sollte“. Yvonne Kraus aus Eicks kann die Liste noch um einen weiteren Punkt ergänzen: „Ganz viele Menschen träumen davon, ein eigenes Buch zu schreiben.“
Davon abgesehen, dass sich Kraus diesen Wunsch bereits selbst (mehrfach) erfüllt hat – als professioneller Buchcoach hilft sie auch anderen dabei, dieses Ziel zu erreichen. „Viele denken, dass man auch selbst einen Krimi schreiben kann, wenn man schon ganz viele Krimis gelesen hat“, sagt Kraus: „Doch das Schreiben eines Buches muss man lernen. Und am Anfang ist es gut, wenn man sich dabei an bewährte Regeln hält.“
Mechernicherin vermittelt Autoren das nötige Handwerkszeug
Talent reicht also nicht aus, um eine gute Autorin oder Autor zu werden? „Talent macht es auf jeden Fall leichter. Aber es geht noch besser, wenn man sein Handwerk auch gelernt hat“, so das Credo der 50-Jährigen. Und dabei hilft sie seit ein paar Jahren auch den Teilnehmern ihres Online-Schreibclubs.
Knapp 100 Autorinnen und Autoren bauen auf die Unterstützung der in Mechernich aufgewachsenen Expertin, die sich aktuell über die Auszeichnung „Buchcoach des Jahres“ freuen kann: Die Nutzer der Self-Publishing-Plattform „Books on Demand“ (BoD) hatten mehrheitlich für Yvonne Kraus abgestimmt.
Den Erfolg ihres Schreibclubs macht nach ihrer Meinung aber auch das Feedback der Teilnehmer untereinander aus. Über die Website der Mechernicherin organisieren die Mitglieder des Schreibclubs eigene Schreibgruppen oder Workshops und tauschen Infos und Erfahrungen untereinander aus. „Ich kann nicht alles lesen, was die Teilnehmer schreiben, gebe aber ebenfalls eine Rückmeldung zu ausgewählten Texten oder einzelnen Passagen“, erklärt Kraus ihren Ansatz.
Nach dem Schreiben geht die Arbeit am Buch noch weiter
„Bei den Texten sind fast alle Genres dabei – vom Sachbuch über den Krimi bis hin zu den aktuell besonders angesagten New-Adult-Büchern“, so Kraus. „Und ja: Es sind deutlich mehr Frauen als Männer unter den Teilnehmern.“ Und wenn der Text fertig geschrieben ist, geht die Arbeit noch weiter: „Im Schreibclub erhalten die Teilnehmer natürlich auch wertvolle Tipps fürs Veröffentlichen und Vermarkten des eigenen Buchs.“
Für Yvonne Kraus stand bereits während der Schulzeit im Mechernicher Gymnasium Am Turmhof fest, dass sie später einmal Bücher schreiben wollte. „Trotzdem habe ich zuerst etwas ganz anderes gemacht und nach dem Abi BWL studiert“, erzählt sie. Später belegte sie Schreibkurse und startete einen Internet-Blog. Ihr erstes eigenes Buch war dann auch ein Ratgeber übers Bloggen. Viele weitere Ratgeber folgten.
Während der Corona-Zeit machte sie sich schließlich mit einem Online-Nachhilfe-Institut selbstständig, schrieb nebenbei aber an ihren eigenen Texten weiter. „Irgendwann war dann klar, dass ich mich ganz aufs Schreiben konzentrieren will und meine Erfahrungen, die ich auf diesem Gebiet gesammelt habe, auch an andere Autoren weitergeben möchte.“
Der erste eigene Roman wurde rechtzeitig zum runden Geburtstag fertig
Als Autorin hat Yvonne Kraus inzwischen mehr als 20 Bücher veröffentlicht, darunter auch einen Band mit Science-Fiction-Kurzgeschichte, die sie zusammen mit ihrem Ehemann geschrieben hat. „Ein Buch gab es dann aber doch noch, das ich unbedingt vor meinem 50. Geburtstag abschließen wollte“, bekennt die Literatur-Expertin aus Eicks: „Den ersten eigenen Roman.“ Das 344 Seiten starke Taschenbuch ist ganz aktuell am vergangenen Freitag erschienen, in dieser Woche stellt Yvonne Kraus den Roman bei einer Lesung im Rahmen der Leipziger Buchmesse vor. Herausgekommen ist eine dystopische Paargeschichte mit dem Titel „Eigentlich sind wir tot“.
Wie wäre die Welt ohne uns? – Dieser Frage gehen in Kraus' Buch die beiden Protagonisten Paula und Julius ganz konkret nach: „Nachdem sich das Paar während des Studiums kennengelernt hat und mehr aus Gewohnheit zusammengeblieben ist, entschließen sie sich, den nächsten Schritt zu gehen und zu heiraten“, erzählt die Autorin. Doch auf dem Weg in die Flitterwochen haben die beiden einen tödlichen Unfall. „Doch wirklich tot sind sie nicht“, so Kraus weiter: Drei Jahre später erwachen Paula und Julius in einer Welt, in der es sie nie gegeben hat und die sich zu ihrer Überraschung stark verändert hat.
Das Buch Yvonne Kraus: „Eigentlich sind wir tot“, 344 Seiten, 18,90 Euro, ISBN: 978-3949854248.

