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Stadt wechselt VeranstalterKölner Museumsnacht  kehrt nach einem Jahr Pause am 7. November zurück

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Besucher der Kölner Museumsnacht 2024 warten vor dem Museum Ludwig (Archivbild)

Besucher der Kölner Museumsnacht 2024 warten vor dem Museum Ludwig (Archivbild)

Die nächste Kölner Museumsnacht findet in diesem Jahr am 7. November statt. Die Stadt Köln setzt künftig auf einen neuen Veranstalter.

Neustart für die Museumsnacht in Köln: Nach einem Jahr Pause wird die beliebte Veranstaltung in diesem Jahr am Samstag, 7. November, zurückkehren. An dem Wochenende findet auch die 59. Art Cologne statt, die älteste Kunstmesse für moderne und zeitgenössische Kunst der Welt. 2025 war die Museumsnacht wegen Finanzierungsproblemen ausgefallen. Nun soll ein neuer Veranstalter das Event organisieren und weiterentwickeln. Die Stadt hat die Kölner Eventagentur „zwo zwo eins Konzept GmbH“ mit der Durchführung der Museumsnacht in den Jahren 2026 und 2027 beauftragt.

Die Agentur ist nach eigenen Angaben auf „Projekte im Sport- und Lifestyle-Bereich“ fokussiert und zeichnet bislang etwa für die Organisation des Freizeitfußballturniers Come-together-Cup, des Weinfestes im Rheinauhafen und des Weltkindertages verantwortlich. Mit der Entscheidung der Stadt für „zwo zwo eins“ verliert der bisherige Veranstalter, der Stadtrevue-Verlag, nach 25 Jahren ein traditionsreiches Event, das er selbst entwickelt und über viele Jahre geprägt hat.

Laut Kulturdezernent Stefan Charles werden in der Nacht vom 7. auf den 8. November alle städtischen Museen ihre Türen öffnen - „bis auf das dann wegen Generalinstandsetzung geschlossene Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud“. Das künstlerische Rahmenprogramm werde von Künstlern der freien Szene gestaltet. Die Museumsnacht sei „ein starkes gemeinsames Format unserer Museen und ein wichtiger Anker im Kulturkalender dieser Stadt“, betonte Charles. Er freue sich, „dass wir den Weg ihrer Neuausrichtung gemeinsam mit der Kölner Agentur zwo zwo eins Konzept GmbH und weiteren Partnern gehen mit dem Ziel, die inhaltliche Qualität zu sichern und zugleich neue Impulse zu ermöglichen, um auch neue Besuchergruppen anzusprechen und die Museumsnacht als gemeinschaftliches Erlebnis erfolgreich zu positionieren“.

Event-Agentur veranstaltet die Kölner Museumsnacht 2026 und 2027

Der Geschäftsführer der Agentur, Sebastian Lange, kündigte im Gespräch mit dieser Redaktion an, dass neben den städtischen Museen auch das Schokoladenmuseum und das Deutsche Sport & Olympia Museum im Rheinauhafen erneut teilnehmen werden. Die Museumsnacht sei „ein tolles Format, von dem ich voll überzeugt bin“ und „unfassbar spannend“, sagte Lange. Ziel sei, „neue Besucher zu gewinnen und auch Menschen anzuziehen, die normalerweise nicht so oft ins Museum gehen“. Die Veranstaltung solle sich künftig stärker auf die Innenstadt fokussieren und einen Festivalcharakter erhalten, man wolle die einzelnen Häuser stärker vernetzen. Für jede Location werde „ein hochwertiges, vielfältiges und inspirierendes Rahmenprogramm entwickelt, das die Museen in besonderem Maße erlebbar macht“ und den Besuchern ein intensives Erlebnis biete - unterstützt durch eine besondere Beleuchtung der Gebäude.

In der Vergangenheit waren neben den großen Museen viele weitere Orte der freien Kulturszene an der Langen Nacht beteiligt. Galerien, Ateliers, Ausstellungsräume und Kirchen präsentierten ein vielfältiges Kulturprogramm mit Konzerten, DJ-Sets, Lesungen, Führungen, Workshops, After-Show-Partys und vielem mehr. Beim 25-jährigen Jubiläum im November 2024 waren 52 Kunst- und Kulturorte dabei – so viele wie nie zuvor. Inwieweit noch weitere Standorte abseits der Innenstadt in die Museumsnacht eingebunden werden sollen, stehe noch nicht fest, so Lange. „Das komplette Konzept werden wir Ende Mai oder Anfang Juni vorstellen.“

Stadtrevue ist enttäuscht über Absage der Stadt Köln

Die Entscheidung der Stadt, den Veranstalter zu wechseln, sorgte für viel Frust beim Stadtrevue-Verlag. „Wir sind sehr enttäuscht. Das sind sehr schlechte Nachrichten für uns. Wir hätten gerne weitergemacht“, erklärte Felix Klopotek, Vorstandsmitglied der Stadtrevue-Verlagsgenossenschaft, auf Anfrage dieser Redaktion. Die Stadtrevue habe die Museumsnacht im Jahr 2000 entwickelt und 25 Jahre lang erfolgreich in Zusammenarbeit mit der Stadt geplant und veranstaltet. Die gesamte Infra­struktur der Museums­nacht sei durch die Stadtrevue auf­gebaut und ständig weiter­ent­wickelt worden, darunter Planung, Organi­sation, Werbung, Sponso­ring, Kura­tieren des Pro­gramms, Verhand­lungen mit den Gastro­partnern, und Organi­sation des Ticketings. Dass diese von der Stadtrevue erarbeitete Infra­struktur jetzt auf­gegeben werden müsse, „erleben wir als einen sehr bedauer­lichen und tiefen Einschnitt im kulturellen Leben der Stadt“, teilte der Verlagsvorstand mit. 

Ein Konzert bei der Museumsnacht 2024 im Wallraf-Richartz-Museum (Archivbild).

Ein Konzert bei der Museumsnacht 2024 im Wallraf-Richartz-Museum (Archivbild).

In den Corona-Jahren 2020 und 2021 war die Museumsnacht wegen Pandemieauflagen ausgefallen, ehe sie 2022 Comeback feierte. 2023 kamen rund 19.000 Besucher, 2024 waren es rund 17.000. Die Finanzierung für 2025 geriet ins Wanken. Denn die Museumsnacht wurde immer aus den Überschüssen des Vorjahres vorfinanziert, und 2024 konnten keine erwirtschaftet werden. Erschwerend kamen Kostensteigerungen hinzu, in der Folge fiel die Veranstaltung 2025 ins Wasser.

Laut Klopotek hatte die Stadtrevue der Stadt Köln im Januar 2026 ein Angebot zur Durchführung der Museums­nacht 2026 „unter den vertrag­lich verein­barten Bedingungen von 2024“ vorgelegt. Demnach hätte sich die Stadt an den Bewachungs­kosten der städtischen Museen beteiligen und den Museums­dienst für Führungen bereitstellen sollen. Eine Antwortfrist bis zum 17. März habe die Stadt verstreichen lassen und sich dann nicht mehr gemeldet. Gleichzeitig habe man Gerüchte gehört, das Kulturdezernat habe sich längst anderweitig entschieden, so Klopotek. „Erst am 4. Mai erreichte uns die offizielle Mit­teilung der Stadt, dass die Planung und Durch­führung der Museums­nacht an einen anderen Veranstalter vergeben worden ist.“

Stadt Köln nennt Haushaltskrise als Grund für Veranstalterwechsel

Zur Frage, warum das Kulturdezernat die Zusammenarbeit mit dem langjährigen Partner Stadtrevue beendet und einen neuen Veranstalter beauftragt hat, erklärte eine Stadtsprecherin auf Anfrage: „Die angespannte Haushaltslage der Stadt Köln hat eine grundlegende Neubewertung des städtischen Engagements im Rahmen der Museumsnacht erforderlich gemacht. Ziel war es, das Format auch unter veränderten finanziellen Rahmenbedingungen langfristig zu sichern. Vor diesem Hintergrund wurde die Zusammenarbeit neu strukturiert.“ Die zwischenzeitliche Insolvenz des Stadtrevue-Verlags, der sich zum 1. Januar 2026 als Genossenschaft wirtschaftlich neu aufgestellt hat, sei  dabei „nicht ausschlaggebend für die Entscheidung“ gewesen.

Eine größere Rolle dürfte für die Stadt hingegen der Umstand gespielt haben, dass der neue Veranstalter einen Großteil der Kosten übernimmt, etwa für die Bewachung. Laut der Sprecherin finanziert die Stadt bei der Museumsnacht 2026 „insbesondere Maßnahmen der städtischen Informationskampagne, wie Druck und Aushang. Weitere Kosten – etwa für Organisation, Sicherheit sowie das künstlerische Rahmenprogramm – werden von der Veranstalterin getragen.“

Der offizielle Kartenverkauf für die Museumsnacht am 7. November 2026 startet im Juni. Die Karten sollen rund 20 Euro kosten, ermäßigt rund 10 Euro. Schon jetzt sind online Early-Bird-Tickets zum Vorzugspreis von 15 Euro (regulär) und 7,50 Euro (ermäßigt) zuzüglich Gebühren erhältlich.

www.koelner-museumsnacht.de