Abo

The Voice of GermanyCan Dean Aygen aus Marienheide steht bei den Blind Auditions

3 min
Can Dean Aygen steht auf der Bühne.

Can Dean Aygen aus Marienheide tritt bei „The Voice of Germany“ an.

Can Dean aus Marienheide wurde über Social Media für „The Voice of Germany“ entdeckt.

Er beschäftigte sich gerade   mit der Frage, ob das mit der Musik überhaupt noch so zu ihm passt, da erreichte Can Dean Aygen eine Mail. Diese hielt er zunächst für Spam, denn in der Mail stand, dass er zu den Blind Auditions der 16. Staffel von „The Voice of Germany“ eingeladen sei. Der Rapper aus Marienheide checkte also zunächst das Impressum und stellte fest: Das sieht seriös aus.

Er nahm telefonisch Kontakt auf und dann ging alles superschnell. Innerhalb von zwei Wochen mussten die Vorbereitungen abgeschlossen sein, denn dann standen schon die Drehtage in Berlin an. Familie, Freunde und Freundin begleiteten ihn und werden im in Berlin abgedrehten Familienclip zu sehen sein. Das Besondere an Can Deans Kandidatur: Er hat sich nicht beworben, sondern wurde von einem Scouting-Team kontaktiert. „Mir wurde gesagt, dass sie über Tik Tok auf mich aufmerksam wurden. Dabei bin ich da kaum aktiv“, berichtet der Sänger.

Ein Weckruf für die Musik

Und auch wenn er sich nicht aktiv um eine Teilnahme an der Show beworben hat, ist die Freude jetzt groß. „Das Angebot kam zum perfekten Zeitpunkt – wie ein Weckruf, dass ich meine Musik doch nicht aufgeben soll“, berichtet der 30-Jährige. Und sagt, dass die Drehtage hochspannend waren, aber auch kaum Muße zum Innehalten ließen. Kurz vor seinem Auftritt, so verrät er, war er unglaublich aufgeregt. „Ich habe ja durchaus Bühnenerfahrung, auch als Tänzer, aber das war noch mal etwas ganz anderes.“ Verraten darf er lediglich, dass es gut lief, jedoch nicht, ob einer oder gar mehrere der Sessel sich drehten.

An viele Details erinnert er sich tatsächlich nicht mehr aus den Minuten, in denen er mit „enorm positiver Aufregung“ einen Coversong vor Jury und Publikum rappte. Dass Michi Beck und Smudo von den Fanta 4 sowie Rapperin Shirin David in der Jury sitzen, ist jedenfalls Grund größter Freude. „Von diesen Größen aus dem Rap ein konstruktives Feedback zu bekommen, ist einfach großartig.“

Musik begleitet ihn seit der Kindheit

Die Teilnahme an der Show, das sieht er nüchtern, sei zwar ein Karriere-Booster, doch wer anschließend hauptberuflich im Musikbusiness bestehen will, müsse „auf eigene Verantwortung weiter Gas geben!“ Im Prinzip wäre hauptberuflich Musik zu machen auch Can Deans Traum, doch aktuell arbeitet er als ausgebildeter Mediengestalter im Bereich Grafik-Design und kümmert sich zudem als Assistent um einen Menschen mit Handicap.

Die Musik begleitete ihn sein Leben lang. Aufgewachsen in Gummersbach-Steinberg, startete er mit sechs Jahren mit Klavierunterricht in der Gummersbacher Musikschule. Währenddessen entdeckte er außerdem Hip-Hop für sich, tanzte selbst in der Tanzschule Kasel und gab mit 16 Jahren auch schon Tanzstunden im Bereich Hip-Hop in Wipperfürth, in Gummersbach und Wiehl-Bielstein. In Köln   trainierte er in unterschiedlichen Formationen, hatte Auftritte und trat in Wettbewerben an.

Mit etwa 14 Jahren sei er außerdem zum Rap gekommen, habe das Singen für sich entdeckt. „Ein Bekannter hatte ein Mikro, und ich habe schnell gemerkt, wie viel Spaß Rappen macht. Texte entstanden zu Beats, die ich online fand, mit 16 gab es auf YouTube ein erstes Lied von mir.“

2021, während der Coronazeit, holte sich der Marienheider eine App, die etablierte Rapper mit Newcomern in Kontakt bringt. Dort stellte er sich vor und bekam positive Rückmeldungen von Rapper Shindy und dem Schweizer Produzenten OZ. „Anschließend habe ich mich intensiv ausprobiert, 2023 den Song ,Bounce’ veröffentlicht, doch dann ebbte die Euphorie nach und nach etwas ab.“ Seit The Voice um die Ecke gekommen ist, habe diese wieder deutlich zugenommen, wie der Musiker lachend versichert.