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PilzsaisonIn den Morsbacher Wäldern lauert der Tod

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Ein Mann spricht im Wald vor einer Gruppe und einem Bastkorb stehend.

Achim Falkenroth ist geprüfter Pilzsachverständiger. Die Kursteilnehmer lauschten gespannt.

Die Teilnehmer einer Pilz-Lehrwanderung des Nabu lernten, wie man Speisepilze von Giftgewächsen unterscheidet.

Die Pilzsaison hat begonnen. Und damit steht man im Wald wieder vor der Frage: Lecker oder giftig? Der Vorsitzende des Morsbacher Naturschutzbundes Christoph Buchen hat kürzlich 20 Teilnehmende bei einer zweistündige Pilz-Lehrwanderung rund um den Steimel-Kopf bei Alzen begrüßt: Er freue sich, dass der Nabu den geprüften Pilzsachverständigen der Deutschen Gesellschaft für Mykologie und zertifizierten Pilz-Coach Achim Falkenroth dafür gewinnen konnte. Der derzeit vielbeschäftigte Gummersbacher ist einer von zwei Pilzexperten im Oberbergischen. Oft wird er in Notfällen von der Giftnotrufzentrale in Bonn kontaktiert. Zur Vorbeugung bietet er Bestimmungskurse bei der Volkshochschule an und bildet Pilz-Coachs aus.

Zu Beginn der Exkursion erläuterte Falkenroth die Vielfalt der Pilze. „Alleine in Europa gibt es zwischen 10.000 und 15.000 verschiedene Arten“, erzählte er. Die Teilnehmendem wollten natürlich vor allem lernen, giftige Gewächse und Speisepilze voneinander zu unterscheiden. Daher durften sie auch in den Wald ausschwärmen und je einen Pilz pro Art mit zurück zum Treffpunkt bringen. Dort bestimmte der Experte die Fundstücke und wies die Teilnehmenden darauf hin, auf welche Merkmale sie achten müssen.

Bei uns ist der Verzehr von gesammelten Wildpilzen unbedenklich, da die Werte des radioaktiven Cäsium-137 weit unter dem Grenzwert liegen
Achim Falkenroth, Pilzexperte aus Gummersbach

Unter den gefundenen Pilzen waren Täublinge, Trichterlinge und Milchlinge. Aber auch bekanntere Arten, wie Parasol, Perlpilz, Bovist und Fliegenpilz standen im Wald oder am Wegrand. Natürlich warnte Falkenroth vor dem Grünen Knollenblätterpilz, dem giftigsten heimischen Pilz. Er zeigte den Teilnehmern ein Hexenei, einen kleinen weißen Knubbel auf dem Waldboden, aus dem sich Tage später ein Tintenfischpilz mit langen feuerroten Armen entfalten würde.

„Nicht nur auf Wiesen und dem Waldboden findet man Pilze, auch an Baumstümpfen und Bäumen siedeln sich welche an, wie der Zunderschwamm, mit dem der Steinzeitmensch Ötzi bereits vor 5.300 Jahren Feuer entfachte“, wusste der Experte zu berichten.

Auf die Frage eines Teilnehmers nach der Radioaktivität gab der Experte Entwarnung. „Bei uns ist der Verzehr von gesammelten Wildpilzen unbedenklich, da die Werte des radioaktiven Cäsium-137 weit unter dem gesetzlichen Grenzwert liegen“, versicherte Falkenroth.

Bei die Lehrwanderung konnte Falkenroth rund 50 Pilzarten bestimmen. Da sie sich durch Sporen aus den Röhren, Lamellen und Leisten vermehren, wurden die gesammelten Pilze in den Wald zurückgebracht, damit sich dort mit dem Wind weiter ausbreiten können.

Wegen des großen Interesses wird der Nabu Morsbach im Herbst wieder eine Pilz-Lehrwanderung mit Achim Falkenroth anbieten.


Giftnotruf

Die Experten der Giftnotrufzentrale NRW bieten unter der   (0 22 8) 19 240 rund um die Uhr Hilfe für Laien und medizinisches Fachpersonal bei akuten oder chronischen Vergiftungen durch Pilze, Medikamente, Pflanzen, Drogen, Tiere, Haushaltsmittel oder Chemikalien. Bei lebensbedrohlichen Symptomen wie Bewusstlosigkeit und Krampfanfällen sollte der Notarzt unter 112 gerufen werden.