Rund zwei Jahre werden die Arbeiten zur Gestaltung des Kurparks 2.0 insgesamt dauern.
Bagger rollenUmgestaltung des Nümbrechter Kurparks hat begonnen

Bürgermeister Thomas Hellbusch und Fachgebietsleiterin Klaudia Altwicker mit dem Plan des künftigen Nümbrechter Kurparks.
Copyright: Siegbert Dierke
Viel und lange ist über die Umgestaltung des Kurparks in Nümbrecht gesprochen und beraten worden. Sie war Thema in der Politik, es gab Bürgerbegehungen und Workshops mit Planungsexperten, Schülerinnen und Schüler wurden befragt, dann wurde viel hinter den Kulissen gearbeitet. Aber jetzt rollen die Bagger. Die Umgestaltung zum Kurpark 2.0 hat im Mai begonnen.
Zu sehen ist das zum jetzigen Zeitpunkt vor allem im Bereich der Veranstaltungsfläche – also dort, wo das beliebte Lichterfest zu Hause war – und ab 2028 auch wieder sein wird, sagen Nümbrechts Bürgermeister Thomas Hellbusch und Klaudia Altwicker, die im Rathaus das Fachgebiet Planung und Entwicklung leitet. Künftig sollen die Vorbereitungen für das Fest mit weniger Aufwand verbunden sein, denn im Zuge der Arbeiten wurden unterirdisch verschiedene Leitungen verlegt.
Wir haben oft gehört: Eigentlich ist der Park so, wie er ist, sehr schön.
In erster Linie geht es aber nicht um die große Wiese, sondern um den ganzen Kurpark, der nach mehr als 50 Jahren in mancher Hinsicht nicht mehr zeitgemäß ist und dessen Aufenthaltsqualität besser werden soll, sagt Thomas Hellbusch. Ein Großteil der Neuerungen wird auf den ersten Blick womöglich gar nicht auffallen – und das ist gewollt. „Wir haben oft gehört: Eigentlich ist der Park so, wie er ist, sehr schön“, sagt Klaudia Altwicker.
Deshalb wird sich auch das bekannte Wegesystem kaum verändern. Die Arbeit fällt eher beim Sanieren der schon vorhandenen Wege an. Die können zwar aus topografischen Gründen nicht völlig barrierefrei gemacht werden – was mit Blick auf die benachbarte Dr. Becker Rhein-Sieg-Klinik natürlich wünschenswert wäre. Mit vertretbarem Aufwand machbar sei aber „bergisch-barrierefrei“, wie Hellbusch es nennt. Ziel ist, dass mehr Menschen mit besonderen Nutzungsansprüchen – etwa Senioren, Rollatornutzer, Rollstuhlfahrer oder Familien mit Kinderwagen – die Wege im Park nutzen können.
Um weitere Rillenbildungen und Ausspülungen insbesondere nach starken Regenfällen zu verhindern, wird der Hauptweg, die Kurpromenade, gepflastert. Nebenwege bekommen eine Asphaltschicht, der sogenannte Entdeckerweg, bekommt eine Decke aus Schotter und Holzhackschnitzel.
Das Geld dafür kommt zum größten Teil aus der Städtebauförderung, aus der auch neue Fahrrad-E-Ladesäulen, neue Bänke, Sitzstufen, Beleuchtung, Beschilderung und ein Trinkbrunnen bezahlt werden. 70 Prozent der förderfähigen Kosten können gefördert werden. 30 Prozent – konkret sind das 1,78 Millionen Euro, berappt die Gemeinde.
Noch ergiebiger ist das zweite Förderprogramm: „Efre – Grüne Infrastruktur“ heißt es. Aus diesem europäischen Topf ließe sich von der ökologischen Aufwertung des Kurparks über Verbesserungen in der Klimawandelanpassung oder der Starkregenvorsorge allerhand Sinnvolles über die städtebaulichen Aspekte hinaus finanzieren. 90 Prozent der förderfähigen Kosten würden übernommen, das wären noch mal 8,5 Millionen Euro. Einziger Haken: Die Bewilligung ist noch immer nicht da.
Zum nächsten Lichterfest gibt’s ein dickes Ding.
Aus diesem Topf würde die Gemeinde u.a. gerne die ökologische Umgestaltung der Teiche mit gleichzeitiger Regenrückhaltemöglichkeit und den Einbau dreier Großzisternen begleichen – das aufgefangene Wasser soll der Kurparkbewässerung und der Brunnenspeisung dienen. Efre-Gelder könnten auch bei der Anlage zweier Spielplätze und von Aktivplätzen mit Bewegungsgeräten helfen.
Rund zwei Jahre sollen die Arbeiten dauern, während denen aber ein Teil des Kurparks stets zugänglich bleibt. Zwei Lichterfeste müssen dafür ausfallen. Aber Bürgermeister Hellbusch verspricht: „Aber zum nächsten Lichterfest gibt’s ein dickes Ding.“ Was genau, will er noch nicht verraten.
