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Ex-Ministerin HöhnGespräche über die Energiewende in Nümbrecht

Bärbel Höhn, frühere NRW-Umweltministerin, sprach in Nümbrecht über die Energiewende und diskutierte mit zahlreichen Gästen über Lösungen.

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Bärbel Höhn (r ) mit Gastgebern

Unter dem Titel „Wir kämpfen für unsere Enkel und Kinder, für unsere Zukunft, für uns“ hatte die Regionalgruppe Oberberg von Omas for Future zu einem Vortrag mit Bärbel Höhn ins Nümbrechter Parkhotel eingeladen. Viele Interessierte waren gekommen, um der ehemaligen Ministerin für Umwelt und Landwirtschaft in Nordrhein-Westfalen und Bundestagsabgeordneten für die Partei Bündnis 90/Die Grünen zuzuhören und mit ihr ins Gespräch zu kommen.

Lösungen statt Resignation

Es wurde ein konstruktiver Austausch mit fachkundigen Zuhörenden, der eher auf Lösungen setzte als auf Resignation. Dazu passend hatte die die 74-Jährige Zwischenapplaus bekommen, als sie betonte: „Für Pessimismus ist es längst zu spät. Wir müssen jetzt was tun.“ Das erneuerbare-Energien-Gesetz von 2000 sei ein Geschenk gewesen, auf das auch heute noch viel stärker Bezug genommen werden müsse. Es gelte, sich für Photovoltaik und Windkraft auszusprechen, um möglichst zügig von den fossilen Energieträgern Abstand zu nehmen. Wenn Widerstand käme: „Dann müssen wir nach kreativen Wegen suchen, neu denken, aber nicht von unserem Ziel abrücken.“ In der Klimakonferenz sei klar festgelegt worden, dass jedes Land zur Überwindung der Klimakrise beisteuern müsse. „Unser ehrgeiziges Ziel ist es, bis 2045 klimaneutral zu werden. Das müssen wir jetzt angehen. Aber so, dass auch Menschen mit weniger Einkommen dabei nicht vergessen werden.“ Eine Energiewende muss immer auch sozialverträglich gestaltet werden, hob Bärbel Höhn hervor.

Wirtschaftlich attraktiv und im Kleinen anfangen

Erneuerbare Energien seien durchaus wirtschaftlich attraktiv, vor allem, wenn Verkehr und Wärme endlich in diese Richtung umgestellt würden. „Es gilt E-Mobilität auszubauen und die Menschen für die Umrüstung auf Wärmepumpen, statt Gasheizungen zu gewinnen“, betonte Bärbel Höhn. Auch müsse jeder Einzelne ausloten, was er im Kleinen tun könne. Sei es einen naturnahen Garten anzulegen, den Fleischkonsum zu verringern, regional einzukaufen oder sich in seinem Umfeld ehrenamtlich im Bereich Umweltschutz zu engagieren. „Um etwas zu verändern, sollten sich alle Generationen zusammentun. Immerhin geht es um die Zukunft der nachfolgenden Generationen.“

Schwerpunkt Umwelt

Geprägt wurde Bärbel Höhns langjährige politische Arbeit durch die Schwerpunkte Umwelt- und Klimaschutz sowie Verbraucherschutz. Anfang der 1990er Jahre schlug die Landesarbeitsgemeinschaft Frauen der Grünen vor, mit einer reinen Frauenliste bei der Landtagswahl anzutreten, sprach sich dafür aus, dass Bärbel Höhn auf Platz eins kandidieren sollte. Damals lernte Marianne Schwan von den oberbergischen Omas for Future als Mitglied der Landesarbeitsgemeinschaft Bärbel Höhn kennen. Die Politikerin wurde zur Spitzenkandidatin für die Landtagswahl 1990 und zur Sprecherin der Grünen Landtagsfraktion. Von 1995 bis 2005 war Höhn Ministerin für Umwelt und Landwirtschaft in Nordrhein-Westfalen und bis 2017 Bundestagsmitglied.

Engagement für Bürgerenergie in Afrika

2009 gründete sie den Verein „Faire Welt“, um grüne Bürgerenergie in Afrika zu fördern. Dabei legt sie besonderen Wert darauf, unter dem Motto „Licht gehört in die kleinste Hütte“ Frauen in Uganda zu unterstützen und zu stärken. Auch davon erzählte sie und berichtete, der Verein kooperiere mit Partnern vor Ort wie der Caritas. (kpo)