Der frühere Waldbröler SPD-Vorsitzende Jürgen Hennlein hat sich u.a. an die SPD-Landtagsfraktion gewandt.
Kleine AnfrageÄrger um L339 in Nümbrecht ist Thema im Landtag

Der von einem stationären Blitzer überwachte Abschnitt der L339 in Nümbrecht-Niederbröl in Fahrtrichtung Waldbröl-Bröl.
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Die Situation auf der L339 in Nümbrecht und Waldbröl beschäftigt nun auch den Landtag und den Landesrechnungshof. Jürgen Hennlein, der fast 30 Jahre für die SPD im Waldbröler Stadtrat saß und 24 Jahre lang Vorsitzender des SPD-Ortsvereins war, hat sich mit entsprechenden Schreiben an mehrere Stellen in Düsseldorf gewandt. Er skizziert, dass seines Erachtens schon seit Bau der L339 nachlässig gearbeitet wurde.
Der Landesrechnungshof, den er wegen möglicher „Verschwendung öffentlichen Eigentums durch Unterlassung“ in Kenntnis gesetzt hat, antwortete ihm bereits, man werde der Sache nachgehen. Der SPD-Landtagsabgeordnete Gordan Dudas aus Lüdenscheid stellte auf Grundlage von Hennleins Schilderung eine Kleine Anfrage an die Landesregierung und erwartet in Kürze eine Antwort.
Es wurden immer kleine Stücke asphaltiert, teilweise auf den Dreck der ersten Schicht, an den Randsteinen keine Verbindung geschaffen.
Dudas will u.a. wissen, welche konkreten Erkenntnisse die Landesregierung über den baulichen Zustand der L 339 hat, warum es bisher keine grundlegende Sanierung des besagten Abschnitts gab und was über die Ausgestaltung der aktuellen Geschwindigkeitsbegrenzungen bekannt ist. Darüber hinaus fragt Dudas, inwieweit präventive lnstandhaltungsmaßnahmen wie das Versiegeln von Rissen vor Wintereinbruch in NRW systematisch durchgeführt werde und welche Planungen für die L 339 existieren.
Jürgen Hennlein hat in seinem Brief, der der Redaktion vorliegt, sehr ausführlich beschrieben, was er alles bemängelt: „Schon beim Neubau der Ortsdurchfahrt vor Jahrzehnten habe ich als Stadtverordneter vergeblich versucht, Verantwortliche für die Bauaufsicht zu mobilisieren, weder bei der Stadt Waldbröl noch beim Landesbetrieb Straßen fand ich Gehör. Es wurden immer kleine Stücke asphaltiert, teilweise auf den Dreck der ersten Schicht, an den Randsteinen keine Verbindung geschaffen. Erst die letzte Deckschicht kaschierte dann den schlechten Unterbau. Wie nicht anders zu erwarten, waren schon nach wenigen Monaten erste Reparaturen an den Rändern der Fahrbahn nötig, die aber auch wieder schlecht ausgeführt wurden. Die Randsteine waren von miserabler Qualität und mussten bis heute fast alle ausgewechselt oder repariert oder asphaltiert werden.“
In anderen Bundesländern würden im Herbst alle Risse und Löcher in der Fahrbahndecke mit Asphaltspachtel verschlossen werden. „Bei uns in NRW lassen wir lieber die lnfrastruktur Straßen vor die Hunde gehen?“ Und weiter: „Ich versichere lhnen, dass auch im Landtag NRW die physikalischen Gesetze nicht verhandelbar sind. Daher fordere ich Sie auf, alles in Gang zu setzten, dass in Zukunft alle Straßendecken im Herbst auch in NRW versiegelt werden!“ Außerdem erscheinen ihm die vielen wechselnden Tempolimits „willkürlich und schwer nachvollziehbar“, schreibt er.
