Beim ersten Artenschutztag in Eckenhagen erfahren Besucher mehr über bedrohte Tiere und können selbst den Artenschutz unterstützen.
Artenschutz in EckenhagenAffen- und Vogelpark macht bedrohte Tiere zum Thema

Biologin Lea Masuch füttert die Zwergotter und informiert die Besucher über diese bedrohte Tierart.
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Erstmals veranstaltete der Affen- und Vogelpark Eckenhagen am Samstag und Sonntag einen Artenschutztag zur Unterstützung bedrohter Tiere. Zu Gast waren unter anderem der Landtagsabgeordnete Marc Zimmermann, der stellvertretende Landrat Harald Langusch, der amtierende Bürgermeister Jan Gutowski und sein Vorgänger Rüdiger Gennies sowie Katja Wonneberger Kühr, Leiterin der Kur- und Touristinfo Reichshof.
Bei der Begrüßung mit Werner Schmidt, der den Park vor 45 Jahren gegründet hatte, erklärte dessen Sohn Ludger, Parkleiter und Tierarzt, die Idee gehe auf den Landeszooverband zurück, dem zahlreiche Zoos, Tier- und Wildparks in Nordrhein-Westfalen angehören. Jeder Park biete an den Artenschutzwochenenden seinen Gästen ein individuelles Angebot. „Es ist unsere Verpflichtung als Tierpark, auch wildlebende Arten zu schützen“, betonte er.

Beim Tausendfüßler-Lauf (v.l.): Harald Langusch, Rüdiger Gennies, Jan Gu-towski, Zimmermann, Katja Wonneberger-Kühr und Ludger Schmidt.
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Bei einer Führung beschrieb Ludger Schmidt den enormen Aufwand für Tierpflege und Instandhaltung, den der Park mit etwa 120 – davon 30 festangestellten – Mitarbeitern leisten müsse. Anders als städtische Zoos erhalte er keine kommunale Unterstützung. Jan Gutowski versicherte, die Gemeinde werde den Park in einer schwierigen Situation nicht „hängen lassen“. Er lobte dessen Entwicklung mit immer neuen Attraktionen: „Ich kenne den Park seit meiner Kindheit – hier wird es nie langweilig.“
Ziel des Artenschutzmonats September sei es, über das vielfältige Engagement der Tierparks zu informieren – von Erhaltungszuchtprogrammen über nationale und internationale Schutzprojekte bis zur Wissensvermittlung über bedrohte Arten und ihre Lebensräume. Weltweit seien viele Arten durch Lebensraumverlust, Klimawandel, Umweltverschmutzung und illegalen Wildtierhandel bedroht. Es gelte: „Nur was Menschen kennen und schätzen, sind sie auch bereit zu schützen.“
Von Zwergottern und Berberaffen
Zu den Angeboten zählte die kommentierte Fütterung bedrohter Arten wie Steinkauz, Uhu, Zwergotter, Storch sowie Berber- und Totenkopfaffen. Biologin Lea Masuch erklärte, dass Zwergotter, auch Asiatische Kurzkrallenotter genannt, ursprünglich in südostasiatischen Mangrovenwäldern und Sümpfen leben. Gern tummelten sie sich in Reisfeldern, was Bauern freue, weil die Tiere Schädlinge vertilgen, die Pflanzen aber nicht anrühren. Dennoch sei die Art stark gefährdet, da durch klimabedingte Austrocknung Lebensraum verloren gehe. Ähnlich bedroht der Rückgang von Feuchtwiesen hierzulande die Weißstörche. Amüsant erläuterte sie, warum diese mit dem Schnabel klappern: „Sie haben zurückgebildete Stimmbänder und können daher nicht rufen.“
Auch für Berberaffen sei der Verlust von Lebensraum ein Problem, so Ludger Schmidt. Weil in Marokko durch den Klimawandel die Wälder zurückgehen, wichen die Tiere in Regionen aus, die auch Menschen nutzen. Hinzu komme der Handel mit den bedrohten Tieren, die gern auch als Haustiere verkauft werden. Für ein Schutzprojekt in Marokko konnten Gäste am Parkeingang einen Artenschutz-Taler entrichten. Schmidt freute sich, dass von deutlich mehr als 1000 Besuchern am Samstag rund zwei Drittel spendeten.
Für Kinder gab es Mitmachaktionen wie Artenschutz-Bingo, Tausendfüßler-Lauf, Storchenrennen und Artenschutzmemory. Besonderer Beliebtheit erfreute sich der Nistkastenbau aus vorgefertigten Bausätzen. Ilona und Dietmar Geier aus Dortmund bauten gleich zwei Kästen – sie einen für Meisen, er einen für Wendehälse. Dietmar Geier erklärte, sie hätten eine Wiese hinter dem Haus: „Wir sind Naturleute und lieben Vögel wie Insekten.“
Für das leibliche Wohl sorgten Waffeln am Stiel und Gegrilltes, eine Straußwirtschaft lud zum gemütlichen Weinfest ein. Wolfgang Müller vom Bienenhof Wiehl präsentierte sein Angebot, über Feuertonnen konnten Marshmallows gegrillt werden. Den Abschluss bildete eine Fackelwanderung. Das Programm wird am kommenden Wochenende wiederholt – Samstag und Sonntag jeweils von 9 bis 19 Uhr.
