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Interview

Golf
Julian Eck kämpft um die Qualifikation für die deutsche Meisterschaft

4 min
Julian Eck läuft lächelnd über das Grün.

Auf den Golfplatz  des Golfclub Oberberg zieht es Julian Eck seit Kindertagen. Jetzt in den Sommerferien nutzt der Schüler jede freie Minute, um Golf zu spielen.

Der 15-jährige Schüler aus Eckenhagen ist der beste Golfer seiner Alterklasse in Nordrhein-Westfalen.

Julian Eck ist der beste Golfer seiner Altersklasse 16 in Nordrhein-Westfalen. An diesem Wochenende tritt der 15-jährige Eckenhagener im Qualifikationsturnier der Altersklasse zur deutschen Meisterschaft an. Andrea Knitter sprach mit dem Schüler über seine Liebe zum Golf und seine Erfolge.

Auch im Oberbergischen ist die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die Golf spielen, überschaubar. Wie bist Du zu dem Sport gekommen?

Über meinen Vater, der Golf gespielt und im Fernsehen geschaut hat. Im Urlaub in Spanien hat er mir einen Plastikschläger gekauft, mit dem ich stundenlang am Strand gespielt habe. Zuhause habe ich dann im Garten mit dem Schläger von meinem Vater gespielt und leider einige Blumen getroffen. Da hatte   mein Vater genug und ist mit mir zum Golfclub Oberberg gegangen.

Wie alt warst Du da?

Ich war drei Jahre alt und auf der Driving Range der Kleinste. Mit sechs Jahren hatte ich meine Platzreife. Ich habe einfach immer weitergespielt. Mit zehn Jahren wurde ich zur Kadersichtung   eingeladen und bin in den Förderkader der AK 12 gekommen.

Bist Du dabei immer im Golfclub Oberberg geblieben? Immerhin hast Du dort mit einer 66er-Runde vor kurzem den Platzrekord geknackt.

Ich bin noch Mitglied   im Club und trainiere auch hier. Aber als ich in den Förderkader kam, bin ich nach Köln-Marienburg gewechselt, weil dort der Stützpunkt war.

Was hat sich damit verändert?

Am Stützpunkt habe ich mehr an der Technik gearbeitet und mehr Turniere gespielt. Nachdem Marienburg den Stützpunkt aufgelöst hat, spiele ich seit einem Jahr im Golfclub Hösel bei Düsseldorf. Der Club arbeitet mit den Kadertrainern zusammen. Dort fühle ich mich sehr wohl und war auch schon im Kader der Bundesliga-Mannschaft. Leider ohne Einsatz und jetzt ist das Bundesliga-Team abgestiegen, so dass ich neben der Regionalliga-Jugendmannschaft in der Zweiten Liga spielen werde.

Der große Aufwand hat sich gelohnt, wie der Erfolg zeigt.

In der Altersklasse 14 bin ich 2025 NRW-Meister geworden und in diesem Jahr habe ich den Titel bei der U16 gewonnen. Ich gehöre dem Landeskader an und bekomme viel mehr Unterstützung. Das bedeutet zum Beispiel auch, dass ich die nötigen Unterlagen bekomme, um für ein Turnier von der Schule frei zu bekommen.

Der kleine Junge beim Abschlag.

Schon mit drei Jahren sammelte Julian Eck erste Erfahrungen auf dem Golfplatz.

Welche Schule besuchst Du?

Das Wüllenweber-Gymnasium Bergneustadt, wo ich nach den Sommerferien in die Klasse zehn komme.

Haben sich Deine Mitschüler nicht gewundert, dass Du Golf spielst?

Am Anfang haben sie sich auch darüber lustig gemacht, mittlerweile verfolgen sie meine Erfolge. Als ich für die Sportlerwahl 2025 dieser Zeitung nominiert wurde, hat mir mein Mathelehrer mitten in der Matheklausur gesagt, dass ich in der Zeitung stehe und er mich wählen wird.

Was fasziniert Dich an der Sportart Golf?

Dass sie einzigartig ist, das fand ich von Beginn an. Es ist toll, wenn ich sehe, was ich erreichen kann. In meinem ersten Jahr im Landeskader habe ich meine Entwicklung gesehen und gehörte schnell zu den besten. Es ist einfach ein tolles Gefühl, wenn ich hier alleine in Hassel auf dem Platz bin   und nachdenken kann.

Wie sieht Dein Alltag aus, wie viele Stunden trainierst Du?

Ich gehe morgens zur Schule, komme nach Hause , mache meine Hausaufgaben und fahre anschließend auf den Golfplatz, wo ich drei bis vier Stunden meistens Neun Loch trainiere. Dazu kommen im Sommer am Wochenende die Turniere. Im Winter trainiere ich auch Indoor.

Du trainierst doch sicher nicht alleine nach Deinen eigenen Vorstellungen, oder?

Nein, ich bekomme von Landestrainerin Alexandra Schleining einen Trainingsplan mit Aufgaben. Einmal in der Woche fahre ich zudem zu ihr zum Kadertraining nach Köln. Mit der Landestrainerin stelle ich auch Anfang des Jahres den Turnierplan zusammen und bespreche ihn mit der Schule.

Was sind Deine Zukunftspläne?

Mein nächstes Ziel ist es, nach der Sommersaison in den Nationalkader U18 zu kommen. Ich möchte zudem Punkte für die Weltrangliste sammeln und mein Handicap runterpushen.   Für die Weltranglistenpunkte muss ich an Drei-Tage-Turnieren teilnehmen.

Und wenn Du noch ein bisschen weiter blickst.

Dann möchte ich die Schule beenden, mein Abitur machen und   nach Amerika gehen, um über Golf mit einem Sportstipendium an einem College zu studieren.

Du bist jetzt schon groß, ist das ein Vorteil beim Golf?

Ja, und ich soll 1,92 Meter werden. Das bedeutet aber auch, dass ich alle zwei Jahre acht neue Schläger brauche, die größer und härter sind.

An diesem Wochenende spielst Du über drei Tage die Qualifikation für die deutschen Meisterschaften. Wie schätzt Du Deine Chancen ein?

Ich denke, dass ich bei der Qualifikation   und bei der Meisterschaft Anfang September in Bremen in die Top Five komme. Das ist auf jeden Fall mein Ziel. Ich hatte mich in den vergangenen beiden Jahren ja auch für die deutsche Meisterschaft qualifiziert und in der deutschen Rangliste meiner Altersklasse stehe ich auf Platz sieben.