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Lia-InitiativeIm Einsatz für ältere Menschen in Reichshof

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Das Foto zeigt die Gründerin des Lia-Projektes „Dorfwohnen.digital“, Anne Thomann.

Die Initiative will ungewöhnliche Wege gehen, um das Dorfleben zu stärken: Anne Thomann hat das Lia-Projekt „Dorfwohnen.digital“ gegründet.

Das Projekt möchte vernetzen und u.a. Seniorinnen und Senioren ein erfülltes Leben auf dem Land ermöglichen.

Es sind viele Facetten, die den Reichshofer Verein Lia-Initiative prägen. Den ehrenamtlich Tätigen der Initiative geht es darum, ein Netzwerk aufzubauen, um ein erfülltes Leben im Dorf, auf dem Land, auch im Alter zu ermöglichen. Es geht um gegenseitige Unterstützung, Partizipation, Vernetzung und darum, miteinander ins Gespräch zu kommen. Das Lia Netzwerk Pflege hilft außerdem die Versorgungs- und Unterstützungsmöglichkeiten innerhalb der Pflege zu erkennen und, auf den persönlichen Bedarf abgestimmt, zu nutzen.

200 Menschen haben sich schon angemeldet

In den Räumen des Lia Zentrums in der Reichshofer Ortschaft Wildbergerhütte finden außerdem Renten- oder Schuldnerberatungen statt, dazu gibt es Treffen von Selbsthilfegruppen und es fungiert als Kontaktstelle. Was in Wildbergerhütte besprochen wird, unterliegt selbstverständlich der Schweigepflicht. Die Selbsthilfegruppen der Pflegenden Angehörigen und der an Parkinson Erkrankten haben sich schon etabliert, im Sommer startet eine Gruppe für Betroffene von Multipler Sklerose.

Die Initiative unter dem Vorsitz von Stephanie Bray-Hess lebt von den Ideen der Menschen, versteht sich als hybrides Angebot, denn auch digital ist viel los. Mehr als 200 Menschen haben sich mittlerweile aus dem gesamten Oberbergischen angemeldet, um die Online-Angebote zu nutzen, an der „Digitalen Wohngemeinschaft mit weit auseinander liegenden Zimmern“ mitzubauen.

Lia bedeutet ,Leben im Alter' und steht und fällt mit unser aller bürgerschaftlichem Engagement.
Anne Thomann

Anne Thomann ist Gründerin des Lia-Projekts „Dorfwohnen.digital“, das mit dem analogen DorfWohnen, das sich rund um das Lia-Zentrum konzentriert, das Gesamtkonzept Lia in Reichshof bildet. Sie blickt zurück: „Das Label Lia gibt es seit mehr als 40 Jahren. Es entstand, als die Diskussion um den Demografischen Wandel aufkam. Lia bedeutet ,Leben im Alter' und steht und fällt mit unser aller bürgerschaftlichem Engagement.“ Der Name Lia impliziert es: Der Fokus liegt zunächst darauf, älteren Menschen die Möglichkeit zu bieten, nicht in Einsamkeit zu leben und bei Bedarf Unterstützung zu erhalten. Doch willkommen sind letztlich alle, die Lust haben, das Dorfleben gemeinschaftlich zu stärken, Angebote in Gesundheitswesen, Einzelhandel oder durch die Vereine sichtbar zu machen.

Der „Markt der Begegnung“ wurde im vorigen Jahr vom „Palliativtag“ abgelöst. Dieser Palliativtag wird 2026 im Mai erneut stattfinden, sich aber dank ganz unterschiedlicher Austeller und Akteure nicht nur mit dem Lebensende beschäftigen, sondern auch damit, das Leben bewusst zu gestalten, kündigt Anne Thomann an. Auch für den Herbst gibt es schon Pläne. So berichtet Thomann, dass im Oktober ein Seminar stattfinden wird, das „Mit Philosophie gegen die Krise“ betitelt ist.

Verknüpft wird darin das Werk der Philosophin Hannah Arendt mit der Situation in den Pflege- und Gesundheitsberufen. „Wir möchten ungewöhnliche Wege gehen, um wirksame Lösungen zu finden. Mit Hilfe von Philosophie, aber auch mit der Stärkung der Widerstandskraft“, erläutert Anne Thomann. Sie ist überzeugt, dass eine funktionierende Demokratie nur unter einer Prämisse Chancen hat: „Ich muss selber etwas tun. Und wir müssen uns alle um ein Miteinander in Achtung bemühen.“