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Von Engelskirchen nach DüsseldorfMit Thai-Streetfood auf der Königsallee

4 min
Id Sinthorn präsentiert das frisch zubereitete Essen.

Id Sinthorn Street Food in Düsseldorf;17266

Id Sinthorn aus Engelskirchen kocht auf großen Streetfood-Festivals. Auf der Düsseldorfer Kö erreicht sie Tausende Besucher.

Rund 100.000 Besucherinnen und Besucher, zahlreiche Essensstände – und mittendrin Id Sinthorn aus Engelskirchen. Beim großen Gourmetfestival auf der Düsseldorfer Königsallee hat die 45-Jährige kürzlich mit ihrem Team thailändisches Streetfood angeboten. Dabei ist das Geschäft mit den Festivals für sie noch vergleichsweise neu. Erst seit rund zwei Jahren ist Id Sinthorn regelmäßig auf Veranstaltungen außerhalb des Oberbergischen Kreises unterwegs.

In Oberberg ist die Familie schon länger in der Gastronomie verwurzelt. Sinthorns Schwester Oui betreibt das Restaurant an der Aggertalsperre und kümmert sich mit dem Foodtruck um Veranstaltungen in der Region. Id Sinthorn konzentriert sich dagegen auf Festivals ab Köln und Düsseldorf. Bewusst haben die Schwestern ihre Bereiche aufgeteilt. „Wir wollen uns schon ein bisschen abgrenzen. Jeder soll ja Geld verdienen und nicht gegenseitig konkurrieren“, sagt sie. Wirtschaftlich laufen die Bereiche getrennt, trotzdem bleibt es für Sinthorn ein Familienunternehmen.

Eine Person schält eine Mango.

Auch Mango Sticky Rice gehört zu den thailändischen Spezialitäten, die Id Sinthorn auf den Festivals anbietet.

Hauptberuflich betreibt sie ein Spa in der Gummersbacher Becke, die Streetfood-Festivals sind ihr zweites Standbein. Ursprünglich ist Sinthorn gelernte Groß- und Außenhandelskauffrau. Die Gastronomie begleitet sie allerdings schon seit ihrer Kindheit. Ihre Familie führte Restaurants, Id Sinthorn war von klein auf dabei. Auch die ersten Erfahrungen mit dem Verkauf auf Veranstaltungen reichen weiter zurück: Bereits vor rund 20 Jahren nahm die Familie an einem thailändischen Festival in Bad Homburg teil.

An ihrem Stand setzt Sinthorn auf typisch thailändisches Essen. Neben Fleisch- und Hähnchenspießen oder Nudelsuppe gibt es auch Speisen, die nicht unbedingt auf jeder Restaurantkarte stehen, etwa gegrillten Tintenfisch oder Mango Sticky Rice. Ihr persönlicher Favorit ist Papayasalat. Wichtig ist ihr vor allem, dass die Besucher verschiedene Gerichte ausprobieren können und das Essen bezahlbar bleibt. Vorspeisen beginnen bei fünf Euro, Gerichte gibt es ab zehn Euro.

Ein Stück Thailand auf dem Festival

Gekocht wird direkt am Stand. „Wir machen auf dem Markt dieses Live-Cooking, die Leute sehen, wie wir das zubereiten. Das ist wie eine Kochshow“, erzählt Sinthorn. Genau darin sieht sie einen Unterschied zum Restaurant. Die Besucher können unmittelbar verfolgen, wie ihr Essen entsteht. Sie erinnert das an die Nightmarkets und Streetfood-Meilen in Thailand. Immer wieder kämen Kunden an den Stand, die selbst schon dort waren und das Essen wiedererkennen. „Dann erzählen die, und man kommt ins Gespräch. Das ist auch etwas, was mir sehr Freude bereitet.“ Dass sie selbst aus Bangkok stammt und seit 1997 in Deutschland lebt, verbindet für sie beide Welten. Und selbst auf den großen Veranstaltungen außerhalb der Region begegnet ihr Oberberg immer wieder. „Irgendwo hast du immer jemanden aus Gummersbach oder aus dem Oberbergischen“, sagt sie. Manche Besucher kennen sie bereits von früheren Festivals.

Ein Thailändisches Gericht.

Bei solchen Festivals bereitet die Engelskirchenerin die Spezialitäten direkt vor den Augen der Besucher zu.

Was für die Besucher nach einem entspannten Festivalwochenende aussieht, bedeutet für Sinthorn und ihr Team viel Arbeit. Bei kleineren Veranstaltungen ist sie mit ihrem Mann und ihrem Kind zu dritt unterwegs, beim großen Festival in Düsseldorf bestand das Team aus acht Personen. Zwölf Stunden Arbeit am Tag seien dort das Minimum. Kochen und Verkaufen gehören ebenso dazu wie Lagerkontrolle, Spülen und Müllentsorgung.

Beim Düsseldorfer Festival beginnt die Arbeit zudem lange vor dem ersten Gast. Schon am Donnerstag wird der Stand aufgebaut, bevor die Veranstaltung am Freitag startet. An einem Festivaltag steht Sinthorn gegen 5 Uhr auf und ist teilweise erst nach 23 Uhr wieder zu Hause. Nach dem letzten Veranstaltungstag folgt noch der Abbau.

Auch die Zutaten bedeuten zusätzlichen Aufwand. Für die großen Festivals fährt sie nach Frankfurt, um Lebensmittel abzuholen, die aus Thailand kommen. Die frischen Waren für den Stand werden möglichst kurzfristig besorgt und vor Ort zubereitet.

Ob sich der Aufwand am Ende auszahlt, hängt allerdings nicht allein vom Essen ab. Gerade bei Veranstaltungen unter freiem Himmel spielt das Wetter eine entscheidende Rolle. Während das Festival auf der Düsseldorfer Königsallee bei gutem Wetter und rund 100.000 Besuchern für Sinthorn erfolgreich verlief, kann ein verregnetes Wochenende ganz anders aussehen. Das hat sie erst kürzlich erlebt. Bei einem anderen Markt regnete es nahezu durchgehend, die Besucher blieben aus. Standgebühr und weitere Kosten waren trotzdem bezahlt. „Es ist nicht immer so rosig wie dann halt in Düsseldorf, wenn das Wetter gut ist“, sagt Sinthorn. Für sie gehört dieses Risiko zum Geschäft dazu. „Nur für das Geld sollte man so etwas nicht machen.“

Was sie trotzdem immer wieder auf die Festivals zieht, ist vor allem der Kontakt zu den Menschen. Ihr gefällt der Gegensatz zu ihrer Arbeit im Spa. Dort gehe es deutlich ruhiger zu, während es auf den Märkten laut und lebendig sei. „Ich glaube, das brauche ich auch. Die Abwechslung“, sagt sie. Nach zwei Jahren hat sie inzwischen erste Stammkunden und längst Gefallen an ihrem zweiten Standbein gefunden. „Das hätte ich früher auch nicht gedacht, dass mir das so Spaß macht.“