Abo

„DDR“Seit fünf Jahrzehnten in Waldbröls Norden ein Ort lebendiger Gemeinschaft

3 min
Nur für Mutige: Das Kistenklettern zwischen zwei Getreidesilos gehörte in Waldbröl-Dickhausen zum Festprogramm beim Jubiläum des gemeinsamen Dorfvereins mit Drinhausen und Rölefeld.

Nur für Mutige: Das Kistenklettern zwischen zwei Getreidesilos gehörte in Waldbröl-Dickhausen zum Festprogramm beim Jubiläum des gemeinsamen Dorfvereins mit Drinhausen und Rölefeld.

Die Dorfgemeinschaften von Dickhausen, Drinhausen und Rölefeld feierten das Jubiläum ihres gemeinsamen Dorfvereins an der Alten Schule.

Wenn im Norden der Marktstadt Waldbröl von DDR die Rede ist, dann ist nicht etwa der ehemalige sozialistische Staat gemeint, sondern es geht um die Dorfgemeinschaft Dickhausen – Drinhausen – Rölefeld, kurz: „DDR“. Und die hat jetzt ihr 50-jähriges Bestehen gefeiert unter den Linden am Dorfgemeinschaftshaus.

Als solches wurde die Alte Schule in Dickhausen mit ihren beiden Klassenzimmern 1977 von der Stadt Waldbröl gepachtet und für die Aktivitäten der drei Dörfer eingerichtet. Mehr als 300 Menschen leben heute in diesen Ortschaften.

Bereits vor einem Jahr habe die Arbeit für das Jubiläumswochenende mit vielen Höhepunkten, berichteten Meik Klingelhöfer, Vorsitzende der Dorfgemeinschaft, und Vorstandsmitglied Marc Bujack. So seien bereits am ersten Abend mehrere hundert Gäste zu den Konzerten gekommen. Ein Team von 50 Helferinnen und Helfern sorgte für die Vorbereitung und den Ablauf.

Ein Sponsorenlauf zwischen Waldbröl-Dickhausen und Reichshof-Eiershagen brachte Geld in die Festkasse

Finanziert wurde das Fest unter anderem durch einen Sponsorenlauf zwischen Eiershagen und Dickhausen. Zum Start am Samstagabend, der ganz im Zeichen der Musik stand, sorgten DJ Dominic und anschließend die (hessische) Band Hey Kölle für den passenden Auftakt. Der Sonntag begann mit einem ökumenischen Gottesdienst an der frischen Luft, gestaltet von den Pfarrern Dirk Dombrowski und Jochen Nikodemus.

Zum Festakt sprach zunächst Bürgermeisterin Larissa Weber. Sie stellte heraus, welch ein starkes Zeichen es sei, dass sich vor 50 Jahren diese drei Dörfer zusammengetan haben und dass daraus eine lebendige Gemeinschaft entstanden ist. „Heimat entsteht dort, wo Menschen füreinander da sind“, betonte Weber.

Zum Festakt in Waldbröl-Dickhausen gab es auch „Dicke Luft“

Klingelhöfer dankte zudem jenen Menschen, die in besonderer Weise zum Gelingen des Festes beigetragen hatten. Das waren etwa der Festausschuss, herausragende Läufer beim Sponsorenlauf, Helferinnen und Helfer an verschiedenen Stellen und großzügige Spender. Zu Ehrenmitgliedern wurden für ihre langjährige Arbeit im Vorstand Eckhard Bujack, Ulla Zauskewicz, Wilfried Bitzer, Hartmut Lübke und Uwe Hasenbach ernannt.

Danach war Musik angesagt: die Kölner Weltmusik-Band „Dicke Luft“ spielte auf. Die vielköpfige Gruppe unter der Leitung von Dietmar Bonnen besteht überwiegend aus Holz- und Blechbläsern und spielt eigene Arrangements im jazzigen Stil mit oft außergewöhnlichen Instrumenten, etwa dem Sousafon.

Für die Kinder gab es eine Spiele-Rallye: Profi-Kletterer hatten zwischen zwei Getreidesilos auf nahen Biohof Schoepe eine Sicherungsleine gespannt. So konnten Mutige – auf gestapelten Getränkekästen schwankend – eine Höhe von 6,50 Meter erreichen. Mischa, Tim und Philip aus Eiershagen boten dort zudem Gemüse aus den „Lebendigen Beeten“ an.

Weitere Veranstaltungen gibt es in diesem Jahr am selben Ort, als nächstes steigt an der Alten Schule im August ein Weinfest mit Winzern aus der Mosel-Region.