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Isengartener BergZähes Ringen um sieben neue Häuser für die Marktstadt Waldbröl

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Investor Bernd Roth an dem Ort in Waldbröl, an dem er sieben neue Häuser bauen möchte – der Blick reicht nach Happach und auf die Wolfsschlucht. „Isengartener Berg“ heißt das Vorhaben, das im Stadtteil Isengarten umgesetzt werden soll.

Investor Bernd Roth an dem Ort in Waldbröl, an dem er sieben neue Häuser bauen möchte – der Blick reicht nach Happach und auf die Wolfsschlucht. „Isengartener Berg“ heißt das Vorhaben, das im Stadtteil Isengarten umgesetzt werden soll.

Der Investor Bernd Roth ist zuversichtlich, dass er am Ende grünes Licht bekommt. Doch die Nachbarschaft kündigt Klagen gegen das Vorhaben an.

Im Frühling kommenden Jahres, spätestens aber im Sommer, rollen die Baumaschinen an, davon ist Bernd Roth überzeugt. „Wir legen los, keine Frage“, sagt der Investor, der zwischen dem Ritter-Simon-Weg und dem Behringweg im Waldbröler Stadtteil Isengarten sieben Wohnhäuser errichten möchte. Die Größen der Grundstücke beziffert Roth auf 937 bis 1200 Quadratmeter – Isengartener Berg, so heißt der hochgelegene Baugrund mit freiem Blick in Richtung der Waldbröler Ortschaft Happach.

Für den Waldbröler Roth ist dies ein erneuter Anlauf: Im September 2023 hat er sein Vorhaben der Stadtpolitik erstmals vorgestellt und nach grundlegender Überarbeitung im Juni vergangenen Jahres ein weiteres Mal. Gleich zu Beginn indes hat sich unter den Nachbarinnen und Nachbarn des Geländes der Widerstand formiert. Denn am Isengartener Berg sollte für das Vorhaben ein kleiner Wald beseitigt werden – bis auf zwei Buchen sind diese Bäume bereits gefallen.

Neue Häuser sollen auf 50 bis 60 Zentimeter dicken Bodenplatten stehen

„Das geschah aus Gründen der Sicherheit“, betont Roth. „Keine der Bäume hatte noch einen festen Stand.“ Jene Buchen habe er zur Anschauung stehen gelassen, erklärt er und deutet nach oben: „Eine Krone hat einer dieser beiden Bäume schon lange nicht mehr – in diesem Boden kann nämlich kein Wasser gespeichert werden.“ Der Grund des insgesamt 8555 Quadratmeter großen Baugeländes ist blanker Felsen.

Keines der geplanten Häuser erhält daher einen Keller, jedes davon soll Roth zufolge auf einer 50 bis 60 Zentimeter dicken Bodenplatte gebaut werden, durch die dann auch Kanalanschlüsse etwa und alle anderen Leitungen führen. „Dieses Gelände ist also alles andere als ökologisch wertvoll, zuletzt war es eine verwilderte Brache, ein Hundeklo und ein ungesicherter Abenteuerspielplatz“, urteilt Bernd Roth. Anfang des Jahres 2022 hat er die Flächen gekauft, „weil eine Bebauung dort grundsätzlich erlaubt ist“. Bisher gebe es übrigens 15 Interessenten.

Protestierende Waldbröler haben sich auch an den Regierungspräsidenten Gregot Lange gewendet

Anton Knippertz ist einer der Anwohner und Anwohnerinnen, die sich dagegen wehren – „am Ende auch mit einer Klage vor dem Oberverwaltungsgericht in Münster“, erklärt er auf Nachfrage der Redaktion. Die Gruppe hat ihre Einwände formuliert und während des Verfahrens zur Änderung des Flächennutzungs- und des Bebauungsplanes im Rathaus eingereicht. Auch habe man sich an den Regierungspräsidenten Gregor Lange gewendet.

Knippertz und seine vier Mitstreitenden sprechen – unter anderem – von einer unnötigen Zerstörung von Waldbröls letztem, zusammenhängendem Waldstück, von einer nichtausreichenden Beachtung des Umwelt-, des Natur-, des Arten- und des Klimaschutzes, von einer Beeinträchtigung der eigenen Wohn-und Lebensqualität aufgrund der neuen Zufahrtsstraße zu den Grundstücken und von einer Belästigung durch Lärm und Staub während der Bauzeit. Anton Knippertz: „Uns liegen mehr als 100 Unterschriften gegen eine Bebauung vor.“ Auch hat die Gruppe eine Liste erstellt mit Orten in der Nachbarschaft, an denen ebenfalls gebaut werden könnte.

Stadt Waldbröl wehrt sich gegen Vorwürfe aus der Nachbarschaft am Isengartener Berg

Der Stadtverwaltung werfen die Anwohnerinnen und Anwohner vor, sie sei „der gesetzlich vorgeschriebenen Pflicht, einen Wohnbedarf nachzuweisen, der eine Waldflächenzerstörung rechtfertigt, nicht nachgekommen“. Zudem sei „ein Abwägungsprozess, private und öffentliche Belange gegeneinander abzuwägen, nicht durchgeführt. worden“. Auch sei zu bezweifeln, dass sich die Stadt objektiv verhalte und unabhängig in ihren Entscheidungen sei, da Bernd Roth als Investor notwendige Fachgutachten zum Isengartener Berg aus eigener Tasche bezahlt habe und nicht die Stadt dafür aufgekommen sei.

Das lässt Jan Kiefer, Leiter des zuständigen Fachbereichs um Rathaus, nicht gelten: Er verweist auf die noch laufenden bürokratischen Verfahren. „Aus Sicht der Stadt sind die aufgeworfenen Punkte behandelt worden oder werden es noch im Rahmen der erforderlichen Abwägung.“ Eingegangene Stellungnahmen erneut bewertet, versichert Kiefer. Und dass ein Investor selbst für Gutachten aufkomme, sei „üblich und sinnvoll bei allen privaten Planungs- und Erschließungsvorhaben“. Denn so würden diese nicht der Allgemeinheit aufgelastet.

Noch in diesem Jahr will die Stadt ihre Prüfung beenden und das Projekt „Isengartener Berg“ dem Rat zur Entscheidung vorlegen. Bei den bisherigen Abstimmungen hat sich die Politik stets im Fachausschuss für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung und vor einem Jahr auch im Stadtrat mindestens mehrheitlich, meist einstimmig für die Umsetzung ausgesprochen.


Ökologischer Ausgleich – Das ist für Waldbröl vorgesehen

Für ein Bauprojekt wie eben das von Bernd Roth muss ein ökologischer Ausgleich geschaffen, müssen Öko-Punkte gesammelt werden. So plant der Waldbröler Investor, in der Wolfsschlucht und entlang des Happacher Baches auf einer Fläche von fast einem Hektar eine Auenlandschaft zu gestalten.

„Zudem wollen wir eine Streuobstwiese mit einer Größe auf einem Hektar anlegen und wahrscheinlich 78 Obstbäume pflanzen“, kündigt er an. Fest seien diese Zahlen indes noch nicht, da eine letzte Berechnung anstehe. Auch sei noch ein letzter Bohrpunkt für die Versickerung von Wasser festzulegen. Roth: „Zurzeit werden die Trassenführung und die kompletten Abläufe für die Erschließung geplant. Ab Herbst oder Winter dürfen wir wohl die Fläche räumen.“