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Goldene Narrenkappe für Bernd KöllnerVon der Auszeichnung völlig überrascht

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Bei der Kappenverleihung (v.l.): Dennis Spexard, Wolfgang Köckerling, Kai Vogel, Kappenträger Bernd Köllner und Jens Burbach.

Bei der Kappenverleihung (v.l.): Dennis Spexard, Wolfgang Köckerling, Kai Vogel, Kappenträger Bernd Köllner und Jens Burbach. 

Seit 33 Jahren verleiht die KG Rot-Weiß Denklingen die Goldene Narrenkappe. Diesmal ging sie an Bernd Köllner von der Narrenzunft Neye.

15 Karnevalsvereine aus ganz Oberberg waren zur 33. Verleihung der „Goldenen Narrenkappe“ auf Einladung der KG Rot-Weiß Denklingen in die Aula des Waldbröler Hollenberg-Gymnasiums gekommen. Nach dem traditionellen Gruppenfoto mit den oberbergischen Tollitäten begeisterte die Denklinger Burggarde mit einem Auftritt, bei dem die Mariechen reihenweise durch die Luft flogen.

Vereinsvorsitzender Dennis Spexard kündigte an, dass dieser Saal auch künftig der neue Verleihungsort sein werde. Er betonte: „Wir brauchen keine Trumps in dieser Welt, wir brauchen aber den Karneval.“ Und er zitierte das Motto des Prinzenpaares Robin I. und seiner Lisa „Zesamme sin mer 1“, bevor er an Wolfgang Köckerling übergab, der die Narrenkappe vor 33 Jahren ins Leben gerufen und seitdem nahezu jede Laudatio gehalten hat.

Auszeichnung für Verdienste um den Oberbergischen Karneval

Der 81-Jährige führte aus, dass mit der Goldenen Narrenkappe Personen geehrt werden, die sich in besonderer Weise um den oberbergischen Fastelovend verdient gemacht haben. Eine Besonderheit sei, dass der Preisträger bis zur Ehrung geheim bleibe und so bedürfe es einer sorgfältigen Planung, den zukünftigen Kappenträger zur Verleihung nach Nümbrecht zu locken, ohne dass er Verdacht schöpft.

Um die Spannung zu steigern, näherte sich Köckerling über die Schilderung des Geburtsjahres 1963 in Hückeswagen nur sehr vorsichtig der zu ehrenden Person und verriet, dass diese männlich sei. Seine Kindheit habe er dann in der Wipperfürther Neye-Siedlung verbracht und in späteren Jahren den Karneval in der Hansestadt Wipperfürth nicht nur begleitet, sondern maßgeblich geprägt. Es heiße, dass ohne ihn die Narrenzunft Neye nicht mehr existieren würde.

Anekdoten über den neuen Kappenträger

Diese Informationen schränkten den Kreis der Verdächtigen schon erheblich ein, aber Köckerling wurde noch konkreter: „Sein Vater Heinz schrieb das Vereinslied, sein Onkel Alfons war 1972/73 Prinz auf der Neye und im Jahr 1980 trat unser Preisträger als 17-Jähriger dem Elferrat bei.“ Er schilderte dessen Hobbys sowie den beruflichen und karnevalistischen Werdegang bis zur Übernahme des Präsidentenamtes. Nun gab es keinen Zweifel mehr an der Identität des diesjährigen Kappenträgers, doch Köckerling legte einige Anekdoten nach, etwa dass er nach einem Auftritt leicht angeheitert in der Badewanne des damaligen Präsidenten landete und dort weitere Bierchen mit seinen Elferratskameraden genoss: „Du bist ein würdiger Träger der Goldenen Narrenkappe 2026 – Herzlichen Glückwunsch, lieber Bernd Köllner.“

Er sei fassungslos, dankte der neue Kappenträger bewegt für die Auszeichnung und bekannte: „Ich habe mich immer gefragt, wie man so etwas nicht vorher merken kann. Aber mir ist es heute genauso passiert.“ Seine Frau habe sich heute Morgen unwohl gefühlt und ihn allein zur Verleihung geschickt. Am Ende war sie bei der Ehrung. Er sagte schmunzelnd: „Schon komisch, wie schnell man gesund werden kann.“ An seiner Geschichte sei einiges geflunkert: „Aber das mit der Badewanne stimmt.“

Ihm zu Ehren gab es einen Auftritt des Tanzcorps Blau-Weiß Neye und anschließend eine weitere Verleihung. Michael Röser, Vizepräsident des Regionalverbands Rhein-Berg im Bund Deutscher Karneval, zeichnete Wolfgang Köckerling im Kreise seiner Präsidiumskollegen mit dem BDK-Verdienstorden in Gold mit Brillanten aus. „Ich habe die 30 Jahre im BDK sehr gerne gemacht“, betonte der Geehrte, zu Tränen gerührt.