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Kabarett und ComedyBühnenoldtimer Schmickler und Becker haben noch mal Bock auf Waldbröl

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Gemeinsam hatten sie in Waldbröl bisher immer gut lachen (von links): Leo Wehling (Vorstandssprecher von „Waldbröl erleben“), der Kölner Kabarettist Jürgen Becker und Martin Finke (Geschäftsführer der „Wir für Waldbröl“-GmbH).

Gemeinsam hatten sie in Waldbröl bisher immer gut lachen (von links): Leo Wehling (Vorstandssprecher von „Waldbröl erleben“), der Kölner Kabarettist Jürgen Becker und Martin Finke (Geschäftsführer der „Wir für Waldbröl“-GmbH).

Leo Wehling und Martin Finke, die verantwortlichen Köpfe hinter „Waldbröl lacht“, plaudern aus dem Nähkästchen: Das geschieht vor den Gastspielen.

Wenn Leo Wehling über 2026 spricht, dann hat er eigentlich auch 2027 schon abgehakt. Anderthalb Jahre vor einer neuen Spielzeit beginnt für den Vorstandssprecher des Fördervereins „Waldbröl erleben“ bereits die Arbeit an den Auftritten danach: Und wenn Waldbröl endlich aus voller Kehle lacht, dann hat der 68-Jährige alles richtig gemacht. Denn der gelernte Einzelhandelskaufmann und Martin Finke, der Geschäftsführer von „Wir für Waldbröl“, sind die verantwortlichen Köpfe hinter der Kabarett- und Comedy-Reihe „Waldbröl lacht“, die einst im November 2021 unter dem Titel „Mein Jahr als Narrmit einer Lesung von Manuel Andrack begonnen hat.

„Ohne den immensen Einsatz unserer Ehrenamtlichen wären wir niemals so weit gekommen – eine geile Truppe“, schwärmt Wehling und denkt nicht nur an jene zwölf Helferinnen und Helfer, die an solchen Abenden in der Aula des Hollenberg-Gymnasiums unermüdlich dafür sorgen, dass vor und hinter der Bühne alles glatt läuft. Sondern eben auch an Menschen wie Steffen Thomas, ebenfalls Vorstandsmitglied und Event-Techniker von Beruf: Er stellt etwa seine Ausrüstung als Sachspende dem Förderverein zur Verfügung, damit Kabarettisten wie die Kölner Jürgen Becker und Wilfried Schmickler nicht nur bestens zu verstehen sind, sondern immer auch in gutem Licht dastehen.

Als erster war Manuel Andrack zu Gast in der Reihe „Waldbröl lacht“. Im Bürgerdorf am Alsberg las er aus seinem Buch „Mein Jahr als Narr“, für das er auch in der Marktstädter Ortschaft Schürmich (Schönenbach) recherchiert hat.

Als erster war Manuel Andrack zu Gast in der Reihe „Waldbröl lacht“. Im Bürgerdorf am Alsberg las er aus seinem Buch „Mein Jahr als Narr“, für das er auch in der Marktstädter Ortschaft Schürmich (Schönenbach) recherchiert hat.

Apropos Becker und Schmickler: Die beiden Bühnenoldtimer sind in der Marktstadt nicht nur gern gesehene Gäste – sie fühlen sich dort auch pudelwohl und kehren gern zurück. Die Waldbröler Freundlichkeit, die Fürsorglichkeit und die Herzlichkeit der Schar hinter „Waldbröl lacht“ haben sich in der Branche offenbar herumgesprochen.

Ebenso macht wohl das Catering aus der Nümbrechter „Manufaktur“, die Wehlings Sohn Manuel betreibt, Appetit auf die Marktstadt. Quartier beziehen Waldbröls Gäste indes ebenfalls in Nümbrecht, im Parkhotel oder im Derichsweiler Hof. Vater Wehling verrät: „Die Agentur von Wilfried Schmickler hat soeben angerufen und gefragt, ob er 2027 erneut bei uns auftreten darf.“

Vielleicht nimmt Wilfried Schmickler in Waldbröl Abschied von der Bühner

Das könnte ein ganz besonderer Abend werden, munkelt man doch, dass der heute 71-Jährige den Ruhestand anpeilt. Und von Jürgen Becker ist bekannt, dass der 66-Jährige seine üblichen Konditionen prompt über den Haufen wirft, wenn er einem Gastgeber, einem Verein zum Beispiel, unter die Arme greifen kann. „Hat er bei uns auch gemacht“, schildert Wehling und ergänzt: „Wir sind kein Kulturverein, der öffentliche Förderungen erhält.“

Zwischen 100 und 150 Eintrittskarten müssen übrigens verkauft werden, damit ein kurzweiliger Abend nicht zur finanziellen Tragödie gerät. Gehen mal nicht so viele Tickets über den inzwischen meist digitalen Tickettresen, kann der Abend stets blitzschnell umziehen ins Bürgerdorf am Alsberg. „Die Stadt unterstützt uns sehr“, freut sich Leo Wehling. Sechsmal seit der Premiere von „Waldbröl lacht“ hieß es: Ausverkauft, 400 Sitzplätze gibt es in der Aula.

„Wir buchen nur dann, wenn wir wirklich sicher sind, dass wir uns die Künstlerin oder den Künstler leisten können“, betont Martin Finke (41), der Mann fürs Rechtliche. Berechnet werden müssen zudem die Gebühren der Künstlersozialkasse und der Gema.

Organisator Leo Wehling telefoniert sich in Waldbröl manches Mal die Ohren rot

Stehen alle Ausgaben auf dem Papier, übernimmt Leo Wehling. Er klemmt sich ans Telefon, verhandelt. Und oft glühen ihm die Ohren. „Die Agenturen nehmen immer einen Umkreis von etwa 30 Kilometern in den Blick, damit kein Auftritt zu dicht am anderen ist“, berichtet der Hermesdorfer. Und je größer der Name ist, desto weiter gezogen werde dieser Radius.

So gibt es manchmal kein Wiedersehen: „Ralf Senkel startet gerade richtig durch – in zwei Jahren bekommen den leider nicht mehr“, blickt der Windecker Finke auf das Gastspiel im September. Den Gastgebern ist wichtig, dass sie immer auch unbekannteren Künstlern ein Podium bieten, da nennt Finke etwa den Duisburger Kai Magnus Sting, „eine echte Granate“.

Mit Wilfried Schmickler und Jürgen Becker soll im kommenden Jahr ein weiteres Comedy-Urgestein, ein echter Star, den Weg nach Waldbröl einschlagen – weil die Tinte unter dem Vertrag aber noch nicht trocken ist, machen Finke und Wehling noch ein Geheimnis aus diesem Namen. Von wem aber träumt Leo Wehling? Die Antwort kommt wie aus der Pistole geschossen: „Von den Bläck Fööss und von De Knippschaff.“


Die Termine von „Waldbröl lacht“ im Jahr 2026

In diesem Jahr darf nicht nur Waldbröl an drei Abenden lachen, Schauplatz ist die Aula des städtischen Hollenberg-Gymnasiums an der Goethestraße 6, immer ab 20 Uhr. Dort beginnt und endet die Reihe diesmal sehr musikalisch.

Die Tickets kosten im Vorverkauf stets 26 Euro, an der Abendkasse dann 30 Euro. Mitglieder des Fördervereins „Waldbröl erleben“ und Menschen mit Schwerbehindertenausweis zahlen 20 Euro.

  1. 25. April 2026: Die oberbergische A-cappella-Combo Voice Boys tritt auf – ohne Musik, aber mit viel Humor.
  2. 18. Juli 2026: Der „Hausmann“ Jürgen Beckers bringt seine schönsten Momente aus 25 Jahren auf die Bühne – „Wie das Leben so spielt“.
  3. 11. Oktober 2026: Der Kölner Björn Heuser feiert sein 30-jähriges Bühnenjubiläum auch in Waldbröl mit einem kölschen Mitsingkonzert.

www.wir-fuer-waldbroel.de