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Neue Lade-TechnikIn Waldbröl fließt der Strom jetzt mit Höchstgeschwindigkeit ins Auto

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Drei Fahrzeuge können binnen kürzester Zeit an neuen Hypercharger-Ladeplätzen in Waldbröl-Hermesdorf „aufgetankt“ werden. Auch in Gummersbach soll es bald diese Technik geben.

Drei Fahrzeuge können binnen kürzester Zeit an neuen Hypercharger-Ladeplätzen in Waldbröl-Hermesdorf „aufgetankt“ werden. Auch in Gummersbach soll es bald diese Technik geben.

Auf dem Gelände der Aral-Tankstelle in Hermesdorf sind drei Hypercharger in Betrieb gegangen. Solche Geräte sollen auch nach Gummersbach kommen.

In nur noch 20 Minuten, also in einer durchaus entspannten Kaffeepause, kann nun das Auto auftanken, wer elektrisch unterwegs ist und damit weitere 400 Kilometer zurücklegen will: Auf dem Gelände der Aral-Tankstelle Bellersheim in der Waldbröler Ortschaft Hermesdorf sind jetzt drei Hypercharger der Mobilmarke Aral Pulse in Betrieb genommen worden.

Das sind Ladesäulen für E-Fahrzeuge, die an der Friedrich-Engels-Straße Strom mit einer Höchstleistung von 400 Kilowatt ins Fahrzeug pumpen können. „Die Ladeleistung und die Fahrleistung hängen natürlich jeweils vom Fahrzeug und der darin verbauten Batterietechnik ab“, erklärt Kai Krischnak, Sprecher von Aral Pulse mit Sitz in Bochum. Seinen Angaben zufolge gibt es bundesweit fast 4000 Ladepunkte an mehr als 600 Aral-Pulse-Standorten. Die Ausbauquote solcher Ladeplätze mit ultraschneller Technik beziffert Krischnak auf derzeit fast 99 Prozent.

Die Station in Waldbröl-Hermesdorf ist einer der ältesten Bellersheim Standorte überhaupt

Nach Auskunft des Betreiberunternehmens Bellersheims und auch der Stadt Waldbröl sind diese drei ultraschnellen Ladesäulen die zurzeit einzigen im Oberbergischen Kreis. Symbolisch hat Bürgermeisterin Larissa Weber zur Eröffnung Stecker und Dose miteinander verbunden. Die neuen Hypercharger am Verkehrsknotenpunkt zwischen der Ortschaft Hermesdorf und der Stadtmitte, zur Inbetriebnahme war auch der Chef der Mobilitätsmarke, Alexander Junge, aus Hamburg in den Süden Oberbergs gereist.

Auf dem Gelände der Aral-Tankstelle in Hermesdorf haben (von links) Alexander Junge (Aral Pulse), Felix Vierbuchen und Simone Bellersheim (beide Bellersheim), Waldbröls Bürgermeisterin Larissa Weber und Mobilitäsmanager Rudolf Bergen (Stadt Waldbröl) die neuen Ladesäulen symbolisch eingeweiht.

Auf dem Gelände der Aral-Tankstelle in Hermesdorf haben (von links) Alexander Junge (Aral Pulse), Felix Vierbuchen und Simone Bellersheim (beide Bellersheim), Waldbröls Bürgermeisterin Larissa Weber und Mobilitäsmanager Rudolf Bergen (Stadt Waldbröl) die neuen Ladesäulen symbolisch eingeweiht.

Für das mittelständische Mineralölunternehmen Bellersheim habe die Station in Waldbröl einen hohen Stellenwert, betonte dort Simone Bellersheim, Mitgeschäftsführerin des Unternehmens aus Neitersen. „Diese Tankstelle gehört zu den ältesten Bellersheim-Standorten. Dennoch sorgen wir seit mehr als 30 Jahren dafür, diese immer auf dem neuesten Stand zu halten.“ Der Aufbau der drei neuen Ladestationen sei der nächste, konsequente Schritt, ergänzte Bellersheim.

Die Einrichtung hat in Waldbröl fast zweieinhalb Jahre gedauert. Dafür komme aber die neueste Technik in der Marktstadt zum Einsatz, betont Felix Vierbuchen, Projektleiter bei Bellersheim. „Hier können problemlos drei Autos an allen drei Stationen Strom laden – und das auch gleichzeitig.“ Eine Batterieladung von bis zu 80 Prozent dauere knapp 20 Minuten, je nach Fahrzeug ließen sich damit dann 400 bis 460 Kilometer bewältigen.

Die meiste Zeit bei der Umsetzung des Vorhabens haben seinen Angaben zufolge die Anträge und die notwendigen Freigaben des Netzbetreibers in Anspruch genommen. „Die eigentliche Installation hat unser Bauteam in knapp zwei Monaten erledigt“, berichtet Vierbuchen und kündigt an, dass Bellersheim-Tankstellen in Altenkirchen, in Wissen und auch in Gummersbach in naher Zukunft ebenfalls ans schnelle Netz gehen.

Und sollte das Angebot in Hermesdorf guten Anklang finden, könne dort auch ein vierter Hypercharger installiert werden, so der Projektchef. „Die dafür nötigen Kabel sind bereits verlegt.“ Zudem sei jede dieser Lade-Standorte komplett barrierefrei angelegt.