Wie groß fällt die Flohmarkt-Ausbeute mit einem Budget von 20 Euro aus? Ein Selbstversuch von Kim Schmitz.
MädelsflohmarktDie Jagd nach den besonderen Schnäppchen in Bergisch Gladbach

Allerlei kleine Schätze und Markenware wird auf dem Mädelsflohmarkt im Bergischen Löwen zum Handel angeboten.
Copyright: Anton Luhr
Die Bergisch Gladbacher Innenstadt ist an einem Sonntagvormittag normalerweise ziemlich ruhig. Nicht so heute, denn heute stauen sich schon um 9.50 Uhr Menschen vor dem Bergischen Löwen, stehen in einer langen Schlange und warten darauf, die Räumlichkeiten betreten zu dürfen. Das bedeutet: Es ist Mädelsflohmarkt, und deshalb stehe auch ich an diesem Morgen hier, um mich auf die Jagd nach den besonderen Schnäppchen zu begeben.
Dass es schon um diese Uhrzeit so voll ist, gibt mir das Gefühl, dass es sich gelohnt hat, am Sonntag recht früh das warme Bett zu verlassen. Denn der Flohmarkt öffnet ab 10.30 Uhr für alle, die sich direkt die besten Artikel schnappen wollen – kostet dann aber sechs Euro Eintritt. Regulär startet er erst um 11 Uhr für den Preis von vier Euro. Einige Stunden kann dann gestöbert werden, bis 15.30 Uhr. Ob ich wohl so lange brauchen werde, bis ich etwas gefunden habe?
Die große Auswahl hat ihre Tücken
Mein erster Eindruck – nachdem ich den Bergischen Löwen betreten habe: der Flohmarkt hat wirklich für jeden Geschmack und jedes Alter etwas zu bieten. Es gibt Kleidung für alle Anlässe, das Angebot besteht aus einer bunten Mischung. Einige verkaufen dort „Second-Hand-Kleidung“, andere auch Neuware. Unter diesen lassen sich auch einige Marken- und Designerartikel finden.
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Kamen kaum aneinander vorbei: Die Besucherinnen des Flohmarkts.
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Doch die Auswahl hat auch ihre Tücken: Die Suche nach den perfekten Artikeln kann sich dadurch sehr schnell schwierig gestalten, wie ich beim Stöbern bemerke, immer mit meinem Ziel vor Augen, für 20 Euro etwas Außergewöhnliches zu finden. Außerhalb von Flohmärkten gestaltet sich das ebenfalls nicht so leicht, immerhin steigen seit Jahren die Preise, auch für Modeartikel. Aber hier auf dem Mädelsflohmarkt, mit seinen vier Stockwerken und zahllosen Ständen, bei denen sich viele wirklich große Mühe bei der Gestaltung gegeben haben, habe ich Hoffnung, etwas Passendes zu finden.
Die Verkäuferinnen beraten die Kundinnen bei ihrer Auswahl
Unerwarteterweise mache ich meinen ersten Fund doch recht schnell. Es handelt sich um eine Markentasche. Die soll eigentlich 15 Euro kosten, bei meinem Budget sieht es also erstmal nicht so gut aus. Doch wer auf einen Flohmarkt geht, der muss sich darauf einlassen, auch ein wenig zu handeln. Freundlich, aber bestimmt auftretend, erhielt ich mein neues Täschchen auf diese Weise für nur zwölf Euro. Bleiben noch acht.

Für Schmuckliebhaberinnen ist die Auswahl groß.
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Während ich so an den Ständen vorbeischlendere und hier und da auch ein wenig herumwühle, fällt mir auf, dass viele Standinhaberinnen beim Kauf beraten, ob ein bestimmtes Kleidungsstück wirklich zu der jeweiligen Kundin passt oder ob es ein Teil gibt, dass ihr vielleicht besser zusagt. Auch gehandelt wird viel, die Verkäuferinnen zeigen sich offen – manchmal bieten sie auch von sich aus einen günstigeren Preis an.
Für 20 Euro gibt es kein ganzes Outfit, aber kleine Schätze
Nachdem ich also die Tasche gekauft und noch ein wenig weiter gesucht habe, fällt mir ein weißes T-Shirt der amerikanischen Marke „Carhartt“ ins Auge, von der ich bereits einige Teile besitze, und freue mich, als mir die Verkäuferin dieses für drei anstatt für sechs Euro anbietet. Ein weiterer erfolgreicher Handel zu meinen Gunsten. Ganz zum Schluss, ich bin bereits einige Zeit unterwegs, stolpere ich bei einem Schmuckstand fast über Ohrringe. Fünf Euro – zack, gekauft. Damit sind die 20 Euro Budget, die ich mir gesetzt hatte, aufgebraucht.
Tasche, T-Shirt, Ohrringe – eine gute Ausbeute, finde ich. Ein ganzes Outfit ist es nicht, aber dafür stimmt die Qualität. Und ich hatte einen schönen Tag, die freundliche Atmosphäre auf dem „Mädelsflohmarkt“ und die Art, wie hier Jung und Alt zusammenkommen, haben neben den Schnäppchen ihr Übriges getan. Sich am Sonntag früher als üblich aus dem Bett zu quälen, hat sich gelohnt. Und ich stelle fest: Es muss nicht immer Neuware sein.

