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Motocross in OberbergKlaus Schmidt begleitet den MSC Drabenderhöhe-Bielstein seit 1967

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Als Delegierter des DMSB war Klaus Schmidt mit den deutschen Seitenwagen in ganz Europa unterwegs.

Als Delegierter des DMSB war Klaus Schmidt mit den deutschen Seitenwagen in ganz Europa unterwegs.

Der 74-Jährige ist beim MSC Drabenderhöhe-Bielstein in verschiedenen Positionen bis hin zum Rennleiter tätig.

Wenn es um den Bielsteiner Waldkurs geht, macht keiner Klaus Schmidt (74) etwas vor. Der Bielsteiner ist seit 1967 Mitglied im MSC Drabenderhöhe-Bielstein, hat aber selber nie Motorrad gefahren, war aber über all die Jahre in Funktionen um die Strecke und im Verein aktiv. Schmidt ist am morgigen Sonntag als stellvertretender Rennleiter hinter Jürgen Schell aktiv.

Durch seinen Vater kam Klaus Schmidt 1967 zum MSC und war zunächst 16 Jahre lang Streckenposten, 1981 bei der Mannschafts-WM, dem Preis der Nationen, einer der hochkarätigsten Veranstaltungen, die auf dem Waldkurs ausgetragen wurden, saß er im Rennbüro. „Das ganze Uelpetal war gesperrt, die Teams schliefen in Hotels von Overath bis Olpe“, erzählt der Bielsteiner. Mit dem Team aus Tschechien, das kaum Geld hatte, fuhr er von Hotel zu Hotel in Gummersbach, bis er einen Besitzer fand, der dem Team einen Sonderpreis machte. Und bei den Schweden musste er gut Wetter machen, nachdem deren Feier   im Hotel ein bisschen zu wild war.

Klaus Schmidt im Porträt.

Klaus Schmidt ist stellvertretender Rennleiter.

20 Jahre folgten als Leiter des Streckenaufbaus. Klaus Schmidt legte die Rennleiterlizenz ebenso ab wie die Sportwartlizenz oder die internationale Rennleiterlizenz, die für die WM-Läufe nötig war.

Der Bielsteiner war als Delegierter im DMSB (Deutscher Motor Sport Bund) in Sachen Motocross in ganz Europa unterwegs – „von Island bis in den Ostblock“, erklärt er. Nur die Einreise nach Russland war ihm damals   nicht ganz geheuer.

Der MSC Bielstein blieb aber bei allem Engagement des selbstständigen Bauingenieurs die Basis. Neben den Aufgaben als Rennleiter führte Klaus Schmidt sechs Jahre das Kassenwesen und war von 1982 bis 2026 im Vorstand des Motorsport-Clubs. Viele Menschen lernte er in dieser Zeit kennen, fand Freunde überall. „Wir sind richtig glücklich, wenn wir uns alles treffen“, erzählt er vom WM-Lauf in Straßbessenbach in der Nähe von Aschaffenburg, wo er auch die Motocross-Legenden des MSC im Seitenwagen, Herbert Simon und Hans Georg Peppinghaus, traf.

Abwechslungsreiche Sprüngen und Streckenabschnitten in Bielstein

Dis Faszination des Motocross liegt für Klaus Schmidt in den „wunderschönen Strecken“. Allen voran der Waldkurs in Bielstein mit seinen abwechslungsreichen Sprüngen und Streckenabschnitten. Mehrfach ist der Waldkurs umgebaut worden – nicht zuletzt, um 2015 erstmals die ADAC MX Masters auszurichten, eine Rennserie direkt hinter der WM.

„Das ist eine Supersache“, sagt der 74-Jährige. Er fügt aber auch hinzu, dass die Strecken immer mehr zu kämpfen hätten, da alles teurer geworden sei und die Sponsoren   ausblieben. Das sagt er vor allem mit Blick auf die Weltmeisterschaft. Insgesamt 26 WM-Läufe in den verschiedenen Klassen der Solo-Motorräder und der Seitenwagen wurden in Bielstein ausgetragen. Erstmals im Juni 1959 für 500ccm. 2001 war es mit der Weltmeisterschaft der Seitenwagen die letzte Veranstaltung. „Dann wurde es unbezahlbar“, sagt Schmidt. Bis zu 300.000 Euro würden für Solo-WM-Läufe aufgerufen.

Waldkurs ist die Heimat des MSC Bielstein und hat eine lange Tradition

Gab es früher überall Motocross-Strecken, ist der Waldkurs neben Kamp-Lintfort in Nordrhein-Westfalen die einzige Strecke mit Hartboden. Läufe wie in den 60er Jahren, als es die Rheinlandfahrt, ein Geländemotocross über 60 Kilometer rund um Bielstein, seien heute nicht mehr durchzuführen, so Klaus Schmidt.

Große Namen prägten dabei die Geschichte des MSC Bielstein. Allen voran die Seitenwagen-Weltmeister Max Deubel und Rolf Steinhausen, die den Bielsteiner Club weit über die Grenzen bekannt machten. Sie gewannen ihre Titel auf der Straße. Im Motocross stehen Simon/Peppighaus bis hin zu Lukas Platt für den MSC. „Bis zu seinem schweren Unfall hat Lukas Platt die Jüngeren mitgezogen “, sagt Klaus Schmidt. Ende vergangenen Jahres musste der 29-Jährige seine Profikarriere beenden.

Die Blütezeit des MSC Bielstein sieht Klaus Schmidt in den 80er Jahre mit bis 25.000 zahlenden Zuschauern. Sonntagmorgens wurde sich von 9 bis 12.30 Uhr an der Strecke getroffen. „Höhepunkt war um 12.30 Uhr, als Metzger Müller mit dem Essen kam“, erzählt der 74-Jährige lachend. Dazu gab es noch ein Bierchen und anschließend ging es nach Hause. In der letzten Woche vor den Veranstaltungen standen jeden Abend 60 Helfer an der Strecke, manchmal gab es sogar nicht genug Arbeit für alle, geht der Blick wehmütig zurück. „Früher war man stolz darauf, Streckenposten zu sein und freute sich, dabei zu sein“, erklärte Klaus Schmidt, dass es heute Geld für die   Helfer gebe.

In diesem Jahr zog MSC-Vorsitzender Ronald Hallen die Notbremse, nachdem sich für das geplante Rennwochenende   mit MX-Cup und Deutscher Meisterschaft nicht genug Helfer und Streckenposten fanden. Das   wirkte im MSC wie ein Weckruf. Zwar findet „nur“ noch am morgigen Sonntag die Deutsche Meisterschaft statt, doch bei der letzten Versammlung saßen plötzlich 40 Leute im Saal.

So blickt Klaus Schmidt optimistisch auf die nächsten Jahre des MSC. Seine Begeisterung für den Motocross ist   groß wie eh und je, auch wenn er heute nicht mehr bis zu 16 Wochenenden im Jahr dafür unterwegs ist. „Ich bin mit Leib und Seele dabei“, sagt Klaus Schmidt und hofft, dass das Masters wieder nach Bielstein kommt, nachdem sich der ADAC Nordrhein ausgerechnet im Jubiläumsjahr für die Sandbahn in Grevenbroich entschieden hatte. Zudem wünscht er sich, dass der Nachwuchs nicht nur fahren, sondern auch mit anpacken und aufbauen möchte. Freude machen ihm aber auch die Mountainbike-Rennen auf dem Waldkurs, die auf gute Resonanz stießen und eine sehr gute Werbung für Bielstein seien.