Zukunftskonzept beschreibt eine Neuausrichtung des On-Demand-Angebots Monti als ein fester ÖPNV-Bestandteil.
ZukunftskonzeptMonti soll in Nümbrecht, Wiehl und Marienheide mehr sein als eine Ergänzung

Zehn Monti-Fahrzeuge verkehren zurzeit im Oberbergischen auf Bestellung in zwei sogenannten „Bediengebieten“.
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Vor viereinhalb Jahren nahm das Projekt Monti im Oberbergischen Fahrt auf: Die schicken Autos mit der Form der weltberühmten Londoner Taxis fuhren zunächst exklusiv zwischen Wiehl-Zentrum und dem größten Nebenort Drabenderhöhe. Denn auf dieser Route gab es keine direkte Linienbusverbindung. Seither wurde das Einsatzgebiet des On-Demand-Dienstes (Näheres unter diesem Artikel) mehrfach erweitert – auf ganz Wiehl und die Nachbargemeinde Nümbrecht als ein gemeinsames Bediengebiet, später bekam auch Marienheide einen eigenen Monti.
Bessere Verknüpfung mit Buslinien
Jetzt soll das Konzept abermals weiterentwickelt werden. Allerdings nicht in dem Sinne, dass weitere Fahrzeuge angeschafft oder zusätzliche Gemeinden mit Monti beglückt werden sollen. Im Fokus steht vielmehr ein effektiverer Einsatz der insgesamt zehn vorhandenen Monti-Fahrzeuge, gut abgestimmt auf die übergeordneten Ziele des Integrierten Mobilitätskonzeptes. Mit verschiedenen Stellschrauben soll beispielsweise dafür gesorgt werden, dass die Zahl der Leerfahrt reduziert wird und dass möglichst viele Fahrgäste gleichzeitig befördert werden.
Monti soll auch nicht mehr als isoliertes ÖPNV-Angebot gesehen werden, sondern ganz im Gegenteil effizienter mit dem bestehenden Linienbusangebot verknüpft werden, somit ein „fester Bestandteil des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) werden und nicht mehr ausschließlich als ergänzendes (On top) Angebot im Verkehrsraum“ fungieren, wie es wörtlich im Konzept heißt.
Kreistag soll Ende Juni beschließen
Eine bessere Verzahnung soll beispielsweise helfen zu vermeiden, dass Monti – überspitzt formuliert – hinter einem Linienbus herfährt, mit dem der Moni-Fahrgast ebenso gut hätte fahren können. In diesem Zusammenhang ist auch die Überlegung zu sehen, dass Monti künftig seine eigentlich strikt eingegrenzten Bediengebiete verlassen darf, um als Zubringer zu bestimmten, viel genutzten Buslinien fungieren zu können – ganz im Sinne eines effektiveren und flüssigeren Gesamt-ÖPNV.
Skizziert werden die zahlreichen Ideen und möglichen Neuerungen im 13-seitigen „Zukunftskonzept Monti“, das der Kreistag Ende Juni beschließen soll und mit dem sich der Kreisentwicklungsausschuss bereits am kommenden Montag beschäftigt. Erarbeitet hat es der Oberbergische Kreis und die Ovag, begleitet von Betriebsanalysen des Gutachterbüros Probst & Consorten. Für die Politik wird es zunächst darum gehen, mögliche Entwicklungen und Änderungen zu diskutieren, auf Praktikabilität hin zu prüfen und dann gegebenenfalls entsprechende Prüfungen auch in Auftrag zu geben.
Um die Nachfrage weiter zu steigern und Monti attraktiver zu machen, werden punktuelle Ergänzungen in Wegescheid, Herreshagen, Windhagen und Niedernhagen vorgeschlagen.
Worum es bei der Weiterentwicklung ausdrücklich nicht geht: Das Monti-Konzept ganzflächig auf weitere Städte oder Gemeinden oder gar auf ganz Oberberg auszudehnen: „Eine Ausweitung auf das gesamte Kreisgebiet ist derzeit nicht vorgesehen“, heißt es auf Nachfrage beim Kreis. Kleinere Gebietserweiterungen sind allerdings durchaus Teil der Überlegungen: Angedacht wird im Zukunftskonzept die „Schaffung neuer Mobilitätsangebote mit Monti durch Erschließung weiterer Gebiete angrenzend an die bestehenden Bediengebiete ohne eine Erhöhung des Ressourceneinsatzes“.
Soll heißen: Konkret soll geprüft werden, ob es sinnvoll ist, wenn das zusammenhängende Monti-Gebiet Wiehl-Nümbrecht um einige westliche Ortsteile der benachbarten Gemeinde Reichshof erweitert wird, inklusive Hunsheim, Wehnrath mit seinem Gewerbegebiet und im Süden bis Brüchermühle. Das Marienheider Gebiet könnte ebenfalls ein bisschen wachsen: „Um die Nachfrage weiter zu steigern und Monti attraktiver zu machen, werden punktuelle Ergänzungen in Wegescheid, Herreshagen, Windhagen und Niedernhagen vorgeschlagen“, heißt es wörtlich im Konzept.
Und wird das Konzept auch mit den oberbergischen Bürgerbusvereinen abgestimmt? „Bürgerbusvereine sind als ÖPNV-Angebot Bestandteil des Linienverkehrs bzw. in Waldbröl des On-Demand-Verkehres“, so der Kreis auf Anfrage, „wenn bei konkreten Änderungen im ÖPNV-Angebot entsprechend Verkehrsangebote der Bürgerbusvereine tangiert werden, findet eine entsprechende Kommunikation mit den Vereinen und Kommunen statt.“
Namentlich erwähnt wird im Zukunftskonzept der Bürgerbus Waldbröl, der über ein On-Demand-Angebot verfügt: Entlang der Waldbröler Stadtgrenze sollen Anknüpfpunkte zwischen Monti und Bürgerbus geprüft werden.
So funktioniert Monti
Monti fährt im Auftrag von Oberbergischem Kreis und Ovag momentan in Wiehl, Nümbrecht und Marienheide – mit insgesamt zehn Fahrzeugen. Monti folgt keinen festen Routen und hat keine festen Abfahrtszeiten.
Während der Bedienzeiten wird zwischen mehr als 800 festen und virtuellen Haltestellen gefahren. Dafür ist eine Buchung über die App „rufmobil.nrw“ oder per Telefon nötig. Die Software prüft die Anfragen und stellt Fahrten zusammen.
Die Kosten pro Fahrt setzen sich zusammen aus einem On-Demand-Zuschlag (Erwachsene: 2,50 Euro, Kind 1,30 Euro) , der noch zum normalen ÖPNV-Ticketpreis dazukommt. Achtung: Ab 1. Juni gilt im ÖPNV der neue Rheinlandtarif.
www.ovag-monti.de
