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Trauben aus der PfalzZwei  Wiehler gehören zu Kölner Weinkelterei-Team

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Das Foto zeigt (von links) Mats Hilger, Jonathan Hollerith und Ole Ullenboom.

Mats Hilger, Jonathan Hollerith und Ole Ullenboom (v.l.) empfangen ihre Kunden in Ehrenfeld in einer Straußwirtschaft.

Die IMI Winery aus Köln-Ehrenfeld stellt ihre Produkte in Bielstein vor.

Wenn Mats Hilger über Wein spricht, wird sofort seine Leidenschaft spürbar. Der Winzer mit Wurzeln in Wiehl-Oberbantenberg ist Teil der Kölner Weinkelterei IMI Winery, zu deren Kernteam Weinbauer Jonathan (Jon) Hollerith gehört, sowie Ole Ullenboom, aufgewachsen in Wiehl und in der Winery nun zuständig für alle Themen rund ums Marketing.

Angefangen hat alles 2014, im Grunde mit einer Tragödie. Joachim Hollerith, Jons Vater und ebenfalls Winzer mit Herzblut, verstarb sehr plötzlich. Was sollte mit dem Familienweingut in der Pfalz geschehen? Jon, seine Frau Svenja und ein weiterer Mitstreiter, Kai Sommer, kündigten ihre Jobs, um das Lebenswerk von Joachim, der von allen Imi genannt worden war, fortzuführen.

Wir arbeiten mit der Natur, nicht gegen sie. Unsere Weine sind unberührt, ehrlich und unkompliziert.
Mats Hilger, Winzer

Dessen Leidenschaft für Wein inspirierte das Gründerteam und führte auch zum heutigen Namen: IMI Winery. Trauben aus der Pfalz, die in Köln zu Wein verarbeitet werden – das verbindet das Urbane mit dem Ruralen, bringt ein bisschen Landwirtschaft in die Großstadt und ist bis heute in der Domstadt ziemlich einzigartig. Kai und Svenja gingen schließlich wieder eigene Wege, Mats und Ole, die beiden Oberberger, kamen ins Team.

Bei Wein und Musik in Bielstein will Mats, der das Winzerhandwerk an der Mosel lernte, das Konzept und die Weine der drei Enthusiasten für nachhaltige, vegane und natürliche Qualität bei Weiß-, Rosé- und Rotwein aus Köln vorstellen und bringt dafür vier Weine zum Verkosten mit. „Wir arbeiten mit der Natur, nicht gegen sie. Unsere Weine sind unberührt, ehrlich und unkompliziert“, berichtet er, und sagt, er freue sich sehr darauf, in Bielstein viele bekannte Gesichter wiederzusehen.

Gut vernetzt in Ehrenfeld

Jon und Ole werden in Köln bleiben, denn an Wochenenden gibt es in der IMI Winery regelmäßig Weinproben und auch die eigene Straußwirtschaft, die in diesem Jahr ihre Türen für rund vier Monate öffnet und ebenfalls einzigartig in der Domstadt ist, will versorgt werden. „Die Winery ist mittlerweile in Ehrenfeld sehr verwurzelt. Wir sind mit den Kunstschaffenden, den anderen Ladenbetreibern und der Nachbarschaft richtig gut vernetzt“, freut sich Mats.

Die Beziehungen zu den Kunstschaffenden spiegeln sich in den von ihnen gestalteten Flaschenetiketten wider, diese zeigen bunte Urban-Art-Motive, gefunden in der Ehrenfelder Umgebung. Künstlerinnen und Künstler haben auch schon im Laden ausgestellt. „Wir sind hier mitten im Kölner Terroir – das wollten wir auch auf die Flasche und in den Laden kriegen“, erläutert Mats.

Ein Teil der Flaschen, nämlich der der unfiltrierten Weine, hat noch einen weiteren Hingucker: Kronkorken. Weil bei den Naturkorken öfter mal Fehler auftraten, sitzen nun Kronkorken auf den Flaschen und geben dem Traditionsgetränk eine weitere moderne Facette.

Leicht sei es gerade nicht, sich als Winery am Markt zu halten, gibt der Winzer zu: „Doch wir lieben unser Handwerk, werden also in jedem Fall dabeibleiben.“ Ein Handwerk, in das Interessierte übrigens hineinschnuppern können, indem sie bei der Lese, beim Sortieren der Trauben oder dem Abfüllen des Weins helfen. Und wer behauptet, Köln sei originär ja wohl eher eine Kölschgegend, dem sei von einem leidenschaftlichen Weinbauer gesagt: „Köln hat als Römerstadt eine jahrhundertelange Verbindung zum Thema Wein. Das passt also schon sehr gut.“