NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer informierte sich in der Wiehler Straßenmeisterei über den Winterdienst und stieg auch selbst ins Streufahrzeug.
WinterdienstVerkehrsminister Krischer lobt die Wiehler Straßenwärter

Noch genug Salz im Lager: Oliver Krischer (2.v.r.) mit den Experten des Landesbetriebs, (v.l.) Thomas Penz, Thomas Raithel und Sven Sieberth.
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Das Salzlager ist halb leer, 700 Tonnen sind bereits verbraucht. Der Wintereinbruch zum Jahresanfang fordert die Wiehler Straßenmeisterei heraus. „Wir haben schon nachgeordert“, sagt Betriebsleiter Thomas Penz. Er beruhigt aber: „Eigentlich müsste unser Vorrat ausreichen. In normalen Wintern brauchen wir 1000 Tonnen. Ansonsten gewährleisten die Lieferverträge, dass uns das Salz nicht ausgeht.“
Ein Teil des Wiehler Streumaterials wurde am Freitag unter prominenter Beobachtung auf die Straße gebracht. NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer besuchte die Straßenmeisterei im Industriegebiet Bomig, um sich einen Eindruck von der Arbeit der Straßenwärter im Dienst des Landesbetriebs Straßen.NRW zu verschaffen. Frühmorgens um 6.30 Uhr trat der Minister in Bomig an. Die frühe Winterbereitschaft hatte ihren dreistündigen Dienst gerade beendet.
Schokolade für die Wiehler Straßenwärter
Krischer verteilte Schokoladentafeln und informierte sich im Gespräch mit Betriebsleiter Penz und den Vertretern der Gummersbacher Niederlassung über die Abläufe und Ausstattung der Straßenmeisterei. Schließlich begleitete er Straßenwärter Marcus Lang auf seiner Tour. Im Räumfahrzeug ging es Richtung Marienheide und Meinerzhagen, wo ordentlich Neuschnee gefallen war.
Hinterher war der Minister vor den Mikrofonen und Kameras mehrerer Rundfunkteams voll des Lobes für das örtliche Team: „Ich bin beeindruckt von der Professionalität, mit der hier auch unter schwierigen Bedingungen gearbeitet wird.“

Großes Medieninteresse begleitete den Besuch des Ministers in der Straßenmeisterei Bomig.
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Die Wiehler Straßenmeisterei betreut Bundes-, Landes- und Kreisstraßen in den Kommunen der Kreismitte, insgesamt 282 Kilometer. Bis zu zehn Zentimeter Neuschnee hat es in den vergangenen Tagen gegeben. Die besondere Herausforderung im oberbergischen Winterdienst liegt darin, dass auf Höhenlagen zwischen 125 und 470 Metern die Schneeverhältnisse sehr unterschiedlich sind. Und viele Straßen recht schmal.
Den 19 Wiehler Straßenwärtern stehen zwei Lkw, zwei Unimogs und zwei Fahrzeuge für Geh- und Radwege zur Verfügung. Im Winterdienst kommen noch einmal so viele Fahrzeuge von privaten Bauunternehmen hinzu, die eigene Gebiete betreuen.
Marcus Lang, den der Minister im Fahrzeug begleitete, streut und räumt seit 38 Jahren die oberbergischen Straßen. Routine und Streckenkenntnis sind sehr hilfreich bei dieser Arbeit. Die Fahrer entscheiden selbst über Menge und Mischungsverhältnis des Streuguts. Trockensalz wirkt besonders gut im festgefahrenen Schnee. In Sole gelöstes Salz wird dagegen nicht so schnell weggeweht und kann sparsamer und somit umweltfreundlicher dosiert werden. Sven Sieberth, Abteilungsleiter Betrieb und Verkehr der Gummersbacher Niederlassung von Straßen.NRW, erläutert: „Die Winter werden insgesamt milder. Deshalb wird mehr gestreut und weniger geräumt.“
Enger Kontakt nach Wipperfürth und Waldbröl
Die Planung des Einsatzes von Mannschaft und Material erfordert Erfahrung und Gespür. Betriebsleiter Penz ist seit 48 Jahren Straßenwärter. Neben dem Deutschen Wetterdienst zieht er weitere Prognosequellen heran und hält Kontakt zu den Straßenmeistereien in Wipperfürth und Waldbröl, um von heranziehenden Wetterlagen zu erfahren – und wird dennoch vom tatsächlichen Wetterwechsel manchmal überrascht. Im Berufsverkehr kann es einen großen Unterschied machen, ob der Schneefall eine halbe Stunde früher oder später einsetzt.
Thomas Penz setzt bei Glatteiswarnungen gern auf „präventive Streuung“, damit die gefährlichen Straßenverhältnisse gar nicht erst entstehen: „Ich bin ein Typ, der auf Nummer sicher geht.“ Die Befahrung der Streubezirke folgt einem ausgeklügelten System. Hauptverkehrsachsen wie die Autobahnzubringer zwischen Wiehl und Gummersbach und am Forster Berg in Wiehl haben Vorrang. Dahinter folgen andere stark befahrene Strecken und Passagen mit starkem Gefälle oder von Schneeverwehungen blockierte Straßen.
Für die Stadt- und Dorfstraßen sind die kommunalen Bauhöfe zuständig. Dennoch bekomme er immer wieder Anrufe von Autofahrern, die sich über die mangelnde Räumung ihrer Wohnstraße beklagen, sagt Penz. „Man klagt hier auf hohem Niveau.“ Von jedem oberbergischen Autofahrer sei zu verlangen, dass er vorausschauend fährt und brauchbare Winterreifen hat.
Diesen Rat hat auch der Minister. Das Wetter werde am Wochenende noch einmal für gefährliche Situationen auf den Straßen sorgen, sagte Krischer zum Abschluss seines Besuchs in Wiehl und appellierte an die Autofahrer: „Wer nicht unbedingt los muss, sollte seinen Wagen stehen lassen.“
In der Notaufnahme
So schön der Winter für Kinder und Erwachsene auf Schlitten oder Skiern auch ist, so tückisch kann die weiße Pracht sein, wenn man ins Rutschen kommt und unsanft zu Boden stürzt. Und in vielen Fällen bleibt es dann nicht bei einem kleinen Sturz. Nicht umsonst berichtet das Kreiskrankenhaus Gummersbach von einer hohen Auslastung in der Notaufnahme.
Der Chefarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie, Prof. Christian Probst, sagt: „Wir sehen Unfälle aufgrund von Stürzen mit leichten Verletzungen, aber auch schwer verletzte Patienten aufgrund von Verkehrsunfällen. Die Patienten erleiden Brüche von Hand, Arm, Bein bis hin zur Wirbelsäule und es gibt auch sehr schwere Verletzungen wie Gehirnbluten.“ Von Unfällen betroffen seien alle Altersgruppen. Kinder, die sich beim Schlittenfahren und Spielen auf dem Schulhof in der Regel nur leicht verletzen, und Erwachsene, die aufgrund ihres Alters unter schwereren Verletzungen leiden.


