Im feierlichen Rahmen wurde vor 40 Jahren die Kölsch-Konvention unterzeichnet.
Vor 40 JahrenDer Chef der Erzquell Brauerei, Axel Haas, gehörte 1986 zu den Mitunterzeichnern der Kölsch-Konvention

In Anwesenheit von Köln OB Norbert Burger (vorne rechts) unterzeichnete auch Axel Has (3.v.li.) am 6. März 1986 die Excelsior-Hotel die bis heute gültige Kölsch-Konvention.
Copyright: Sammlung Haas
Als am 6. März 1986 ganze 24 Brauereien die Kölsch-Konvention im noblen Excelsior-Hotel in Anwesenheit des damaligen Kölner Oberbürgermeisters Norbert Burger unterzeichneten, war auch der Chef der Bielsteiner Erzquell Brauerei, Axel Haas, dabei. Schwarzer Smoking, schwarze Fliege – die Unterzeichnung war überaus festlich, wie die Bilder 40 Jahre später noch immer deutlich machen.
Heute wie damals gilt die Kölsch-Konvention als ein Meilenstein bei dem Bestreben der Brauer, ihr Obergäriges als regionale Spezialität zu schützen. Sogar die Europäische Union hat Kölsch in den Kreis regional geschützter Spezialitäten aufgenommen. Nur wer von seiner Brauerei aus die Domtürme sehen kann, darf Kölsch brauen, lautet die Regel vereinfacht. Wobei das in Bielstein schlecht möglich ist. Dass die oberbergische Brauerei dennoch zu den ganz wenigen Ausnahmen von der Regel gehört, liegt daran, dass in Bielstein lange vor der Kölsch-Konvention Zunft Kölsch gebraut wurde. Das gilt bis heute auch für die Brühler Bischoff-Brauerei, wie Axel Haas berichtet.
Die Stange ist fürs Kölsch gesetzt
Doch worum ging es bei der Kölsch-Konvention noch, als man sich 1986 zur Unterzeichnung traf? „Natürlich auch darum, was Kölsch sein soll“, verrät Haas. Also um Kriterien wie Bittere, Farbe, Stammwürze und nicht zuletzt darum, wie Kölsch serviert wird. Die Stange ist bis heute gesetzt, und das in der 0,2-Liter-Version. Das sogenannte Stößchen mit einem Volumen von 0,1 Liter war in Bielstein nie ein Thema. Obwohl die Braukunst in Köln lange zurückgeht, ist Kölsch ein noch junges Bier. Die Bezeichnung „Kölsch“ wurde erstmals 1918 von der Sünner-Brauerei verwendet. Sünner hatte bereits 1906 das erste helle, obergärige Bier gebraut, das dem Kölsch entsprach. Axel Haas weiß, dass diese Sorte aber erst nach dem Zweiten Weltkrieg einen Aufschwung erlebte und als Kölner Biergetränk den Markt eroberte.
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Den sogenannten Konventionsausschuss der Kölsch-Brauer hat der Bielsteiner zwölf Jahre lang geführt. Und bis heute gebe es immer noch Verfahren, sagt Haas: Lange diskutiert worden sei etwa, ob man bei der Kölschstange bleibe, oder ob auch eine Tulpe, ähnlich wie bei Pils, für das Obergärige denkbar sei. Doch der Gedanke konnte sich nicht durchsetzen. Dass Kölsch als Spezialität auch in der EU geschützt ist, hat zur Folge, dass die Kölschbrauer gegen Bier, dass als Kölsch im Ausland gebraut wird, vorgehen können. Anders sehe das außerhalb der EU aus, wo dieser Schutz dann nicht mehr bestehe. Von den ehemals 19 Braustätten sind heute noch sechs übrig. Neben der Bielsteiner Erzquell Brauerei sind das Reissdorf, Gaffel, Früh, Päffgen und Sünner.
Wobei Früh für Oetker braut, der seine eigenen Braustätten geschlossen hat. Zu diesen Marken gehören die in Köln vertrauten Namen wie Sion Kölsch, Gilden Kölsch, Dom Kölsch, Küppers Kölsch, Peters Kölsch, Sester Kölsch. 18 Marken seien geblieben, sagt der Bielsteiner. Er selbst kann mit Stolz sagen, dass die Erzquell Brauerei die weltweit am höchsten gelegene Kölsch-Brauerei ist. Obwohl es immer neue Trends in der Branche gebe – seien es Mix-Getränke auf Bierbasis oder sogenannte Craft-Biere – sieht Haas nach wie vor eine große Bedeutung von Kölsch innerhalb der Region. Dass vor 40 Jahren die Konvention unterzeichnet worden sei, hält er auch heute noch für sehr wichtig.

