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HaushaltsplanWiehler Friedhofsgebühren sollen steigen

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Ein Grabengel.

Die Bestattungskultur hat sich verändert, das hat gravierende Folgen für die Friedhöfe.

Die Wiehler Ratsfraktionen sind sich einig, dass die Stadt kein höheres Defizit verkraftet, und wollen die Tarife anheben.

In der Wiehler Politik zeichnet sich eine breite Zustimmung für den 2024er Haushaltsplanentwurf der Stadtverwaltung ab. Bei der Vorabstimmung im Finanzausschuss des Stadtrats war Jürgen Körber (Grüne) in der vergangenen Woche das einzige Ratsmitglied, das dagegen votierte. Im Etatplan soll das Millionendefizit mit dem Griff in die Rücklage ausgeglichen werden. Deshalb gibt es auch einen breiten Konsens darüber, dass die Stadt sparen muss. Zum Beispiel bei den Friedhofskosten.

Dort ist zuletzt stets ein jährliches Defizit von rund 50 000 Euro aufgelaufen, und dieses könnte nach den Berechnungen von Alf Karsten aus der städtischen Kämmerei bald noch drastisch anwachsen. Hintergrund sind gestiegene Personalkosten bei der Pflege der Friedhofsflächen.   Der Ausschuss verständigte sich darum darauf, die Friedhofsgebühren zu erhöhen. Wie hoch die Erhöhung ausfällt, soll allerdings erst in der Ratssitzung beschlossen werden, denn die Fraktionen wollen wissen, ob die von der Verwaltung vorgeschlagenen fünf Prozent überhaupt ausreichen.

Wiehler Nachbarn sind teurer

Wie Karsten im Ausschuss ausführte, liegen die Gebühren für die Grabnutzungsrechte auf Wiehler Friedhöfen derzeit teils deutlich unter den Tarifen in den Nachbarkommunen. Eine Erdbestattung ist in Engelskirchen sogar mehr als doppelt so teuer. In Karstens Entwurf ist vorgesehen, dass eine Sargreihengrabstelle künftig 1273 Euro (bisher 1213 Euro) und eine Urnenreihengrabstelle 788 Euro (751) kostet. Die Kosten der Bestattung durch die Friedhofsgärtner sollen sogar um 20 Prozent angehoben werden, was bei einer Sargbeisetzung 202 Euro (bisher 168) und bei einer Urnenbeisetzung 161 Euro (115) ausmachen würde.

Nun arbeitet die Stadtverwaltung ohnehin an einem Konzept für die Neugestaltung der sechs Friedhöfe im Stadtgebiet. Dieses wird auch die Gebührensatzung betreffen, kann aber noch Jahre beanspruchen. So lange will die Stadt nicht warten. Bei einer stärkeren Erhöhung, erläuterte Fachbereichsleiter Karsten, müsse man entscheiden, in welchem Maß man die höheren Kosten des immer seltener gewählten Erdgrabs weiter ansteigen und die Schere gegenüber der günstigeren und immer üblicher werdenden Urnenbestattung auseinanderklaffen lässt.

Sören Teichmann (CDU) sagte schon einmal vorsorglich, dass an einer Mischkalkulation festgehalten werden sollte. „Wir können nicht wollen, dass nur noch eine Bestattungsform bezahlbar ist.“ Christoph Hastenrath (SPD) warnte davor, dass der derzeit „traurige Zustand“ der Friedhöfe, die Diskussion über eine Gebührenerhöhung nicht erleichtern werde.