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80 Jahre NRWDas MuseumMobil macht Station in Wipperfürth

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Das Foto zeigt drei Personen in dem MuseumMobil.

Bürgermeisterin Anne Loth, Stefanie Johnen und Stefan Klett (v.l.) besichtigen das MuseumMobil.

Objekte erzählen Geschichte, dieses Konzept verfolgt das MuseumMobil, das bis zum 20. September Station in Wipperfürth macht und neue Objekte für die Sammlung sucht.. 

Klein, aber fein – das trifft auf jeden Fall auf das „MuseumMobil“ zu. Noch bis zum 20. September macht es Station auf dem Hausmannsplatz in Wipperfürth, hinter die Pfarrkirche St. Nikolaus. In dem begehbaren Container sind 53 Objekte ausgestellt, die auf den ersten Blick eher unscheinbar wirken. Dazu zählen ein Taschenkalender, ein Klettergurt, ein Ziegelstein. Doch sie alle erzählen ein Stück Geschichte aus NRW, über Touchscreens lassen sich Informationen abrufen.

Der Kalender gehörte Christine Teusch, Kultusministerin seit 1947 und die erste Ministerin in der noch jungen Bundesrepublik. Frauen in Führungspositionen, zumal in der Politik – waren damals sehr außergewöhnlich. Der Klettergurt stammt aus dem Hambacher Forst. Klimaaktivisten hatten ihn genutzt, um auf Bäume zu klettern und so den vom Abriss bedrohten Wald zu schützen. Der Protest hatte letztendlich Erfolg. Der Ziegelstein schließlich stammt aus einem Haus in Solingen. Dort wohnte die Familie Genc. Fünf Mitglieder der türkischstämmigen Familie kamen im Mai 1993 bei einem rechtsextremen Brandanschlag ums Leben.

Das Museumsteam um Projektleiterin Stefanie Johnen will Objekte mit Bezug zu NRW zeigen, aus dem Arbeitsleben, der Politik, aus Kultur und Sport. Es hofft aber auch auf neue Stücke für seinen Sammelbestand und lädt alle Oberberger ein, vorbeizukommen und ihre Geschichten zu erzählen. Gerade in Wipperfürth, wo zwischen 1945 und 1960 rund eine Million Menschen im dortige Durchgangslager für Flüchtlinge ankamen, dürfte es viele spannende Erzählungen geben.

Objekte mit Bezug zu NRW

Höhepunkt soll der „Sammelsamstag“ im Rahmen des Stadtfestes sein. Bürgerinnen und Bürger sind aufgerufen, ihre persönlichen Erinnerungsstücke mitzubringen. Mithilfe solcher Gegenstände aus dem ganzen Bundesland baut die Stiftung Haus der Geschichte NRW derzeit am Düsseldorfer Rheinufer ein eigenes Museum auf, das im Jahr 2030 eröffnen soll.

Stefanie Johnen und Bürgermeisterin Anne Loth eröffneten am Donnerstag vor einem kleinen Publikum die Ausstellung. Johnen bedankte sich für die gute Zusammenarbeit im Vorfeld, auch mit dem Stadtarchiv und dem Heimat- und Geschichtsverein Wipperfürth. Die Bürgermeisterin überreichte dem „MuseumMobil“ ein Geschenk „Made in Wipperfürth“ – einen taubenblauen Anzug aus der Fabrikation von Alfons Müller-Wipperfürth. Die Hosenbeine haben einen leichten Schlag, was vermuten lässt, dass der Anzug aus den 1960ern stammt.

Dass „MuseumMobil“ tourt durch ganz NRW. Dass der einzige Stopp in Oberberg in Wipperfürth stattfindet, daran hat Stefan Klett großen Anteil. Denn als Präsident des Landessportbundes ist der Wipperfürther in den Gremien der Stiftung Haus der Geschichte NRW vertreten.


Das „MuseumMobil“ steht bis einschließlich Sonntag, 20. September auf dem Hausmannsplatz. Es ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Am Samstag, 19. September, sind alle Bürger ausgerufen, persönliche Erinnerungsstücke zum „Sammelsamstag“ im Rathaus mitzubringen.