Der Helios-Konzern stockt die Bettenzahl in der Klinik Wipperfürth auf und vergrößert damit die Bereiche Geriatrie und Schmerzmedizin. Der dafür notwendige Umbau startet im Januar und dauert voraussichtlich zwei Jahre. Das hat das Unternemen jetzt mitgeteilt. Geplant ist, die aktuell nicht genutzte vierte Etage des Hauptgebäudes an der Alten Kölner Straße zu einer modernen geriatrischen Pflegestation mit insgesamt 33 Betten zu entwickeln. Die Schmerzklinik wird auf die dann freiwerdende geriatrische Station ziehen, wodurch die Bettenzahl von aktuell zwölf auf 19 steigt. Der Startschuss fällt mit Beginn des kommenden Jahres. „Der demografische Wandel macht auch vor dem nördlichen Gebiet des Oberbergischen Kreises nicht halt. Vor diesem Hintergrund stocken wir das Angebot an alters- und schmerzmedizinischen stationären Behandlungsmöglichkeiten auf. Sowohl die Geriatrie als auch die Schmerzmedizin besitzen zudem eine Strahlkraft, die weit über Wipperfürth hinausreicht“, erklärt Klinikgeschäftsführerin Nasanin Chenari die Entscheidung.
Der Kreis rechnet mit einem Anstieg der Pflegebedürftigen
„Der Bedarf ist da und wir werden unseren Beitrag zur Gesundheitsversorgung für die Region erhöhen. Mit unserer hauseigenen Geburtshilfe und vielen weiteren Behandlungs- und Therapiemöglichkeiten bieten wir damit vom ersten Atemzug bis ins hohe Alter ein hochwertiges medizinisches Angebot für die gesamte Lebensspanne.“ Laut Pflegeplanung der Kreisverwaltung wird die Zahl der älteren und pflegebedürftigen Menschen in den kommenden Jahren erheblich anwachsen. Der Kreis rechnet für das Jahr 2035 mit einem Anstieg der Pflegebedürftigen in Wipperfürth gegenüber 2019 um 25 Prozent – bei gleichzeitig schrumpfender Einwohnerzahl. Und auch bei den begrenzten Plätzen der stationären multimodalen Schmerztherapie übersteige die Nachfrage seit Jahren die maximalen Kapazitäten, so die Klinikgeschäftsführerin. „Das Projekt bedeutet eine dringend benötigte Erweiterung des Gesundheitsangebotes für unsere Bürgerinnen und Bürger und es ist ein Bekenntnis des Klinikbetreibers, diesen wichtigen Anlaufpunkt für die Menschen in unserer ländlich geprägten Region mit einer geringen Krankenhausdichte mittel- und langfristig zu sichern“, sagt Bürgermeisterin Anne Loth.
Das bestätigt auch Reiner Micholka, Regionalgeschäftsführer West der Helios Kliniken. „Mit diesem Ausbau bekennen wir uns als Klinikbetreiber klar zum Standort Wipperfürth.“ Dadurch werde dieser künftig noch an Bedeutung im regionalen Wettbewerb hinzugewinnen. „Vor allem aber bleibt es mir wichtig, dass wir weiter unserem Versorgungsauftrag gerecht werden und Qualitätsmedizin für die Menschen im Bergischen Land anbieten. Dieser Verantwortung fühlen wir uns auch in einer immer herausfordernder werdenden Kliniklandschaft in Nordrhein-Westfalen verpflichtet“, betont Micholka.
Das Projekt soll die Versorgung langfristig sichern
Mit dem Ausbau reagiert der Standort auf eine Entwicklung, die viele ländliche Regionen betrifft: Die Bevölkerung altert, und der Bedarf an wohnortnaher medizinischer Versorgung wächst. Das Projekt soll dazu beitragen, diese Versorgung langfristig zu sichern. Für die Region bedeutet das mehr Planungssicherheit.
Fresenius Helios ist der führende private Gesundheitsdienstleister in Europa und versorgt mit rund 140 Kliniken und zahlreichen ambulanten Einrichtungen jährlich rund 27 Millionen Menschen. Zusammen mit Fresenius Kabi, Anbieter von Gesundheitsprodukten für kritisch und chronisch Kranke, gehört Fresenius Helios zum Gesundheitskonzern Fresenius. Mit seinen rund 130.000 Mitarbeitenden der Helios Gruppe in Deutschland sowie Quirónsalud in Spanien und Lateinamerika erzielte Fresenius Helios 2025 einen Gesamtumsatz von mehr als 13,5 Milliarden Euro.
In Deutschland betreibt Helios mehr als 80 Kliniken, rund 200 Medizinische Versorgungszentren (MVZ), sechs Präventionszentren und 30 arbeitsmedizinische Zentren. Helios behandelt im Jahr 2025 rund 5,6 Millionen Menschen in Deutschland, davon mehr als 4 Millionen ambulant. Seit seiner Gründung setzt Helios auf messbare, hohe medizinische Qualität und Datentransparenz und ist bei über 90 Prozent der Qualitätsziele besser als der bundesweite Durchschnitt. In Deutschland beschäftigt Helios rund 80.000 Mitarbeitende und erwirtschaftete im Jahr 2025 einen Umsatz von rund 8,1 Milliarden Euro. Helios steht mit 35 eigenen Bildungszentren für Aus-, Fort- und Weiterbildung im Gesundheitswesen. (ar)

