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GeburtshilfeWerdende Eltern schätzen das Familiäre und Persönliche in Wipperfürth

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Die Geburtshilfe an der Helios-Klinik in Wipperfürth ist beliebt bei werdenden Eltern. Die Zah der Geburten dort sei stabil, heißt es.

Die Geburtshilfe an der Helios-Klinik in Wipperfürth ist beliebt bei werdenden Eltern. Die Zah der Geburten dort sei stabil, heißt es.

Die Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe gilt an der Helios-Klinik in der Hansestadt nicht nur als ein wichtiger Standort-Faktor.

Cornelia Leißner ist Chefärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe an der Helios-Klinik in Wipperfürth. Caroline Hoormann leitet die angeschlossene Elternschule „Josefine“. Im Interview mit Stefan Corssen sprechen beide über ihre Arbeit und die Vorteile und Herausforderungen eines kleinen Krankenhauses.

In Deutschland kommen immer weniger Kinder auf die Welt. Was bedeutet das für die Geburtshilfe am Wipperfürther Krankenhaus?

Cornelia Leißner: Im vergangenen Jahr hatten wir 450 Geburten hier im Haus. Diese Zahl ist seit einigen Jahren recht stabil, obwohl bundesweit die Zahl der Geburten sinkt.

Im Oberbergischen Kreis gibt es mit Gummersbach und Wipperfürth nur noch zwei Krankenhäuser mit einer Abteilung für Geburtshilfe.

Leißner: Die Erreichbarkeit einer Geburtshilfe ist für die werdenden Eltern ein großes Thema. Zuletzt hat Wermelskirchen seine Geburtshilfe 2016 geschlossen. Und in Engelskirchen und Waldbröl gibt es schon lange keine Geburtshilfe mehr.

Caroline Hoormann: Jede Frau im Umkreis sollte innerhalb von 30 Minuten Fahrzeit eine Versorgung im Bereich Gynäkologie und Geburtshilfe finden, das ist das Ziel. Wir sind so etwas wie ein Anker hier in der Region.

Caroline Hoormann (links) leitet in Wipperfürth die Elternschule „Josefine“, Cornelia Leißner ist Chefärztin der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe an der Helios-Klinik in der Hansestadt.

Caroline Hoormann (links) leitet in Wipperfürth die Elternschule „Josefine“, Cornelia Leißner ist Chefärztin der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe an der Helios-Klinik in der Hansestadt.

Viele Frauen, die ein Kind erwarten, kommen aus dem Umland nach Wipperfürth?

Leißner: Ja, das stimmt. Wir haben ein großes Einzugsgebiet, das weit über die Grenzen des Oberbergischen Kreises bis ins nahe gelegene Sauerland und in Richtung Köln und Leverkusen hineinreicht. Eltern kommen oft gezielt zu uns, auch wenn ein näher gelegenes Krankenhaus auf dem Weg zu uns liegt, weil sie unsere familiäre und persönliche Betreuung bei schätzen wissen.

Läuft eine Geburt an einem kleinen Haus persönlicher ab?

Leißner: Wer sich bewusst für unsere Klinik entscheidet, nimmt oft schon früh Kontakt auf. Etwa bei der Kreißsaal-Führung, aber auch über unsere Geburtsvorbereitungskurse und die Hebammensprechstunde, die wir hier regelmäßig anbieten. Das schafft persönlichen Bezug und Nahbarkeit. Wir können dann individueller auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Frauen eingehen und uns viel Zeit nehmen.

In Wipperfürth sollen die Familien Zuspruch, Motivation und Unterstützung erfahren

Wie sieht das in der Praxis aus?

Leißner: Eine Geburt ist ein Marathon. Der Verlauf ist nicht vorhersehbar oder planbar wie eine Standardoperation. Sie kostet viel Kraft, Geduld und Ausdauer. Die Familien benötigen dann dabei Zuspruch, Motivation und Unterstützung bei ihren Wünschen und Entscheidungen. Es kann auch mal während der Geburt eine Pause für Mutter und Gebärmutter notwendig sein, um die Akkus noch mal aufzuladen. Das ist ein natürlicher Vorgang, den wir zulassen und unterstützen. Unser gesamtes Team der geburtshilflichen Abteilung nimmt sich die Zeit, den Eltern und ihren Kindern den Raum und die Unterstützung zu geben, die sie brauchen – im Kreißsaal und auf der Wochenbettstation. Passend dazu feiern wir auch dieses Jahr das 25-jährige Jubiläum der integrativen Wochenbettpflege.

Was raten Sie, wenn sich beim Vorgespräch abzeichnet, dass es bei der Geburt nicht alles reibungslos ablaufen könnte?

Hoormann: Wir stehen in engem Austausch mit den Frauen, da sind wir ganz transparent. Wenn wir aus dem Selbstauskunftsbogen, den es auf unseren Internetseiten gibt, Hinweise auf mögliche Risiken finden, laden wir die Frauen zum Gespräch ein, um im Konsens medizinische Lösungen zu finden.

Leißner: Es gibt natürlich komplexe Fälle, die wir aufgrund unserer Größe hier nicht behandeln können. Auch darüber sprechen wir frühzeitig und offen mit den Eltern. Wir beraten und helfen den werdenden Familien, eine informierte Entscheidung über den Geburtsort ihres Kindes zu treffen. Denn die freie Wahl der Klinik ist essenziell.

Die natürliche Geburt wird in der Wipperfürther Helios-Klinik grundsätzlich befürwortet

Thema Kaiserschnitt. Wie oft kommt das bei Ihnen vor?

Hoormann: Der Anteil der Geburten mit Kaiserschnitt liegt bei uns bei rund 30 Prozent. Das entspricht dem bundesweiten Schnitt.

Leißner: Wir präferieren grundsätzlich eine vaginale Geburt. Natürlich haben Frauen das Recht, selbst zu bestimmen, wie sie gebären. Viele Frauen sind gut informiert. Wenn eine kommt und sagt: „Ich möchte einen Kaiserschnitt haben, um meinen Beckenboden zu schützen“, respektieren wir das selbstverständlich. Umgekehrt registrieren wir aber auch Frauen, die gezielt zu uns kommen, um einen Kaiserschnitt zu vermeiden. Dafür bieten wir etwa die äußere Wendung bei einer Beckenendlage an.

Aus Kostengründen und Personalmangel schließen immer mehr Krankenhäuser ihre Geburtshilfen. Ist die Wipperfürther auch bedroht?

Leißner: Wir werden immer wieder mit Gerüchten über eine Schließung konfrontiert. Und die Sorgen kann ich gut verstehen. Die Geburtshilfe in Wipperfürth ist ein Anlaufpunkt für werdende Eltern in der Region und das soll auch so bleiben, weil sie für unser Haus sehr bedeutend ist. Denn wer hier eine gute Betreuung erfahren hat, kommt gerne auch bei anderen Gelegenheiten wieder und empfiehlt uns weiter. Dafür sind wir auch personell mit unseren Ärztinnen, Ärzten und Hebammen gut aufgestellt. Neben der Geburtshilfe haben wir aber auch eine große gynäkologische Abteilung, in der wir nicht nur Standardoperationen durchführen, sondern auch bei Behandlungen von Beckenbodenstörungen einen großen Schwerpunkt haben. Beide ergänzen sich ideal und davon profitieren unsere Patientinnen enorm.

Die Elternschule „Josefine“ ist eine gemeinsame Einrichtung der Helios-Klinik und des Hauses der Familie. Der Standort Haus auf dem Klosterberg wird jetzt aufgegeben, welche Angebote das Haus der Familie in Wipperfürth künftig anbieten wird, ist noch unklar. Was heißt das für die Elternschule?

Hoormann: Für uns ändert sich dadurch nicht viel. Die Kooperation und die vielen Angebote der Elternschule bleiben weiterhin bestehen. Einige Kurse, die bislang auf dem Klosterberg stattfinden, wie etwa Yoga, werden künftig hier im Haus unterkommen oder bei einem unserer Partner. Uns ist wichtig, dass wir auch weiterhin so viele Angebote wie möglich lokal anbieten können. Hierfür stehen wir in engem Austausch mit dem Haus der Familie.