Die Stadt Wipperfürth und der Energieversorger BEW informieren über den Stand der Kommunalen Wärmeplanung. Wir fassen die wichtigsten Punkte zusammen.
InfoveranstaltungKommunale Wärmeplanung in Wipperfürth

Eine Wärmepumpe vor einem Wohnhaus.
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Welche Auswirkungen hat die „Kommunale Wärmeplanung“ für Hausbesitzer und Mieter? Und wie sieht der Zeitplan für die kommenden 20 Jahre in Wipperfürth aus? Die Stadt und der Energieversorger BEW laden am heutigen Donnerstag, 29. Januar, 17 Uhr, alle Interessenten zu einer öffentlichen Infoveranstaltung in der Alten Drahtzieherei, Wupperstraße 8, ein und geben Antworten.
Genau wie einige andere oberbergische Kommunen (siehe Artikel oben) lassen sich die BEW-Kommunen Wipperfürth, Hückeswagen und Wermelskirchen von der BMU Energy Consulting beraten. Die gesetzlich vorgeschriebene Kommunale Wärmeplanung soll Strategien für eine klimaneutrale Zukunft der Wärmeversorgung liefern. „Wir wollen ein Zielbild erstellen, welches technisch machbar, wirtschaftlich nachhaltig und gesellschaftsfähig ist“, heißt es im Sachstandsbericht zur Wipperfürther Wärmeplanung.
Strategien für eine klimaneutrale Zukunft
Auch wenn das zunächst abstrakt klingt: In der Analyse, die jetzt vorliegt und die vorgestellt wird, haben sich die Fachleute die Voraussetzungen in Wipperfürth genau angeschaut. In der Hansestadt und den dazugehörenden Dörfern gibt es 5678 beheizte Gebäude. 4316 – das entspricht 76 Prozent – sind Einfamilienhäuser, dazu kommen 298 Reihenhäuser, 371 Mehrfamilienhäuser, 219 große Mehrfamilienhäuser und 474 Nicht-Wohngebäude.
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30 Prozent dieser Gebäude wurden zwischen 1900 und 1945 errichtet. Energieeffiziente Neubauten (ab Baujahr 2016) machen knapp sieben Prozent aus. Erdgas ist mit großem Abstand der wichtigste Energieträger, erneuerbare Energie (Wärmepumpen, Holz) kommt derzeit auf einen Anteil von zehn Prozent. In Wipperfürth, so die Analyse, sind genügend Freiflächen für Solarthermie und Fotovoltaik vorhanden – in Kombination mit Wärmepumpen.
Potenzial für Biogasanlagen
Was die Stadt von anderem Kommunen unterscheidet: Die Landwirtschaft vor Ort bietet Potenzial für Biogasanlagen, in welchem Maß dieses Biogas künftig Erdgas ersetzen kann, muss aber noch untersucht werden. Bei der BEW rechnet man damit, dass bis 2045 ein Großteil der Häuser mit Wärmepumpen beheizt wird.
Und umso mehr Endabnehmer sich vom Gas verabschieden – das zudem durch steigende CO2-Abgaben immer teurer wird – desto unwirtschaftlicher wird die Versorgung mit Erdgas. Deshalb hat der Energieversorger begonnen, sein Stromnetz in der Stadt zu verstärken und will dies noch weiter tun – möglichst in Kombination mit dem derzeitigen Ausbau des Glasfasernetzes.
In der Wipperfürther Innenstadt gibt es laut Analyse Potenzial für ein mögliches Fernwärmenetz, da am Rand der Innenstadt Freiflächen zur Verfügung stehen, wo sich Solarthermie und zentrale Luft-Wasser-Wärmepumpen im größeren Stil rechnen könnten. Nur wenige Potenzialflächen stehen dagegen im Raum Wipperfeld und Thier bereit, weil das Gebiet größtenteils in einer Wasserschutzzone liegt.
Im zweiten Quartal 2026 will die Stadt zum Thema Wärmeplanung und erneuerbare Energien eine große Messe in Wipperfürth veranstalten, damit sich Anbieter und Bürger dort direkt austauschen können.
Auf der Internetseite der Stadt Wipperfürth steht seit wenigen Tagen der 62 Seiten umfassende Zwischenbericht zur Kommunalen Wärmeplanung, der sich dort herunterladen lässt.
