Das Kreisgesundheitsamt ist in Oberbergs Talsperren Krankheitserregern auf der Spur.
KrankheitserregerKreisgesundheitsamt in Oberberg überprüft Qualität der Badegewässer

Christian Timm (l.) bei der Sichtprüfung, daneben Birgit Will und Talsperrenmeister Helmut Selbach.
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Aktuell sieht es nicht danach aus, als könnte man schon bald die Badesaison an der Bevertalsperre eröffnen. Und doch – offiziell geht es am 15. Mai los. „Die ersten Unverdrossenen sind auch schon regelmäßig im Wasser“, sagt Helmut Selbach, seit 1982 Talsperrenmeister für den Beverblock, der so heißt weil er die Bever, Neye und Schevelinger Talsperre mit Stollen verbinden. Die Bever mit ihren vier Badestellen ist in der Region fraglos eine der beliebtesten Talsperren zum Schwimmen, auch wenn es im Bergischen Land noch neun weitere Badestellen an der Agger, der Lingese und der Brucher-Talsperre gibt. Damit das Baden dort sicher ist, wird die Wasserqualität während der Badesaison, die bis zum 15. September dauert, regelmäßig überprüft.
Dafür fahren Birgit Will, die stellvertretende Gesundheitsamtsleiterin, und ihr Kollege Christian Timm, Sachgebietsleiter Trinkwasser und Umwelthygiene, ab sofort einmal im Monat zur Kontrolle an alle 13 Badestellen, um Wasserproben zu entnehmen. „Das startet nun im Mai, die Proben gehen dann in das Labor des Aggerverbands, nach ein paar Tagen haben wir die Ergebnisse vorliegen“, sagt Timm. Selbach ergänzt: „An den Badestellen werden die Messergebnisse dann ausgehängt. Dafür haben wir Schaukästen, in denen auch die Baderegeln hängen – und daneben ein Rettungsring.“
Zu Beginn der Badesaison sind guter Werte erwartbar
Überprüft wird nicht nur das Wasser auf Vorkommen von Escherichia coli und Enterokokken, auch die Wassertemperatur wird gemessen und eine Sichttiefenmessung vorgenommen. Veröffentlicht werden die Messdaten auch online auf der Internetseite des Kreises. Die sei eine gesetzliche Vorgabe, wie Birgit Will betont. Zu Beginn der Badesaison seien eigentlich immer besonders gute Werte erwartbar. „Es kommen einige Faktoren zusammen.
Die Talsperre ist aktuell gut gefüllt, die Temperaturen sind noch relativ niedrig und die Badesaison hat noch nicht begonnen“, sagt sie. Traditionell ist das Wasser an den vier Badestellen Zornige Ameise, Campingplatz I, Campingplatz II und Käfernberg immer „ausgezeichnet“, wie die Qualitätseinstufung des Badewassers offiziell bezeichnet wird. Zumindest dann, wenn die gesundheitsgefährdenden Blaualgen sich nicht zu sehr ausbreiten. „Das wird über die Prüfung der Sichttiefe ermittelt, die Anhaltspunkte darauf gibt, ob die Cyanobakterien übermäßig vorhanden sind“, sagt Timm. Diese Bakterien vermehren sich besonders stark, wenn diese Faktoren aufeinandertreffen: „Hohe Temperaturen, niedriger Wasserstand und starke Sonneneinstrahlung“, zählt Timm auf. Davon ist man aktuell weit entfernt.
Dennoch bauen die Messungen aufeinander auf, los geht es am kommenden Montag. Dann werden in einem 250-Milliliter-Plastikgefäß Wasserproben an den vier Badestellen der Bever-Talsperre entnommen. „Wir gehen immer auf mindestens 25 Zentimeter Tiefe. Dann wird die Wassertemperatur gemessen – aktuell sind es 15 Grad“, sagt der Sachgebietsleiter. Die Sichttiefe wird mechanisch gemessen, mit einem weißen Plastikteller, der an einer Schnur hängt. „Aktuell ist die Sichttiefe bei über zwei Metern, also auch einwandfrei“, stellt Timm zufrieden fest. Fehlt also nur noch ein bisschen mehr Frühlingswärme, damit nicht nur die Talsperre für die Saison bereit ist, sondern die Badegäste sie auch nutzen.
