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BauenWohnprojekt in Kürten wird konkret

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Eine Grafik für eine spätere Wohnanlage auf einem unbebauten Hügel ist zu sehen.

Auf einem Bauwagen am Wiedenhof ist die künftige Wohnanlage als Skizze zu sehen.

Wohnprojekt an der Bergstraße in Kürten nimmt konkrete Formen an – Leader fördert Gemeinschaftsflächen

Der Vertrag liege gerade in der Rechtsabteilung des Erzbistums, sagt Markus Berghaus. Es ist das entscheidende „Regelwerk“ für die künftige Bebauung der großen Freifläche zwischen Bergstraße und Wiedenhof im Kürtener Oberdorf. Gemeinsam mit Erzbistum und der Verwaltung wollen Markus und Katrin Berghaus als sogenannte „Erbpachtnehmer“ verbindlich festzurren, dass es im Bauprojekt auch eine gemeinschaftlich genutzte Freifläche hinter dem Jugendzentrum K51 geben wird. Das Jugendzentrum und der Musikverein Kürten (dieser als Organisator der Kirmes) sollen für ihre Veranstaltungen Zugriff auf die Fläche erhalten. „Das wird im Grundbuch eingetragen“, sagt Berghaus. Er hoffe, dass in den kommenden Wochen die noch fehlenden Unterschriften getätigt werden können. Das Ehepaar Berghaus hat die Parzelle in Erbpacht auf 99 Jahre von der Katholischen Kirche gepachtet, Eigentümer ist weiterhin die Kirche.

Was entstehen wird auf den 6500 Quadratmetern hat Markus Berghaus schon geplant. Vier Mehrparteienhäuser sollen kommen, zwei an der Straße am Wiedenhof, zwei oberhalb an der Bergstraße. 26 Wohnungen wird es insgesamt geben, darunter auch geförderten Wohnungsbau. Berghaus will ein Quartier für alle schaffen, das ist ihm wichtig. Die Mietwohnungen, die frei auf den Markt kommen, seien alle bereits vergeben, die Nachfrage sei enorm gewesen. Eine mündliche Zusage habe er auch von einer benachbarten Pflegeeinrichtung, unter anderem soll ein Tagespflegeangebot kommen.

Vorbereitungen laufen bereits

Zwei Baugenehmigungen liegen Berghaus bereits vor sowie zwei Teilbaugenehmigungen. Nach der Verständigung mit der Gemeinde Kürten erwarte er, dass die noch ausstehenden Baugenehmigungen keine größeren Probleme darstellen sollten. Im Hintergrund laufen bei den Erbpachtnehmern bereits die Vorbereitungen für Tiefbauarbeiten. Sie könnten im Jahr 2027 beginnen, stellt sich Markus Berghaus vor. Bis alles fertiggestellt sei, werde es aber einige Zeit dauern. Berghaus erwartet eine Bauzeit von etwa drei Jahren für das Gesamtprojekt.

Einen Namen hat das Projekt auch: „JoBa“. Die Abkürzung erschließt sich nicht direkt. „JoBa“ steht für „Johannes Baptist“, Namenspatron der in Sichtweite liegenden Kirche. „Wir wollen etwas für alle Kürtener machen“, erklärt Berghaus seinen Ansatz.

Eine Grafik für ein späteres Freibad an der Wohnanlage ist zu sehen.

Vorn eine Wiese, für die Bewohner ein kleines Freibad.

Als er für eine Wohnung Nachmieter gesucht habe, sei er überrannt worden von Interessenten. Daraus sei die Idee des Projekts entstanden, berichtet er. Zunächst habe er auf einem Teil des Grundstücks an der Bergstraße auch nur zwei Wohnhäuser errichten wollen. Die Katholische Kirche sei dann auf ihn zugekommen und habe den Vorschlag mit den vier Gebäuden auf der Gesamtfläche gemacht. „Es waren immer nur vier geplant gewesen“, zerstreut er anderslautende Informationen. Dass es im vergangenen Jahr zeitweise zu Kontroversen mit der Verwaltung und auch Teilen der Politik gekommen war, bedauern Markus und Katrin Berghaus. Sie seien stets kooperationsbereit gewesen, betonen sie, das Nachkarten helfe der Sache nicht. Er freue sich, sagt Markus Berghaus, dass die geplante Gemeinschaftsfläche eine Förderzusage von Leader Bergisches Wasserland erhalten habe. 204.000 Euro gehen von Leader in das Freizeitprojekt – selbstredend nicht in das private Bauvorhaben. Dank der Fördergelder könne die Brachfläche hinter dem Jugendzentrum jetzt noch interessanter gestaltet werden.

Für die Bewohner plant das Ehepaar ein weiteres Angebot: Eine kleine Schwimmfläche im Freien soll das Wohnen in der Anlage attraktiver machen. Und das Wohnprojekt werde so architektonisch ausgestaltet, dass die Bewohner einen Blick auf die gegenüberliegenden Hügel oberhalb des Hauptorts bekämen. Nach Fertigstellung erwartet Berghaus, dass rund 100 Menschen in der Wohnanlage leben.