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Originelle IdeeAm Wipperfürther Bahnhof grüßt ein Hase im XL-Format

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Das Foto zeigt den Wipperfürther Axel Schmidt alias „Hase“ vor der Hasenskulptur vor seinem Haus am alten Bahnhof in Wipperfürth.

Porträt des Wipperfürthers Axel Schmidt alias „Hase“ vor der Hasenskulptur vor seinem Haus am alten Bahnhof in Wipperfürth. 

Ein goldener thront siet kurzem auf der Spitze eines Gittermastes am ehemaligen Wipperfürther Bahnhof. Verantwortlich dafür ist Axel Schmidt, der den Spitznamen "Hase" trägt.

 Seit kurzem hat Wipperfürth eine neue Attraktion. Auf der Spitze eines alten Signal- oder Strommasten am ehemaligen Bahnhof der Hansestadt thront in luftiger Höhe eine großer goldener Hase. Die Deko-Figur glänzt im Licht der Frühjahrssonne und ist schon von weitem zu sehen. Wie der Hase auf den Mast kam, das ist seit Wochen in Wipperfürth Stadtgespräch.

Seit 33 Jahren wohnt Axel Schmidt im Bahnhof. Als Dachdecker, Karnevalsjeck und bekennender Schalke-Fan kennt ihn fast jeder in der Stadt – zumal er sich auf Facebook und Co. auch gerne mal wortstark ins Stadtgeschehen einmischt. Axel Schmidt, mittlerweile im Ruhestand, hat den Spitznamen „Hase“. Und das kam so.

Aus dem "Häschen" wurde der "Hase"

„Als Kind habe ich mit den großen Jungs am Hochhaus in der Memellandstraße immer Fußball gespielt. Weil ich mit meinen vier oder fünf Jahren der Jüngste war, hieß ich ‚Häschen‘ und wurde geschickt, den Ball zu holen, wenn der mal wieder zum Bahndamm runtergerollt war.“

Dann, als Jugendlicher, habe er den Spitznamen verloren. „Als ich 18 oder 19 alt war, kam einer und fing wieder mit ‚Häschen‘ an. Ich sagte 'Hömma, biste bekloppt? Ich bin jetzt der Hase!“ Und dabei sollte es bleiben. Schmidt erinnert sich: „Früher haben mir Leute Postkarten geschrieben mit der Anschrift ‚Hase, 5272 Wipperfürth‘, die kamen an.“

Viele sprechen Axel Schmidt auf den Goldhasen an

Schräg hinter dem Bahnhof steht der alte Gittermast. Vor Weihnachten ließ Schmidt einen Hubsteiger kommen und fixierte auf der Mastspitze einen geschmückten Weihnachtsbaum. Nach dem Fest musste der Baum weichen.

„Der Hubsteiger war schon bestellt, ich hatte noch eine Stunde Zeit. Beim Überlegen, was ich stattdessen aufstellen könnte, fiel mein Blick auf den goldenen Hase, der in meiner Garage stand. Ich habe zwei Löcher reingebohrt, und jetzt steht der Hase da oben und guckt runter. Ganz viele Menschen haben mich schon darauf angesprochen.“

Woher aber stammt die Deko-Figur? „Die habe ich letztes Jahr im Tedi entdeckt, vor Ostern kostete sie 100, nach Ostern 40 Euro – da habe ich zugeschlagen. Ich muss mal gucken, ob ich dieses Jahr noch einen Ersatzhasen bekomme, sicherheitshalber.“

Angeregt zu seiner Aktion wurde Axel Schmidt durch den Wipperfürther Künstler Michael Wittschier. Der hatte vor einigen Jahren am Wupperufer – nur einen Steinwurf weit entfernt – einen großen Löwen als Wahrzeichen des Bergischen Landes aufstellen lassen.

Michael Wittschier hat sich nun seinerseits revanchiert. Denn er ist nicht nur Künstler, Philosoph und Buchautor, sondern auch Modelleisenbahner. In seinem Atelier hat er eine Bahnlandschaft mitsamt Bahnhof aufgebaut. Seit kurzem steht dort auch ein kleiner goldener Hase.