Abo

ReitsportJona Jolie Schwamborn wechselt ins Trainingszentrum von Andreas Kreuzer

4 min
Jona Jolie Schwamborn mit Pferd Czesanne vor dem Springplatz.

Abschied nehmen von der schön gelegenen Reitanlage der RTG Silberberghof in Wipperfürth-Kreuzberg hieß es für Reiterin Jona Jolie Schwamborn in der vergangenen Woche.  

Die 18-jährige Springreiterin Jona Jolie Schwamborn zieht aus Wipperfürth nach Damme in  Niedersachsen.

Springreiterin Jona Jolie Schwamborn (18) hat schon einige Ziele erreicht. Doch wenn es nach der jungen Springreiterin geht, geht noch viel mehr. Da ist der Traum von der Championstour, von Olympia und von einem     Start beim CHIO in Aachen. Um der Erfüllung dieser Träume näher zu kommen, hat die 18-Jährige ihr gewohntes Umfeld verlassen und ist am Monatsanfang aus Wipperfürth nach Damme in Niedersachsen umgezogen.

Dort führt der ehemalige Marienheider Andreas Kreuzer in Zusammenarbeit mit Züchterlegende Paul Schockemöhle ein Trainingszentrum. Den Kontakt hatte Volker Kämper vermittelt, Besitzer der Reitanlage der RTG Silberberghof und Förderer junger Nachwuchsreiter.

Volker Kämper, Trainer der RTG Silberberghof, führte schon Andreas Kreuzer in die deutsche Spitze

Er führte schon Andreas Kreuzer in die deutsche Spitze und unterstützte auch dessen Schwester Annika, die heute mit im Trainingszentrum arbeitet. Von klein an begleitete er die junge Jona Jolie Schwamborn. Sie ist zur Zeit die beste oberbergische Reiterin und startet für die RTG Silberberghof in Wipperfürth-Kreuzberg.

Durch ihre Mutter Janina kam die heute 18-Jährige zum Reiten. Mit sechs Jahren stieg sie zum ersten Mal auf ein Pony und „wollte direkt richtig anfangen“, sagt sie im Rückblick. Bedeutet: Sie wollte Springreiterin sein. Die Nervenstärke der Tochter kostete die Mutter wiederum jede Menge Nerven. „Ich bin immer mitgesprungen“, sagt diese lachend. Manchmal sei ihr auch der Herz stehengeblieben, wenn das kleine Mädchen jedes Hindernis anging.    

Auf Pony Mylord Manolito gewann Jona Jolie Schwamborn ein S*-Springen gegen die Großpferde

 Schnell stieg das Wipperfürther Nachwuchstalent ins Turniergeschehen ein. Jona Jolie Schwamborn stieg auf Ponys mit den Wettbewerben der Führzügelklasse ein. Das Springen machte ihr am meistern Spaß. Da passte es, dass sie knapp zehn Jahre später auf ihrem Pony Mylord Manolito das S*-Springen für Amateure der RTG Silberberghof gegen die Großpferde gewann. Mit dem Ponyhengst, der 1,47 Meter misst, übersprang sie die 1,40 Meter hohen Hindernisse.   Das hatte es noch nie gegeben und sollte auch als Weltrekord anerkannt werden.

Doch zunächst sammelte sie Erfahrungen in den Klassen A bis M, lernte schnell und gewann mit 13 Jahren ihr erstes S-Springen. Bereits im Alter von 15 Jahren bekam sie das goldene Reitabzeichen. Dazu muss man zehn Siege in Springprüfungen der schweren Klasse S, darunter mindestens ein Sieg in der Klasse S**, nachweisen. Jona Jolie Schwamborn gehört in die kurze Liste der noch sehr jungen Reiterinnen und Reiter, die dies geschafft haben. Verwirklicht hat sie das auf drei Pferden, darunter Chester, der Sohn von Lissabon, einem Erfolgspferd von Andreas Kreuzer.

Der Umzug bedeutet für mich mehr Chancen und Möglichkeiten
Jona Jolie Schwamborn, Reiterin

Jona Jolie Schwamborn, die das Wipperfürther Sankt-Angela-Gymnasium besucht hat, setzte sich Ziele und erreichte diese. Sie wollte eine Medaille bei einer deutschen Meisterschaft und gewann Bronze 2024 auf Maylord Manolito. Der Aufstieg in die Leistungsklasse (LK1) war das nächste Ziel.   Die dafür nötigen S-Platzierungen und Ranglistenpunkte sicherte sich die 18-Jährige nicht nur in Deutschland, sondern auch bei Turnieren im Ausland. 2024 wurde sie bei einem solch hoch dotierten Turnier in Belgien  Zweite.

Mit der Zeit wuchs der Wunsch, „mal etwas anderes zu sehen“, erzählt Jona Jolie Schwamborn, die eine Ausbildung zur Pferdewirtin, Klassische Reitausbildung, begonnen hat, die sie in Damme fortsetzt. „Der Umzug bedeutet für mich mehr Chancen und Möglichkeiten“, sagt sie. Das liegt auch an der Größe der Anlage mit rund 70 Pferden. Die 18-Jährige reizt, das ganze Drumherum   auf der großen Anlage kennenzulernen. Dort geht es international zu und es wird vor allem Englisch gesprochen.

Seit dem 1. April teilt sich die Wipperfürtherin   ein Ferienhaus mit drei anderen Auszubildenden, die aus Schweden kommen. „Der berühmte Paul Schockemöhle ist das Größte, wohin man kommen kann“, sagt Schwamborn. Das gelte für Reiterinnen und Reiter aus aller Welt.

Für sie geht es nun darum, gut ins Team reinzukommen. „Es ist ja viel mehr als nur Reiten.“ Sie möchte erfahren, wie ein so großer Stall mit vielen Verkaufspferden aufgebaut ist, Berufserfahrung sammeln und noch ihren Meister machen, blickt die zieliche Reiterin voraus.   Sie fange bei Null an und wolle sich ihren Platz erarbeiten. „Das ist doch ein schönes Ziel.“