Während in Erbland das Osterfeuer nicht genehmigt worden war, durften in anderen Orten in Oberberg die Feuer brennen und lockten viele Gäste an.
Nach Osterfeuer-AbsageIn Erbland setzten Anwohner mit Mahnwache ein Zeichen fürs Brauchtum

Spontan waren einige Anwohner aus Erbland im historischen Ortskern zusammengekommen.
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Weil sie es sehr bedauerten, dass das traditionelle Osterfeuer an der Silberseehalle abgesagt worden war, haben sich einige Anwohner aus der Gummersbacher Ortschaft Erbland am Samstagabend zu einer spontanen „Mahnwache für die Brauchtumsfeuer“ im historischen Ortskern getroffen. Die Absage des Feuers der Dorf- und Sportgemeinschaft Erbland (DSGE) habe für viel Unmut unter den Bewohnern der zum Verein gehörenden Ortschaften Erbland, Schönenberg und Schneppsiefen gesorgt, teilte Rouven-Joel Seeger-Hellweg, im Verein Engagierter und selbst Bürger aus dem Erbland, mit.
Der Landesbetrieb Wald und Holz hatte mitgeteilt, dass an der Silberseehalle der im Landesforstgesetz nachzulesende Mindestabstand von 100 Metern zum Wald nicht eingehalten werden kann. Selbst die 15 Meter, die in einer Ausnahmegenehmigung das absolute Minimum wären, sind vor der Halle nicht darzustellen (wir berichteten). Das verhängte Feuerverbot schloss auch das Betreiben eines Grills durch die Freiwillige Feuerwehr ein.
Veranstalter der DSGE möchten sich nun um eine Lösung bemühen
Die Veranstalter der DSGE möchten sich nun um eine Lösung für die kommenden Jahre sowie für das für November geplante Martinsfeuer bemühen – zumal die als Wald gewidmete Fläche gar kein richtiger Wald sei. Angedacht ist die Umwidmung der Fläche, sagte Vereinsvorsitzender Michael Rüberg, der am Samstag ebenfalls zur Mahnwache gekommen war, die aber nicht vom Verein, sondern privat organisiert worden war.
Anwohner Eberhard Maldfeld hatte beim Ordnungsamt der Stadt Gummersbach ein privates Gemütlichkeitsfeier angemeldet und genehmigt bekommen. Am Abend hatte er eine Feuerschale aufgestellt, in der symbolisch eine Kerze brannte. Neben der historischen Bedeutung der Osterfeuer sei für ihn vor allem das Zusammenkommen und der Austausch mit den anderem im Dorf wichtig, betonte er und freute sich, dass zwar nicht viele, aber immerhin einige vorbeigekommen waren.
Andernorts in Oberberg fanden die Osterfeuer statt
Während in Erbland das gemütliche Ersatztreffen stattfand, durften an vielen anderen Orten im Oberbergischen am Karsamstag und Ostersonntag die Osterfeuer brennen – ein Brauchtum, das sich bis ins frühe Mittelalter zurückverfolgen lässt. Oftmals organisierten Dorfgemeinschaften das Abbrennen, vielerorts auch die Jugendfeuerwehren. So wie in Heischeid. Dort hatten die knapp zehn Mitglieder der Nachwuchstruppe mit Unterstützung von einigen Aktiven an den Wochenenden vor Ostern massenweise Holz gesammelt und zum Schutz der Kleintiere flächig auf einer Wiese neben dem Dorf verteilt (wir berichteten ebenfalls).
Erst am Samstagmorgen wurde die knapp acht Meter hohe Pyramide mit einem Durchmesser von rund zwölf Metern aufgeschichtet, um ihn am Abend zu entzünden. Das Feuer – eines der größten in Oberberg – lockte mehrere hundert Gäste an. Selbst aus Köln war eine Frau angereist. Lena Simon, eine ehemalige Heischeiderin, berichtete, dass es sie nach mehreren Jahren Abwesenheit wieder in die Heimat gezogen hat: „Es ist lange her, aber immer wieder schön, zu Euch auf den Berg zu kommen – hier geht es um die Gemeinschaft.“
Die gefiel auch der 17-jährigen Frieda Machnik und ihrer Familie aus Hunsheim: „Für uns ist das Tradition geworden – seit vier Jahren kommen wir regelmäßig zum Heischeider Osterfeuer.“

